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Russische Wissenschaftler nennen Ursache für Tiersterben an Kamtschatkas Küste

Russische Wissenschaftler nennen Ursache für Tiersterben an Kamtschatkas Küste
Der Strand war mit toten Seesternen, Krabben, Fischen, Kraken und Robben übersät.
Der Vizepräsident der Russischen Akademie der Wissenschaften Andrei Adrianow sagte bei einer Pressekonferenz am Montag, das mysteriöse Tiersterben an Kamtschatkas Küste habe einen natürlichen Charakter. Ihm zufolge bestätigen entnommene Wasserproben diese Hypothese.

Als Hauptgrund für die Verschmutzung führen die Behörden mikroskopisch kleine Algen an, die Giftstoffe produzieren und deshalb für den Tod Hunderter Meerestiere verantwortlich sind. Man sei zunächst von zwei Hypothesen ausgegangen, einer technogenen, da dies die allerersten Versionen waren, und der Wirkung natürlicher Faktoren, die mit vulkanischer Aktivität oder der Massenblüte von Mikroalgen verbunden seien, sagte Adrianow zur Nachrichtenagentur TASS. Nach Forschungen sei die technogene Version in den Hintergrund gerückt. Auch eine seismisch bedingte Ursache sowie ausgelaufener Raketentreibstoff oder Kohlenwasserstoff haben sich schnell als falsch erwiesen. Adrianow resümierte:

Jetzt bin ich zuversichtlich, dass wir mit einem ziemlich großen, aber nicht seltenen Naturphänomen in Kamtschatka konfrontiert sind, das als 'schädliche Wasserblüte' bezeichnet wird.

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Algen der Gattung Gymnodinium seien für die Produktion verschiedener Giftstoffe verantwortlich, die auf Wirbellose wirken, sagte der Wissenschaftler. Auch im vergangenen Jahr sei ein ähnliches Bild vor der Küste Kamtschatkas beobachtet worden, aber viel weiter nördlich. Da das Gebiet dünn besiedelt sei, sei das Problem nicht öffentlich gemacht worden. Derzeit sei die Giftstoffkonzentration im Wasser vor der Küste Kamtschatkas nicht mehr hoch und werde weiterhin abnehmen. Den Satellitenbildern nach zu urteilen erhole sich das Ökosystem ziemlich schnell, betonte der Vizepräsident der Russischen Akademie der Wissenschaften. 

Anfang Oktober hatte die Umweltorganisation Greenpeace auf Berichte in sozialen Netzwerken über eine große Zahl angespülter toter Robben, Kraken, Seesterne und Fische vor Kamtschatka hingewiesen. Taucher berichteten, dass bis zu 95 Prozent der Tiere am Meeresboden verendet seien. Menschen hatten an den bei Surfern beliebten Stränden zudem über Vergiftungsbeschwerden geklagt.

Bei einem ähnlichen Fall in Botswana sind in diesem Herbst insgesamt 330 tote Elefanten gefunden worden. Die Behörden nannten Cyanobakterien als wahrscheinliche Ursache für das Massensterben im Land. Labortests mit Blutproben verendeter Tiere sowie Erd- und Wasserproben hatten ergeben, dass diese Gifte bildenden Mikroorganismen die Tiere im Okavangodelta im Nordwesten des Landes getötet haben. Die Tiere hatten offensichtlich aus Wasserstellen getrunken, die mit Cyanobakterien kontaminiert gewesen waren. 

Im Jahr 2011 sind Dutzende tote Wildschweine an einem Küstenstrich in der französischen Bretagne aufgefunden worden. Umwelt- und Tierschützer waren damals überzeugt, dass die Tiere der Grünalgenpest zum Opfer gefallen sind. Sie sollen an Faulgasen von Algen erstickt sein.

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