Kurdische PYD eröffnet Verbindungsbüro in Moskau

Kurdische PYD eröffnet Verbindungsbüro in Moskau
Die syrisch-kurdische „Partei der Demokratischen Union“ (PYD), welche von der Türkei als Ableger der verbotenen PKK gehandelt wird, hat am 10. Februar eine Repräsentanz in Moskau eröffnet. Weitere Vertretungen sind in Berlin, Paris und Washington D.C. geplant. Unterdessen rücken die von Russland unterstützten syrische Armee und der militärische Arm der Partei in Nordsyrien gemeinsam gegen als pro-türkische geltende Rebellengruppen vor.

Ein Kämpfer der syrisch-kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) läuft Patrouille an einer Mauer, die nach kurdischer Darstellung vom türkischen Militär auf syrischem Gebiet errichtet wurde, 29. Januar 2016

„Das ist ein historischer Moment für die Kurden“, sagte Merab Schamoyew, der Vorsitzende der Internationalen Union der Kurdischen Verbände, bei der Eröffnungszeremonie des Büros im industriell geprägten Südosten Moskaus.

„Russland ist eine große Macht und ein wichtiger Akteur im Nahen Osten. Es ist in der Tat nicht nur ein Akteur, es ist geradezu die bestimmende Macht“, fügte Schamoyew hinzu. Er beschrieb die Eröffnung einer Repräsentanz der PYD als „großen politischen Schritt“ für die Kurden Syriens.

Die PYD und ihr militärischer Arm, die YPG, gehören zu jenen Gruppierungen, die im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Nordsyrien sowohl vonseiten Russlands als auch der USA, teils auch militärisch, unterstützt werden. Ankara indes betrachtet die kurdische Organisation indes als syrischen Ableger der in der Türkei und im Irak operierenden „Kurdischen Arbeiterpartei“, kurz PKK. Seit neun Monaten gehen türkische Sicherheitskräfte in sogenannten Anti-Terroroperationen gegen die PKK im Südosten Anatoliens vor. Dort sei der Widerstand zwar größtenteils gebrochen, doch könnte dieser aufgrund der in Syrien frei operierenden YPG jederzeit wieder aufflammen.

Das Verhältnis der PYD zu Russland ist nicht zuletzt wegen der gegensätzlichen Positionen Moskaus und Ankaras über das Schicksal Syriens positiv. Seit Dezember gibt es immer wieder Berichte, wonach Moskau YPG-Kämpfer im isolierten Nordwest-Kanton Efrin militärisch und logistisch unterstütze. Zudem befürwortet Moskau die Teilnahme der PYD an den UN-geführten Friedensgesprächen in Genf. Die Türkei hingegen lehnt eine solche vehement ab.

An der Eröffnungszeremonie nahmen die türkische Parlamentsabgeordnete der „Demokratischen Partei der Völker“, kurz HDP, Feleknas Uca aus Diyarbakır, und der PYD-Vertreter zu Russland, Abduselam Ali, teil.

Darüber hinaus signalisierte die PYD ihre Intention, auch in den Hauptstädten Paris, Berlin und Washington, D.C. jeweils eine Vertretung eröffnen zu wollen. 

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