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Umfrage: Hälfte der Russen will nicht gegen COVID-19 geimpft werden

Umfrage: Hälfte der Russen will nicht gegen COVID-19 geimpft werden
Umfrage: Fast die Hälfte der Russen will nicht gegen COVID-19 geimpft werden (Symbolbild)
Knapp die Hälfte der Russen (45,6 Prozent) möchte laut einer neuen Umfrage nicht gegen das Coronavirus geimpft werden. Dabei spiele es gar keine Rolle, wo der Impfstoff entwickelt wurde. Von den Befragten wollen nur 13,2 Prozent so schnell wie möglich geimpft werden.

Eine Umfrage der Moskauer Hochschule für Wirtschaft ergab, dass nur 13,2 Prozent der Befragten so schnell wie möglich geimpft werden möchten. Weitere 4,6 Prozent wollen noch einige Monate abwarten. Von denjenigen, die ablehnen, geimpft zu werden, beabsichtigt fast ein Viertel der Befragten (24,6 Prozent) dennoch, die Ergebnisse der Massenimpfung zu beobachten. Weitere 25 Prozent sprechen sich prinzipiell gegen alle Impfstoffe aus. Im Vergleich zu einer ähnlichen Umfrage im Juni stieg die Zahl der Corona-Impfgegner um acht Prozentpunkte.

Die Internet-Umfrage wurde vom 5. bis 7. September durchgeführt, daran nahmen 9.000 Menschen im Alter von 18 bis 75 Jahren aus allen Regionen Russlands teil.

Die sinkende Begeisterung für das Impfen kann womöglich auch damit erklärt werden, dass viele Russen COVID-19 nicht als ernsthafte Gefahr ansehen. So glauben 43,4 Prozent der Befragten, dass die Gefahr der Pandemie übertrieben oder von "bestimmten Interessen" gelenkt sei. Bei einer ähnlichen Umfrage im Mai waren erst ein Drittel (32,8 Prozent) der Befragten skeptisch gegenüber der Gefahr des Coronavirus eingestellt. Laut den Umfrageergebnissen leben in Moskau die wenigsten Skeptiker (34,7 Prozent), wobei auch fast jeder dritte Moskauer glaubt, dass die Hauptstadt derzeit den "Beginn der zweiten Welle" erlebt.

Jaroslaw Aschichin, Leiter des Internationalen Medizinclusters, sagte im Gespräch mit der russischen Zeitung RBK, dass Russen COVID-19 jetzt als "weniger gefährliche Bedrohung" betrachten. "Wissenschaftler können den Menschen noch nicht schlüssig erklären, warum es nach der Grenzöffnung keine Coronavirus-Explosion gab", sagte er. "Es gibt auch keine überfüllten Kliniken, daher hat die Skepsis zugenommen."

Am Freitag unterbreitete Sergei Glagolew, ein Berater des russischen Gesundheitsministers, den Vorschlag, die Impfung gegen COVID-19 zu einer Voraussetzung für internationale Reisen zu machen. Letzte Woche haben in der russischen Hauptstadt die Impfungen im Rahmen der Phase-III-Studie des Impfstoffes "Sputnik V" begonnen. Mehrere Politiker in Russland haben sich bereits impfen lassen, darunter auch Verteidigungsminister Sergei Schoigu.

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