Interpol: Chodorkowski wird zur internationalen Fahndung ausgeschrieben

Verlässt ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski den "amerikanischen Sektor" schneller als ihm lieb ist? Der vorbestrafte Oligarch beim Besuch des privaten Mauer-"Museums" am Checkpoint-Charlie in Berlin.
Verlässt ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski den "amerikanischen Sektor" schneller als ihm lieb ist? Der vorbestrafte Oligarch beim Besuch des privaten Mauer-"Museums" am Checkpoint-Charlie in Berlin.
Ein internationaler Interpol-Haftbefehl soll gegen Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski erlassen werden. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf eine Interpol-Quelle. Chodorkowski wird der Mord am Bürgermeister von Neftejugansk Wladimir Petuchow angelastet. Petuchow hatte der damaligen Yukos-Konzernspitze Steuerhinterziehung vorgeworfen und wollte deswegen vor Gericht ziehen.

"Das nationale Interpol-Büro in Russland schrieb Chodorkowski zur internationalen Fahndung aus. Diese Entscheidung wurde aufgrund des Ermittlungsverfahrens der Generalstaatsanwaltschaft und des Ermittlungsausschusses Russlands getroffen, ein entsprechender Antrag wurde ins Generalsekretariat von Interpol in Lyon überstellt."

So der Pressesprecher von Interpol Russland gegenüber Interfax.

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Der Hauptsitz von Interpol will zunächst den Antrag der russischen Zweigstelle prüfen, bevor der frühere Öl-Unternehmer in die internationale Fahndungsliste eingetragen wird.

Derzeit erscheint der Name Chodorkowski noch nicht in der Fahndungsdatenbank auf der öffentlich zugänglichen Internet-Seite von Interpol.

Der Sprecher des Ermittlungsausschusses Wladimir Markin erklärte im Dezember letztes Jahres, dass Chodorkowski aufgrund der Ermittlungsergebnisse zur internationalen Fahndung ausgeschrieben werde.

Die russische Ermittlungsbehörde hatte den früheren Oligarchen, der nach seiner vorzeitigen Haftentlassung im westeuropäischen Ausland weilt, wegen eines Auftragsmordes gegen den Bürgermeister von Neftejugansk, Wladimir Petuchow, angeklagt und angeordnet, Chodorkowski in Untersuchungshaft zu nehmen.

Wladimir Petuchow war am 26. Juni 1998 auf dem Weg zur Arbeit erschossen worden. Hintergrund soll ein Konflikt mit dem Yukos-Konzern gewesen sein. Der damalige Bürgemeister hatte der Yukos-Fühungsspitze Steuerhinterziehung vorgeworfen und wollte deswegen vor Gericht ziehen. Der frühere Sicherheitschef des zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos war bereits 2007 als Drahtzieher des Auftragsmords zu lebenslanger strenger Lagerhaft verurteilt worden. 

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