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Russischer Top-Virologe: Zustände in Moskau bald wie in New York

Russischer Top-Virologe: Zustände in Moskau bald wie in New York
Symbolbild: Ein Rettungswagen in Moskau
Die Lage um das Coronavirus hat sich in Russland in den letzten Tagen massiv verschärft. Binnen eines Tages kamen 4.069 neue Corona-Fälle hinzu, die Hälfte davon in Moskau. Ein Top-Virologe befürchtet, dass die Stadt bald traurige Rekorde wie New York verzeichnen wird.

Moskau und New York haben viel gemeinsam. Beide Städte sind die größten Finanzzentren, die bevölkerungsreichsten Städte und die größten Touristenattraktionen in ihren Ländern. Bald könnten die beiden Metropolen noch mehr gemeinsam haben: Moskau könnte zu einem neuen Corona-Krisenherd werden. In den USA macht der US-Staat New York mit 222.284 bestätigten Infektionen etwa ein Drittel aller Fälle im Land aus (Stand: Freitagmorgen). Obwohl es in Russland weniger Infizierte gibt, macht Moskau samt Umgebung mit mehr als 21.000 bestätigten Infektionen mehr als die Hälfte aller Corona-Fälle im Land aus. 

Staus und Warteschlangen in Moskau nach Einführung von Ausgangsscheinen. Auf dem Bild: Polizeikontrolle auf der U-Bahn-Station Sokolniki in Moskau, 15. April 2020

Sergei Netjossow, führender russischer Virologe und Professor an der Staatlichen Universität Nowosibirsk, erklärte gegenüber dem Wissenschaftsportal Reminder, dass die Zukunft Moskaus letztendlich der Gegenwart New Yorks ähneln könnte:

In New York ist das Gedränge auf den Straßen, vor allem in Manhattan, dasselbe wie in Moskau innerhalb des Gartenrings. Die Menschen kommunizieren miteinander sehr aktiv: Die Stadteinwohner sind es gewohnt, zwei- oder dreimal täglich in ein Café oder ein Restaurant zu gehen. Es gibt viele Bedingungen für die Übertragung der Infektion, daher kommt dieser epidemische Amoklauf. Wir werden in Russland das gleiche Bild sehen, vor allem in Moskau. Ich vermute das stark, obwohl ich es nicht möchte.

Netjossow betonte, dass es im Moment am wichtigsten sei, einen starken Anstieg der Fälle zu verhindern und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, wie es in Italien und Spanien der Fall war. Er stellte außerdem fest, dass das Virus neu und wenig erforscht sei, daher änderten sich auch die aktuellen Behandlungsvorschriften:  

Das Virus ist neu. Es wird, grob gesagt, erst seit dreieinhalb Monaten untersucht und es war zunächst nur wenig darüber bekannt. Jetzt erfahren wir immer mehr darüber, daher ändert sich natürlich die Meinung. Zum Beispiel wissen wir jetzt, wie sich das Virus ausbreitet. Man dachte zuerst, dass nur Patienten mit offensichtlichen Symptomen das Virus übertragen. Jetzt ist es klar, dass 80 Prozent der Infizierten asymptomatische Träger sind, die sich nicht krank fühlen und nicht einmal einen Arzt aufsuchen. Diese Infizierten gehen auf die Straße, gehen in Büros und verbreiten die Infektion eine bis drei Wochen lang. Zu sagen, dass es nicht notwendig sei, Massentests durchzuführen, bedeutet einfach, asymptomatische Träger zu ignorieren.

Der besonders stark von der Corona-Pandemie betroffene US-Bundesstaat New York verlängert die relativ strengen Ausgangsbeschränkungen bis zum 15. Mai, sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner Pressekonferenz am Donnerstag. Wie es danach weitergehe, müsse man sehen. Die Beschränkungen sehen unter anderem vor, dass Menschen so viel wie möglich zu Hause bleiben und in der Öffentlichkeit Abstand voneinander halten. Ab Freitag müssen in der Öffentlichkeit an belebten Orten zudem Masken oder eine andere Art von Mundschutz getragen werden. Nicht essentielle Geschäfte müssen geschlossen bleiben.

Auch der Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin verhängte äußerst strenge Ausgangssperren. Den Bürgern bleiben nur noch wenige legitime Ausreden, um das Haus verlassen zu dürfen. Zumindest bis Ende April werden in der Hauptstadt alle nicht essentiellen Einrichtungen geschlossen bleiben. Alle, die mit privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, müssen Ausgangsscheine vorlegen. Die Vize-Bürgermeisterin von Moskau Anastassia Rakowa sagte diese Woche, dass der größte Anstieg der Corona-Fälle in der Hauptstadt in den nächsten zwei bis drei Wochen erreicht werde.

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