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Vorwahlen der US-Demokraten: Biden in drei weiteren Staaten klar vorn – Sanders verliert Anschluss

Vorwahlen der US-Demokraten: Biden in drei weiteren Staaten klar vorn – Sanders verliert Anschluss
Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten, Ex-Vizepräsident Joe Biden (l.) und Senator Bernie Sanders, begrüßen einander am 15.03.2020 vor der 11. Debatte der demokratischen Kandidaten mit einem Ellbogenstoß anstelle eines Händeschüttelns. Wegen COVID-19 ist auch das CNN-Studio ohne Publikum.
Für Bernie Sanders wird es im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur immer enger: Wieder räumte Ex-US-Vizepräsident Joe Biden bei den Vorwahlen der Demokraten ab. Er gewann drei weitere Staaten für sich. Seine erneute Siegesserie steht im Schatten der Corona-Krise.

Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden hat seine Führung im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten Prognosen zufolge weiter ausgebaut. Sein linker Konkurrent Bernie Sanders konnte bei wichtigen Vorwahlen in den Bundesstaaten Florida, Illinois und Arizona am Dienstag keinen Sieg verbuchen, wie US-Fernsehsender übereinstimmend berichteten. In Florida fiel Bidens Vorsprung besonders groß aus: Den Prognosen zufolge konnte sich Biden rund 60 Prozent der Stimmen sichern, Sanders nur rund 20 Prozent. Beide bewerben sich um die Kandidatur der Demokraten, um im November Amtsinhaber Donald Trump herauszufordern.

Wie steht das Rennen insgesamt?

Abgestimmt wurde bereits in 27 Bundesstaaten – 19 davon konnte Biden für sich gewinnen. Im Laufe der vergangenen Wochen gewann der 77-Jährige zahlreiche Vorwahlen und ließ Sanders zusehends hinter sich. Für den 78-jährigen Senator wird das Rennen immer enger.

Slavoj Žižek: Brutaler ideologischer Bürgerkrieg in den USA im Wandel zum Vier-Parteien-Staat
(Symbolbild: Joe Biden und Bernie Sanders bei der CNN Democratic Presidential Debate in Les Moines, Iowa. Der Konflikt in der Demokratischen Partei ist nach Slavoj Zizek ein Vorbote möglicher Veränderung)

Gibt Sanders nun auf?

Rechnerisch mag es für Sanders noch möglich sein, Bidens Vorsprung aufzuholen. Faktisch wird es immer schwieriger. Es ist dennoch fraglich, ob Sanders Biden das Feld bereits Monate vor dem eigentlichen Ende der Vorwahlen überlassen wird – zumal sich die Vorzeichen im Wahlkampf mit der Ausbreitung des Corona-Virus verändern. In der Krise dürfte das Thema Gesundheitsversorgung erheblich an Bedeutung gewinnen. Eines von Sanders wichtigsten Versprechen ist es, als Präsident eine Krankenversicherung für alle einzuführen. Am Dienstagabend stellte Sanders noch seine Pläne vor, der Corona-Krise zu begegnen. US-Medien erwarteten, dass er sich erst am Mittwoch zum Ausgang der Vorwahlen äußern würde.

Sieht sich Biden schon als Sieger des Rennens?

Der 77-Jährige trat am Wahlabend betont zurückhaltend vor die Kamera, gab sich bescheiden und kollegial. Er dankte allen, die es trotz der Ausbreitung des Corona-Virus möglich gemacht hatten, dass in drei Bundesstaaten die Wahlen stattfinden konnten. Biden sagte:

Es ist für uns wichtig, diese Krise zu überstehen und dabei sowohl die Gesundheit der Bevölkerung als auch unsere Demokratie zu schützen.

Auf sein prognostiziertes Abschneiden hin sagte er lediglich: "Unsere Wahlkampagne hat einen sehr guten Abend gehabt."

Biden appellierte auch an die Unterstützer seines Rivalen Sanders. Er und der Senator hätten gewisse Differenzen, teilten jedoch eine "gemeinsame Vision", behauptete Biden. "Mein Ziel ist es, die Partei zu einen", versprach Biden. Er habe die Anliegen von Sanders Anhängern wie das Streben nach einer besseren Gesundheitsversorgung für alle Amerikaner und den Kampf gegen den Klimawandel gehört und nehme sich diese zu Herzen, versprach Biden.

Hat die Ausbreitung des Corona-Virus den Wahltag beeinträchtigt?

Ja. Eigentlich hätte auch in Ohio eine Vorwahl stattfinden sollen – wegen des Infektionsrisikos ordnete die Gesundheitsbehörde jedoch in letzter Minute an, die Wahllokale dort geschlossen zu halten. US-Medien berichteten zudem über vereinzelte Probleme wegen fehlender Wahlhelfer in Florida. In Illinois blieben einige Wahllokale etwas länger geöffnet. Die Tragweite der Krise manifestierte sich auch, als Biden am Dienstagabend (Ortszeit) vor die Kamera trat: Zu Hause, ohne jubelnde Anhänger, hinter ihm lediglich zwei amerikanische Flaggen.

Warum waren die Vorwahlen der Demokraten am Dienstag wichtig?

In Florida, Arizona und Illinois geht es um die Stimmen von 441 Delegierten für den Nominierungsparteitag, bei dem im Sommer der Präsidentschaftskandidat gekürt werden wird. Allein 219 Delegiertenstimmen werden in Florida vergeben, 155 in Illinois, 67 in Arizona. Für die Nominierung braucht ein Kandidat mindestens 1991 von 3979 regulären Delegierten, um sich die Nominierung zu sichern. Mit den Ergebnissen der Vorwahlen vom Dienstag werden fast 60 Prozent aller Delegiertenstimmen bereits vergeben sein.

Wie steht das Rennen bei den Republikanern?

Es ist entschieden: Trump hat sich mit den Wahlen am Dienstag die Zahl der Delegiertenstimmen gesichert, die bei den Republikanern für eine Nominierung nötig sind. Parteiintern hat der US-Präsident aber ohnehin keine ernstzunehmende Konkurrenz, weshalb die Republikaner nicht in allen Staaten Vorwahlen abhalten.

Wie geht es bei den Vorwahlen jetzt weiter?

Eigentlich ziehen sie sich noch bis in den Juni hin. Im Sommer sind dann die Nominierungsparteitage geplant. Dem bisherigen Zeitplan zufolge wollen die Demokraten im Juli tagen, die Republikaner im August. Die Corona-Krise scheint derzeit aber vor keinem Termin Halt zu machen. Einige Bundesstaaten – Louisiana, Georgia, Kentucky und Maryland – haben ihre Vorwahlen wegen der Ausbreitung des Virus bereits verschoben. Weitere könnten folgen.

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(dpa/rt)

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