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Wirtschaftsministerium: Russlands reales BIP wird sich Mitte 2022 erholen – Rubel bleibt stark

Wirtschaftsministerium: Russlands reales BIP wird sich Mitte 2022 erholen – Rubel bleibt stark
Russlands Wirtschaft wird sich von den Folgen der Corona-Krise erst bis Mitte 2022 wieder erholen. Das prognostizierte das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung des Landes und fügte hinzu, dass die russische Währung relativ stark bleiben wird.

Das russische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung hat seine Prognose für die Jahre 2019 bis 2022 aktualisiert. Darin erklärte die Behörde, dass es keine rasche Erholung der russischen Wirtschaft geben wird. Nach einem fünfprozentigen Einbruch im Jahr 2020 soll sich das reale BIP erst gegen Mitte 2022 erholen.

Das Ministerium prognostiziert ein BIP-Wachstum von 2,8 Prozent im Jahr 2021 und drei Prozent im Jahr 2022.

Der Preis für Urals-Öl bleibt unter dem Basis-Budgetpreis von 42 US-Dollar, an dem der russische Haushalt die Gewinnschwelle verzeichnet. Der Urals-Preis wird in diesem Jahr durchschnittlich 31,1 Dollar pro Barrel betragen und im Jahr 2021 auf 35,4 US-Dollar steigen. Erst im Jahr 2022 soll der Preis wieder die Gewinnschwelle von 42,2 US-Dollar erreichen, wodurch Russland erstmals wieder Gewinne erwirtschaften wird.

Das bedeutet, dass das russische Finanzministerium auf den Nationalen Wohlfahrtsfonds (NWF) des Landes zurückgreifen muss, um die Haushaltsausgaben bis ins Jahr 2023 aufzustocken. Gegenwärtig verfügt der Fonds über rund neun Billionen Rubel (130 Milliarden US-Dollar) an liquiden Mitteln. Angesichts eines für dieses Jahr prognostizierten Fehlbetrags von schätzungsweise drei Billionen Rubel an Haushaltseinnahmen reichen die Mittel des NWF also aus, um die Defizite von mindestens drei weiteren Jahren abzudecken.

Das Wirtschaftsministerium betont in seinem Bericht, dass der Rubel in diesem Zeitraum relativ stark bleiben wird. Vor Beginn des Ölpreisschocks und der Corona-Krise notierte der Rubel im Jahr 2019 bei einem durchschnittlichen Kurs von 64,7 Rubel gegenüber dem US-Dollar, sank aber angesichts der anschließenden Panik auf einen Tiefststand von 80 Rubel. Inzwischen hat die Währung sich wieder erholt und in den ersten Juniwochen wieder einen Wert unter 70 Rubel zu einem US-Dollar erreicht.

Die Realeinkommen werden laut dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2020 um 3,5 Prozent sinken, nachdem sie im Jahr 2019 zum ersten Mal seit sechs Jahren um durchschnittlich 2,9 Prozent gestiegen waren. Das Reallohnwachstum soll sich bereits im nächsten Jahr wieder erholen und in den Jahren 2021 und 2022 um 3,1 Prozent beziehungsweise zwei Prozent steigen.

Gleichzeitig wird die Arbeitslosigkeit von 4,6 Prozent im Jahr 2019 auf einem erhöhten Niveau von 5,7 Prozent in diesem Jahr bleiben, bevor sie in den nächsten zwei Jahren langsam auf 5,4 Prozent und dann auf 4,9 Prozent zurückgeht.

Der Rückgang der Ölpreise wird ebenfalls Druck auf die Zahlungsbilanz Russlands ausüben, die jedoch durchweg positiv bleiben wird. Russland erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Handelsüberschuss von 65 Milliarden US-Dollar, der in diesem Jahr auf nur noch neun Milliarden fallen wird, bevor er sich in den nächsten zwei Jahren sehr langsam auf zehn Milliarden US-Dollar beziehungsweise 27 Milliarden US-Dollar erholt.

Auch die Leistungsbilanz wird sich in diesem Jahr voraussichtlich auf 45 Milliarden US-Dollar halbieren, das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung gab jedoch für diesen Bereich keine Prognose ab. Die Meinungen darüber, was mit der Leistungsbilanz geschehen wird, bleiben unter den Analysten geteilt. Die russische Zentralbank teilte vergangenen Monat mit, dass die Leistungsbilanz in diesem Jahr zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt negativ werden könnte, nachdem die Ölpreise auf rund 25 US-Dollar gefallen waren. Zuvor sagten die Analysten von BCS Global Markets jedoch voraus, dass Russland in diesem Jahr 45 Milliarden US-Dollar verdienen wird, nachdem sich die Ölpreise überraschend schnell erholten.

Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung prognostiziert außerdem, dass die Inflation am Ende des Jahres von drei Prozent im Jahr 2019 auf vier Prozent in diesem Jahr und in den nächsten zwei Jahren auf diesem Niveau verbleiben wird. Dies entspricht den Zielvorgaben der Zentralbank.

Zu den bedrückenderen Prognosen der Behörde gehört die Schätzung, dass die Investitionen von dem mageren Wachstum von 1,7 Prozent im Jahr 2019 in diesem Jahr um zwölf Prozent schrumpfen, sich aber in den Jahren 2021 und 2022 wieder auf 4,9 Prozent beziehungsweise 5,6 Prozent erholen werden.

Das niedrige Investitionsniveau ist das Problem im ansonsten starken makroökonomischen Bild Russlands. Das Investitionsniveau entsprach 20,6 Prozent des BIP im Jahr 2019, für die nächsten Jahre soll es bei 20,1 Prozent im Jahr 2020, 20,7 Prozent im Jahr 2021 und 21,1 Prozent im Jahr 2022 liegen. Wirtschaftsexperten sind der Meinung, dass die Investitionen auf ein Niveau von über 25 Prozent pro Jahr ansteigen müssen, falls Russland aus dem gegenwärtigen Zyklus der Stagnation ausbrechen will.

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