Russland

"Manche Tiere sind gleicher als andere": Ex-Präsident Medwedew vergleicht US-Politik mit Orwell-Buch

US-amerikanische Politiker scheinen George Orwells Buch "Farm der Tiere" als Handlungsanleitung für die Ausbeutung der Menschen zu betrachten. Dies erklärte der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew, der seinen Verdacht ausführlich begründete.
"Manche Tiere sind gleicher als andere": Ex-Präsident Medwedew vergleicht US-Politik mit Orwell-BuchQuelle: Sputnik © Jekaterina Schtukina

Die Politik der USA und des Vereinigten Königreichs beruhe auf Grundprinzipien, die der englische Schriftsteller George Orwell in seinem antisowjetischen Roman "Farm der Tiere" schilderte. Diesen Vergleich zog der russische Ex-Präsident und amtierende stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, auf seinem Telegram-Kanal. Er ergänzte seine Äußerung mit dem Bild eines Schweins, womit er auf eine der zentralen Figuren des Buchs anspielte.

Laut Medwedew werde das US-Verständnis von Demokratie am besten durch ein in dem Buch beschriebenes Prinzip der Gesellschaftsordnung ausgedrückt:

"Alle Tiere sind gleich. Aber einige sind gleicher als die anderen."

Mit anderen Worten, das US-Modell der Weltordnung bestehe darin, dass nur den USA alles erlaubt sei. Wer damit nicht einverstanden ist, werde unterdrückt oder zum Schlachthof gebracht, so Medwedew weiter. Der ehemalige Staatschef warf der US-Führung vor, sich den Status eines unkontrollierbaren "obersten internationalen Schiedsrichters der Moral und Rechtmäßigkeit, des Großmeisters der internationalen politischen Spielchen und unfehlbaren Primus unter vermeintlich Gleichen" anzumaßen. Weiter hieß es:

"Die Vereinigten Staaten glauben aufrichtig an das Recht ihrer Geburt, für andere Nationen zu entscheiden, mit wem sie befreundet sein sollen, wem sie gehorchen sollen, mit wem sie Handel treiben sollen, wem sie Tribut zollen und vor wem sie niederknien sollen."

Als Beispiel führte der Politiker die gescheiterten Attentatsversuche auf die Castro-Brüder, den Sturz und die anschließende Hinrichtung Saddam Husseins durch ein irakisches Gericht sowie die Ermordung des iranischen Generals Qasem Soleimani an. 

Der Ex-Präsident fügte hinzu, dass Washington es vorziehe, Kriege in anderen Ländern "und vorzugsweise mit fremden Händen" zu führen. Dmitri Medwedew wies auch darauf hin, dass sich die US-Behörden in der Innenpolitik erlauben, wofür sie andere Länder kritisieren: Druckausübung bei Wahlen, Korruption, Sexskandale, soziale Ungerechtigkeit, "Fremdenfeindlichkeit und propagandistische Demagogie", unfaire Prozesse und "die Machtübernahme durch gebrechliche, skurrile alte Männer, die mit berüchtigten Familienbanden belastet sind". Medwedew betonte:

"Nationaler Hochmut, dazu noch eine dumme, rüpelhafte und selbstgerechte Macht, ist eine sehr gefährliche Sache. Ist das nicht der rote Teppich zum Nationalsozialismus?"

"Farm der Tiere" ist ein Roman, der den Wechsel von einer Diktatur in der Tiergesellschaft zu einer anderen durch einen Staatsstreich beschreibt. Kritikern zufolge soll es eine Parabel auf die Revolution von 1917 in Russland und eine Satire auf das Sowjetregime darstellen.

Mehr zum Thema - Leseverhalten in Russland: Zunehmendes Interesse an Dystopien auf dem Buchmarkt

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.