Russland

Alexander Dugin: Darja war wegen ihrer politischen Ansichten eigentliches Ziel des Attentats

Darja Dugina war das ursprüngliche Ziel des Mordanschlags. Dies erklärte ihr Vater Alexander Dugin und brachte zum Ausdruck, dass seine Tochter wegen ihrer "russischen Idee" und ihres Bekenntnisses zur Orthodoxie und der Verteidigung Russlands ermordet worden sei.
Alexander Dugin: Darja war wegen ihrer politischen Ansichten eigentliches Ziel des AttentatsQuelle: Sputnik © Grigori Sysojew

Der russische Philosoph und Politologe Alexander Dugin hat in der Filmdokumentation "Warum wurde Darja Dugina umgebracht?" mitgeteilt, dass seine Tochter Darja das Ziel des Bombenanschlags gewesen sei, bei dem sie in der vergangenen Woche ums Leben kam. Der Mord löste zahlreiche Spekulationen darüber aus, ob der Anschlag Darja Dugina oder ihrem Vater Alexander Dugin galt. Der Vater selbst hat aber keine Zweifel, dass Darja das eigentliche Ziel des Anschlags gewesen sei:

"Es wurde alles getan, um sie umzubringen, und im Prinzip gab es hier keinen Fehler. Das wurde eben für sie bestimmt. Wegen der russischen Idee, wegen der religiösen Idee, wegen der orthodoxen Idee, wegen der staatlichen Idee, wegen des Schutzes unseres Volkes, unseres Staates."

Die 29-jährige Philosophin und Politikwissenschaftlerin vertrat die Theorie des Eurasianismus, für die sich ihr Vater einsetzte. Der Eurasianismus geht davon aus, dass Russland gemeinsam mit einigen Nachbarländern den Kern des eurasischen Raums bildet und sich gegen den Atlantizismus stellt. Dugina war Anhängerin des Konservatismus und war der Meinung, dass die Zeit des Liberalismus vorbei sei und dass die russische Bevölkerung nicht mehr für linke Ideen aus dem Westen empfänglich sei.

Darja Dugina unterstützte Russlands Militäroperation in der Ukraine. Im Juni dieses Jahres fuhr sie in den Donbass und besuchte einen Keller am Hüttenwerk Asow-Stahl in Mariupol, wo sich das ukrainische Militär zuvor verschanzt hatte.

Am Abend des 20. August kam die Philosophin bei einem Bombenanschlag in ihrem Auto ums Leben. Sie fuhr vom Festival Tradizija (Tradition) nach Hause, an dem sie gemeinsam mit ihrem Vater teilgenommen hatte. Alexander Dugin befand sich in einem anderen Auto.

Der russische Ermittlungsausschuss bezeichnet das Attentat als Auftragsmord.

Zwei Tage nach der Explosion erklärte der russische Inlandsgeheimdienst FSB seine Version des Attentats. Das Verbrechen sei von ukrainischen Spezialdiensten vorbereitet worden, die Täterin sei die ukrainische Staatsbürgerin Natalja Wowk, die am 23. Juli nach Russland eingereist sei. Zusammen mit ihrer 2010 geborenen Tochter habe sie eine Wohnung in dem Gebäude gemietet, in dem Dugina lebte.

Nach dem Anschlag seien Wowk und ihre Tocher über das Gebiet Pskow nach Estland gelangt, so der FSB weiter.

Michail Podoljak, der Berater des Leiters des ukrainischen Präsidialamtes, wies die Vorwürfe zurück. Auch der ukrainische Staatschef Wladimir Selenskij erklärte, die Ukraine sei nicht an der Ermordung Duginas beteiligt gewesen.

Vergangene Woche forderte die UNO eine Untersuchung in dem Mordfall. Diese sei notwendig, um "die Fakten hinter dem Vorfall zu ermitteln", erklärte Stéphane Dujarric, der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, am Montag vor Reportern.

Papst Franziskus nannte Dugina ein "armes Mädchen" und beklagte, dass der russisch-ukrainische Konflikt auf beiden Seiten unschuldige Menschenleben fordere. Seine Äußerungen sorgten in Kiew für Verärgerung. Der Gesandte des Vatikans wurde einbestellt; ihm wurde eine Protestnote an den Papst überreicht.

Mehr zum Thema - Fall Dugina: Mordverdacht gegen Natalja Wowk – Was spricht dafür, was dagegen?

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.