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Boeing-Mitarbeiter über 737 MAX 8: "Von Clowns entworfen, die von Affen beaufsichtigt werden"

Boeing-Mitarbeiter über 737 MAX 8: "Von Clowns entworfen, die von Affen beaufsichtigt werden"
Müssen am Boden bleiben: Boeing-737-MAX-8-Flugzeuge der Southwest Airlines am 26. März 2019 auf dem Flughafen Victorville in Victorville, Kalifornien, USA
Die Boeing 737 MAX 8 wurde im März 2019 nach zwei tödlichen Abstürzen, bei denen 346 Menschen starben, mit einem vorläufigen Flugverbot belegt. Die Veröffentlichung mehrerer interner Nachrichten wirft ein erschreckendes Licht auf die Boeing-Unternehmenskultur.

Boeing veröffentlichte den internen Schriftverkehr im Rahmen der Verpflichtung zur Transparenz. Die Federal Aviation Administration (FAA) und der US-Kongress erhielten im vergangenen Monat unzensierte Versionen der Mitteilungen. "Diese Mitteilungen spiegeln nicht das Unternehmen wider, das wir sind und sein müssen, und sie sind völlig inakzeptabel", erklärte Boeing. So schrieb ein unbekannter Mitarbeiter im April 2017 in einem Sofortnachrichtenaustausch:

Dieses Flugzeug wird von Clowns entworfen, die wiederum von Affen beaufsichtigt werden.

Die Dokumente, die von der Washington Post veröffentlicht wurden, scheinen zu belegen, dass Boeing die Ausbildung von Piloten an Simulatoren ablehnte, weil sie zu höheren Kosten für die Kunden geführt und die Flugzeuge weniger attraktiv gemacht hätte.

(Archivbild). Dennis Muilenburg während einer Pressekonferenz auf der Jahreshauptversammlung der Aktionäre in Chicago, Illinois, USA, am 29. April 2019.

"Ich möchte betonen, wie wichtig es ist, festzuhalten, dass es keine Art von Simulatortraining für den Übergang von NG zu MAX geben wird", sagte der damalige technische Chefpilot von Boeing, Mark Forkner, in einer E-Mail vom März 2017. "Boeing wird das nicht zulassen. Wir werden mit jedem Regulierer, der versucht, dies zu einer Bedingung zu machen, von Angesicht zu Angesicht sprechen."

Am Dienstag dieser Woche änderte Boeing dann seinen Standpunkt und empfahl ein 737-MAX-Simulatortraining für alle Piloten. Diese veröffentlichten Nachrichten erwecken den Eindruck, dass bei Boeing gelogen und getäuscht wurde. Schon Informanten, die bei den Anhörungen des US-Kongresses aussagten, sprachen von einem Unternehmen, das vom Weg abgekommen ist und sich auf die Maximierung der Produktion und die Senkung der Kosten statt auf die Sicherheit konzentriert.

E-Mails des technischen Chefpiloten des Unternehmens zeigen, wie entschlossen das Unternehmen war, den Schulungsbedarf für Piloten, die an die vorherige Generation der 737 MAX gewöhnt waren, auf ein Minimum zu beschränken und zu verhindern, dass sie zusätzliche Zeit in einem Flugsimulator verbringen müssen. Die Protokolle einer Besprechung zeigen sogar, wie vorsichtig Boeing bei der Kommunikation über MCAS vorging, das bei beiden Abstürzen involvierte Flugkontrollsystem. Es wurde offenbar versucht, die Tatsache unter Verschluss zu halten, dass es sich um ein neues System handelte, um den Bedarf an zusätzlichem Training zu minimieren.

Die Dokumente scheinen auch Probleme mit den diskutierten Simulatoren aufzuzeigen. Im Februar 2018 fragte ein Mitarbeiter von Boeing einen Kollegen: "Würdest du deine Familie in ein Flugzeug mit MAX-Simulatortraining setzen? Ich würde es nicht tun." In anderen E-Mails und Instant Messages sprachen Mitarbeiter über ihre Frustration mit der Unternehmenskultur und beklagten sich über den Drang, die billigsten Lieferanten zu finden, sowie über "unmögliche Zeitpläne".

"Ich weiß nicht, wie man diese Dinge in Ordnung bringt. (...) Es ist systemisch. Es ist Kultur. Es ist die Tatsache, dass wir ein leitendes Führungsteam haben, das sehr wenig über das Geschäft versteht und uns dennoch zu bestimmten Zielen treibt", schreibt ein Mitarbeiter in einer E-Mail vom Juni 2018. Und in einer Nachricht vom Mai 2018 sagte ein namenloser Boeing-Mitarbeiter: "Gott hat mir immer noch nicht vergeben, was ich letztes Jahr gedeckt habe." Ohne zu erwähnen, was gedeckt wurde, fügte der Angestellte hinzu: "Ich kann es nicht noch einmal tun, die Himmelspforten werden geschlossen sein."

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