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Corona-Krise in Russland: Produktionsstopp trifft deutsche Firmen hart

Corona-Krise in Russland: Produktionsstopp trifft deutsche Firmen hart
Desinfektionsmaßnahmen in einem Werk in Sankt Petersburg am 15. April 2020.
Laut einer Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) sind die deutschen Unternehmen mit dem Krisenmanagement der russischen Regierung zufrieden, nicht aber mit den Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft. Viele mussten ihren Betrieb bereits einstellen.

Die deutsche Wirtschaft in Russland erleidet wegen der Corona-Krise Verluste in dreistelliger Euro-Millionenhöhe, ist mit dem Krisenmanagement von Präsident Wladimir Putin insgesamt zufrieden, nicht aber mit den Stützungsmaßnahmen des Kreml für die russische Wirtschaft. Das geht aus einer Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer unter ihren mehr als 900 Mitgliedsunternehmen hervor. Die Anti-Corona-Maßnahmen Russlands haben bei zwei Drittel der Firmen zum teilweisen (48 Prozent) oder vollständigen Produktionsstopp (18 Prozent) geführt. Das große Volkswagen-Werk in Kaluga beispielsweise, eines der deutschen Leuchtturmprojekte in Russland, steht seit dem 30. März still.

Der durchschnittliche finanzielle Schaden, der für die 149 Umfrageteilnehmer durch das Coronavirus entstanden ist, beläuft sich auf rund 163 Millionen Euro. "Hochgerechnet auf die über 4.200 in Russland tätigen deutschen Unternehmen sind bereits jetzt Verluste im hohen dreistelligen Euro-Millionenbereich zu verzeichnen", erklärte AHK-Vorstandschef Matthias Schepp.

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Corona-Krise in Russland: Produktionsstopp trifft deutsche Firmen hart

Trotz dieser Einbußen hält eine klare Mehrheit der deutschen Firmen die Quarantänemaßnahmen sowohl in Deutschland als auch in Russland für angemessen.

Präsident Putin hat wegen des Virus die Landesgrenzen geschlossen und den gesamten April zum arbeitsfreien Monat erklärt, zahlreiche Unternehmen mussten ihren Betrieb einstellen. 68 Prozent vertrauen dem Krisenmanagement der russischen Regierung. 85 Prozent der Firmen allerdings halten die Maßnahmen zur Stützung der russischen Wirtschaft für unzureichend. 68 Prozent wünschen sich eine Vereinfachung des Steuerrechts in Bezug auf Abgabefristen von Steuererklärungen und Haftungsregelungen, 58 Prozent hoffen auf mehr Subventionen und Kredite insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), 41 Prozent wollen eine Aufhebung der Einreisebeschränkungen für hochqualifizierte Ausländer. Weitere Vorschläge sind u. a. Steuerentlastungen, Senkung von Sozialabgaben oder Kompensationen für Gehaltszahlungen.

Corona-Krise in Russland: Produktionsstopp trifft deutsche Firmen hart
Viele Betriebe dürften ab Montag ihre Arbeit nach einem coronabedingten Produktionsstopp wieder aufnehmen – unter Einhaltung der epidimiologischen Sicherheitsmaßnahmen. Auf dem Bild: Ein Reparaturwerk in Sankt Petersburg am 14. April 2020.

Sieben Prozent der befragten Firmen haben bereits Coronavirus-Erkrankte. 59 Prozent der Top-Manager halten das Virus für "sehr gefährlich", 41 Prozent für "nicht gefährlicher als eine Grippe". Kammerchef Matthias Schepp sagte:

Die Regierungen stehen vor der schwierigen Herausforderung, dafür zu sorgen, dass die Folgen der Anti-Corona-Maßnahmen nicht schlimmer sind als das Virus selbst. Sie müssen die Wirtschaft stützen, den sozialen Zusammenhalt gewährleisten und Exit-Strategien entwickeln, um einer tiefen und langen Wirtschaftskrise mit Pleitewellen und Massenarbeitslosigkeit entgegenzuwirken.

Bislang hat die russische Regierung Subventionen in Höhe von zwei Billionen Rubel (umgerechnet 24 Milliarden Euro) der russischen Wirtschaft zur Verfügung gestellt. Die Maßnahmen umfassen Steuererleichterungen, unverzinste Kredite für Gehaltszahlungen, Umschuldungen, Senkung der Versicherungsbeiträge, Stundungen bei Miete usw. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sicherte auch weitere Maßnahmen zu. Sie sollten zuerst regierungsintern diskutiert und dann schrittweise beschlossen werden.

Hilfe auf einmal auszuschütten ist nicht sinnvoll", sagte er in einem Interview.

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(RT/AHK-Russland)

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