icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Warum Russland die Krise verhältnismäßig gut überstehen wird

Warum Russland die Krise verhältnismäßig gut überstehen wird
Der Weltwirtschaft geht die Puste aus. Das Coronavirus setzt dem Niedergang der großen Volkswirtschaften die Krone auf. Dennoch sind nicht alle Ökonomien gleichermaßen betroffen. Es gibt Zahlen, die belegen, dass Russland die Krise ohne größere Probleme meistern wird.

Während die Weltwirtschaft immer tiefer in die Krise taumelt und Aktiengesellschaften Mitte März sozusagen über Nacht kurzzeitig rund ein Drittel ihres Kapitals einbüßten, richten sich die Augen zunehmend auf die Leistung einzelner Volkswirtschaften. Die Milliarden-Dollar-Frage ist, wie die Nationalökonomien aus der Krise hervorgehen werden.

Zur Beantwortung dieser Frage könnten mehrere Parameter herangezogen werden. Zwei wichtige Einzelparameter sind der Leitzins und die Staatsschuldenquote. Wie bereits berichtet, sieht es beim Leitzins in den meisten Ländern westlicher Finanzarchitekur sehr düster aus. Die Zentralbanken von Japan über die Europäische Union bis hin zu den Vereinigten Staaten von Amerika haben mit ihrer Nullzinspolitik ihr Pulver verschossen. Die US-amerikanische Zentralbank versucht derweil, mit einem exzessiven "Quantitative Easing" Herr der Lage zu werden. Dies bedeutet nichts anderes, als dass man Dollars wie weiland unter das Volk jubelt. Zwei Billionen US-Dollar wurden der US-amerikanischen Nationalökonomie zur Verfügung gestellt. Und siehe da, der US-Aktienindex Dow Jones bewegt sich im Eiltempo wieder nach oben – und das in Zeiten der größten humanitären Krise in Friedenszeiten seit der Spanischen Grippe. Die Zugewinne beim Dow Jones sind ein klarer Indikator dafür, dass das Geld ganz sicher nicht dort ankommen wird, wo es am dringendsten benötigt wird: in der Realwirtschaft.

Die Europäische Union hat sich entschieden, denselben Weg einzuschlagen, und stellte den Mitgliedstaaten kurzerhand 500 Milliarden Euro zur Verfügung. Auch hier derselbe Effekt: Die Börsenkurse steigen wieder, und das Geld wird an den Menschen, für die es gedacht war, vorbeigehen.

In den USA liegen der Leitzins und die Mindestreserve bei null Prozent. Die EU schreibt ihren Banken eine Mindestreserve von nur einem Prozent vor und glänzt durch einen Minuszins von 0,5 Prozent bei Spareinlagen. Die EU ist also bereits dermaßen bankrott, dass sie ihren Bürgern das Geld über die Ersparnisse aus den Taschen ziehen muss.

Hinsichtlich der Staatsschuldenquote wird der finanzielle Abgrund, vor dem die USA, die Mitgliedstaaten der EU und viele weitere Länder stehen, überdeutlich. Diese Kennzahl stellt den prozentualen Anteil aller Verbindlichkeiten eines Staates an dessen Nationaleinkommen (Bruttoinlandsprodukt, BIP) dar. Wobei die absolute Größe des BIP vollkommen irrelevant ist, wie sich gleich zeigen wird.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben eine Schuldenquote von rund 111 Prozent, die EU liegt bei knapp über 80 Prozent. China ist zu 57 Prozent verschuldet, Japan zu 237 Prozent und Deutschland zu rund 52 Prozent. Es handelt sich bei den hier aufgelisteten Staaten um die fünf größten Volkswirtschaften der Welt. In dieser Reihenfolge. Mit anderen Worten, die volkswirtschaftlichen Schwergewichte drohen unter ihrer Schuldenlast zusammenzubrechen. Zum besseren Verständnis: Japan müsste sämtliche Einkünfte aus rund zweieinhalb Jahren aufbringen, um seine Schulden zu begleichen. Ohne neue Schulden zu machen und ohne den Eigenerhalt zu finanzieren, wohlgemerkt. Die USA müssten dasselbe für mehr als ein Jahr tun, und die EU wirtschaftet momentan ausschließlich, um die angefallenen Zinsen zu bezahlen. Für Deutschland und China sieht es nicht viel besser aus.

Umso mehr lohnt sich der Blick nach Russland, der zwölftgrößten Nationalökonomie der Welt. Hier liegt der Leitzins der Zentralbank aktuell bei sechs Prozent. Die für Geschäftsbanken gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserve liegt bei rund zwölf Prozent. Diese Zahlen weisen auf eine gesunde und stabile Volkswirtschaft hin. Es gilt die Daumenregel, dass sich der Leitzins und die Mindestreserve einer Nation als absolute Zahlen ungefähr summieren und den Prozentsatz an der gesamten Geldmenge des Landes darstellen. Dies bedeutet, dass die Russische Zentralbank rund 15 Prozent der gesamten Geldmenge im Land zurückhält und somit über einen erheblichen Spielraum für die Umsetzung finanz- und wirtschaftpolitischer Maßnahmen verfügt. Setzt man diese Zahl mit der großen Null in den USA und der EU ins Verhältnis, so ist der Faktor zugunsten Russlands unendlich größer.

(Symbolbild). Wohin steuert die Weltwirtschaft?

Bleibt noch der Blick auf die Staatsschuldenquote der Russischen Föderation: Diese liegt bei rund 20 Prozent. Russland belegt mit diesem Wert unter 185 statistisch erfassten Volkswirtschaften Rang 176 und ist somit eines der am wenigsten verschuldeten Länder der Welt.

Das Nationaleinkommen spielt in diesem Kontext keine Rolle. Es bildet immer die sozioökonomische, demographische und politische Bedarfs- und Angebotslage einer Nation ab und sagt somit nichts über die Stabilität einer Nation aus. Die Schuldenquote aber durchaus, denn es geht ausschließlich darum, zu ermitteln, wie stabil eine Volkswirtschaft unabhängig von ihrer Größe ist. Hier ein sehr vereinfachtes Beispiel:

  • John Doe hat ein Jahreseinkommen von 206.000 Dollar und rund 229.000 Dollar Schulden, die er begleichen muss.
  • Jean-Claude Juhnke erhält pro Jahr 190.000 Dollar und hat 152.000 Dollar Schulden gemacht.
  • Zhong Wang hat 135.000 Dollar pro Jahr zur Verfügung und Verbindlichkeiten in Höhe von rund 79.000 Dollar.
  • Akiko Suzuki erwirtschaftet 48.000 Dollar pro Jahr und hat einen Schuldenberg von mehr als 111.000 Dollar angehäuft, hinter dem eine ganze Reihe von Gläubigern steht.
  • Max Mustermann verdient 40.000 Dollar pro Jahr und steht mit 20.800 Dollar in der Kreide.
  • Iwan Smirnow bringt pro Jahr 17.000 Dollar nach Hause und muss 3.400 Dollar abbezahlen.
Warum Russland die Krise verhältnismäßig gut überstehen wird
Prozentualer Anteil der Staatsschulden am Bruttoinlandsprodukt einzelner Länder

Schuldenfreiheit und wirtschaftliche Handlungsfreiheit sind antiproportional miteinander verknüpft. Je mehr offene Verbindlichkeiten ein Land hat, umso geringer sind die wirtschaftlichen und politischen Spielräume dieser Nation. Gläubiger geben immer die Richtung an, in die die Reise geht. Das weiß jeder, der schon einmal einen Privatkredit aufgenommen hat. Insofern kann sich die russische Wirtschaft recht entspannt auf die eigene Entwicklung konzentrieren, ohne auf äußere Zwänge groß Rücksicht nehmen zu müssen. Addiert man die absoluten Zahlen aus Mindestreserve und Leitzins und stellt diese den Staatsschulden gegenüber, so wird klar, dass Russland als einzige Nation nicht über ihre Verhältnisse lebt. Das Land wird, falls es hart auf hart kommt, seine Schulden aus dem Hüfthalter heraus begleichen können. Ein paar Prozent mehr oder weniger übernimmt die Portokasse.

Mehr zum ThemaRussische Regierung veröffentlicht Liste der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Sektoren

Diese finanzielle Stabilität Russlands ist das Resultat einer umsichtigen, langfristig ausgelegten Planung. Die Zentralbank hat mit dem aktuellen Leitzinssatz einen weit gesteckten Rahmen im operativen Geschäft, und die Geschäftsbanken sind mit ausreichend Rücklagen ausgestattet. Diese Stabilität sorgt für Zuversicht unter den Investoren, die ihre Gelder vorzugsweise in stabilen Verhältnissen unterbringen. Dies stärkt die Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze. Denn anders als in den fast ausschließlich finanzmarktbasierten Ökonomien der USA und der EU kommt das Geld in Russland tatsächlich dort an, wo es hingehört: in der Realwirtschaft.

Folge uns aufRT
RT
Trends: # Corona-Pandemie
Kriegstrauma loslassen lernen

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen