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Russischer Generalstabschef zu Militärübung "Kaukasus 2020": "Kann es noch transparenter gehen?"

Russischer Generalstabschef zu Militärübung "Kaukasus 2020": "Kann es noch transparenter gehen?"
Russischer Generalstabschef zu Militärübung "Kaukasus 2020": "Kann es noch transparenter gehen?" (Archivbild)
In dieser Woche hat Russland eine groß angelegte Militärübung abgehalten. An dem Manöver "Kaukasus 2020" nahmen auch ausländische Armeeangehörige teil. Generalstabschef Waleri Gerassimow sprach in einem exklusiven Interview für den Sender RT über das Ziel der Übung.

Vom 21. bis zum 26. September hat Russland die umfangreiche Militärübung "Kaukasus 2020" durchgeführt. Das Manöver im Südwesten des Landes fand unter der Leitung des Generalstabschefs der Streitkräfte der Russischen Föderation, Armeegeneral Waleri Gerassimow, statt. Am Freitag gewährte der hochrangige Militär dem Sender RT ein exklusives Interview. Am Rande eines Manövers auf dem Raketentestgelände "Kapustin Jar" im Gebiet Astrachan erläuterte Gerassimow dem RT-Korrespondenten Maxim Al-Turi den Zweck der Übung.

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FRAGE: Herr Gerassimow, am heutigen Freitag ist hier auf dem Übungsplatz "Kapustin Jar" die aktive Phase der strategischen Kommando- und Stabsübung "Kaukasus 2020" zu Ende gegangen. Während dieses Manövers warfen viele Vertreter westlicher und europäischer Länder, darunter auch die Ukraine, Russland vor, unter dem Deckmantel dieser Übung aggressive Handlungen gegen seine Nachbarn vorzubereiten. Was ist das wahre Ziel der Übung?      

ANTWORT: Mit solchen umfangreichen Übungen endet traditionellerweise jeder Zyklus der operativen Kampfvorbereitung unserer Streitkräfte, das heißt jedes Ausbildungsjahr. Wir führen solche Übungen jedes Jahr durch, indem wir den jeweiligen Wehrkreis turnusmäßig auswählen. Das sind die Wehrkreise West, Ost, Zentrum oder Süd. In diesem Jahr ist der Wehrkreis Süd an der Reihe. Solchen Übungen geht eine Reihe von Maßnahmen zur operativen Kampfvorbereitung voraus. Wir haben diese Übung im Dezember vergangenen Jahres angekündigt und entsprechende Trainings, eine Überraschungsprüfung zwecks Vorbereitung für diese Übung und letztendlich diese Übung selbst durchgeführt. Dabei gibt es absolut keinen Hintersinn in Bezug auf die Ukraine. Im Laufe dieser Übung haben wir eine geopolitische Legende und einen fingierten Staat auf unserem Territorium, dem Territorium der Russischen Föderation, geschaffen. Die Kampfhandlungen führten die Streitkräfte der östlichen und nördlichen Seite durch. Einen Bezug auf irgendeinen Anrainerstaat gab es nicht.

FRAGE: Sie haben eben gesagt, dass solche Übungen alljährlich stattfinden. Sie wählen dabei einen Wehrkreis aus – mal Ost, mal West oder wie diesmal Süd. Es ist logisch, die Nachbarstaaten wie zum Beispiel Iran, Weißrussland oder Russlands Verbündete in der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) zu solchen Übungen einzuladen. Warum lädt man solch ferne Länder wie zum Beispiel China, Myanmar und Pakistan ein, die weit vom hiesigen Kriegsschauplatz liegen?                             

USA schickten Schützenpanzer nach Syrien und stocken Luftpatrouillen auf. Auf dem Archivbild: US-Soldaten und US-Militärfahrzeuge in der Nähe des Erdölvorkommens Al-Omar in Deir ez-Zor, 23. März 2019

ANTWORT: Eigentlich nimmt China an allen unseren Übungen teil, die wir abhalten – sowohl im Osten als auch im Zentrum oder auch wie jetzt im Süden. Unsere erste gemeinsame Übung war "Osten 2018". Damals belief sich das Personal der daran beteiligten chinesischen Einheiten auf ungefähr 3.500 Mann. Daran nahmen auch mongolische Einheiten teil. Später, im vergangenen Jahr, nahmen sie an Übungen im Rahmen der OVKS teil. Das heißt, Einheiten der chinesischen Armee beteiligen sich regelmäßig an allen unseren Veranstaltungen. Was die anderen fernen Länder betrifft, so spielt die geografische Ferne in unserer Zeit keine besondere Rolle, wenn man die heutigen Beförderungsmittel und Möglichkeiten zur Verlegung von Einheiten und Verbänden über weite Strecken berücksichtigt. Hier kann man unsere Streitkräfte und die Stationierung unseres Kontingents in Syrien als Beispiel anführen. Obwohl dieser Kriegsschauplatz scheinbar entlegen ist, wurde dort eine erforderliche Gruppierung geschaffen. Auf Einladung der rechtmäßigen Regierung Syriens erfüllten wir dann dort alle notwendigen Aufgaben. Deswegen kommen wir jenen Staaten entgegen, die mit uns zusammenarbeiten wollen, und laden sie ein. Wir halten das im Rahmen der operativen Kampfvorbereitung und im Rahmen eines Erfahrungsaustausches für sehr nützlich. Es geht ja darum, zwischenmenschliche Kontakte zu knüpfen und die operative Kompatibilität einzurichten. Deswegen sehen wir hier keine Schattenseiten.

FRAGE: Herr Gerassimow, ich würde gerne präzisieren, wie transparent die Durchführung solcher Übungen für Vertreter der westlichen Länder ist, darunter jene der USA und der NATO. Wir haben am heutigen Freitag viele Militärattachés aus vielen Ländern der Welt gesehen. Wir wissen, dass Sie sich mit ihnen nach der Veranstaltung getroffen haben. Wie symmetrisch sind solche Einladungen zu großen und umfangreichen Übungen der USA und der NATO?   

Erprobung des nuklearen Marschflugkörpers Burewestnik. (Symbolbild)

ANTWORT: Das Verteidigungsministerium Russlands betreibt eigentlich eine sehr offene Politik. Wie gesagt, wir haben diese Übung auf einer Sitzung des Kollegiums des Verteidigungsministeriums im Dezember vergangenen Jahres angekündigt. Zehn Tage vor dem Übungsstart führte der stellvertretende Verteidigungsminister Alexander Wassiljewitsch Fomin ein Briefing mit allen Militärattachés durch. Er erläuterte ihnen die Ziele, die Aufgaben, die Zusammensetzung und den Verlauf der Übungen. Wir informierten darüber die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die Vereinigten Staaten und die restlichen NATO-Länder. Am Freitag luden wir alle Militärattachés zu der Übung ein und führten mit ihnen ein Briefing durch. Kann es noch transparenter gehen? Von den Vereinigten Staaten und ihren NATO-Verbündeten sehen wir nichts dergleichen. So haben wir keine Einladungen zu ihren Übungen erhalten.            

FRAGE: US- und NATO-Flugzeuge tauchen oft in der Nähe der russischen Grenzen im Westen, im Süden und im Osten des Landes auf. In diesem Zusammenhang muss man auch die Zahl der Abfangeinsätze der Luft- und Raumstreitkräfte Russlands berücksichtigen. Zeugt dies von einer härteren Reaktion Russlands? Können diese Handlungen der NATO und der USA Ihrer Meinung nach zu einer Eskalation oder einer Konfliktsituation wegen eines Zwischenfalls führen? Was muss man tun, um so etwas zu vermeiden?

ANTWORT: Auch früher hat es in der Nähe unserer Grenzen Aufklärungseinsätze von US- und NATO-Flugzeugen gegeben. Wir wirkten ihnen entsprechend entgegen und kontrollierten sie. Trotzdem beobachteten wir im vergangenen Monat Einsätze von rund 30 strategischen NATO-Flugzeugen in der Nähe unserer Grenzen. Dazu kam es über dem Schwarzen Meer, über der Ostsee, über dem Nordpolarmeer und im Osten unseres Landes. Diese Flüge finden in der Nähe unserer Grenzen statt. Dabei werden irgendwelche Handlungen antrainiert. Wir reagieren natürlich auf solche Dinge. Mehr noch: Wir trainieren unser Wachdienstpersonal und unsere Kampfmannschaften der Luftabwehr, der Luftstreitkräfte und der Flugleitzentren im Zusammenhang mit solchen Flügen. Seinerzeit – vor einem Jahr und vor zwei Jahren – haben wir der NATO-Führung und den US-Streitkräften vorgeschlagen, diese Frage zu erörtern und die existierenden Abkommen zur Verhinderung von gefährlichen Militärhandlungen in der Luft und auf See zu präzisieren. Es gibt nämlich solche Abkommen. Sie sind zwar unterzeichnet. Dennoch sind dort einige Einzelheiten wie die Dauer und der Abstand der Annäherungen von Flugzeugen und Schiffen sowie die Reihenfolge der Handlungen nicht verankert. Unsere Vorschläge sind unbeantwortet geblieben. Das heißt, wir sehen, dass die NATO-Führung und die Führung der US-Streitkräfte mit dieser Situation zufrieden zu sein scheinen. Wir sind damit aber nicht zufrieden. Wir wollen keine Zwischenfälle, die zu irgendwelchen Konfliktsituationen führen können. Deswegen agieren unsere Kampfpiloten und Kommandeure der Kriegsschiffe zurückhaltend und im Einklang mit den geltenden völkerrechtlichen Dokumenten.             

FRAGE: Vielen Dank für das Interview.

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Zuvor hatte sich der ukrainische Verteidigungsminister Andrei Taran beim EU-Chefdiplomaten Josep Borrell über die russische Übung "Kaukasus 2020" beschwert. Er bemängelte, dass das Manöver die Stabilität im Schwarzmeer-Raum gefährden und zu einer Eskalation in der Region führen könne. Gleichzeitig informierte der hochrangige Militär den EU-Beamten über die Übung "Joint Efforts 2020", zu der die Ukraine ihre Partner eingeladen hatte. Daran beteiligten sich unter anderem britische Soldaten. In einem ursprünglichen Beitrag des britischen Verteidigungsministeriums hieß es, die Fallschirmjäger seien in Russlands Hinterhof abgesprungen. Später wurde die Überschrift geändert.

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