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Pentagon zeigt sich alarmiert: Fast 50 Prozent der US-Soldaten betrachten Russland als Verbündeten

Pentagon zeigt sich alarmiert: Fast 50 Prozent der US-Soldaten betrachten Russland als Verbündeten
Mögen sich vielleicht lieber, als ihrer Führung lieb ist: Ein US-amerikanischer und ein russischer Soldat im Gespräch (Archivbild, Gajevi, Bosnien, 23. Januar 1997)
Laut einer Umfrage des Reagan Institute betrachten fast die Hälfte aller US-amerikanischen Militärhaushalte Russland eher als Verbündeten denn als Bedrohung. Eine Pentagon-Sprecherin führt dieses Phänomen auf "russische Desinformation" zurück.

Einmal im Jahr befragt das Reagan Institute mit dem "National Defense Survey" die US-Amerikaner zu ihrer Einstellung zu Krieg und Frieden und anderen politischen Themen. Für das US-Verteidigungsministerium sticht vor allem ein Aspekt aus den jüngst veröffentlichten Ergebnissen der Ende Oktober durchgeführten Umfrage hervor: Das Verhältnis der US-Soldaten und ihrer Familienangehörigen zu Russland.  

Demnach sehen 46 Prozent der Soldatenfamilien in Russland einen "Verbündeten", während 53 Prozent Russland als Feind betrachten. In der Gesamtbevölkerung betrachten hingegen nur 28 Prozent Moskau als Verbündeten, bei Familien ohne Militärangehörige liegt der Wert bei 25 Prozent. China hat Russland nun in der Rubrik "größte Bedrohung" von Platz 1 verdrängt und wird von 28 Prozent der Befragten als solche genannt (Russland: 25 Prozent).

Pentagon zeigt sich alarmiert: Fast 50 Prozent der US-Soldaten betrachten Russland als Verbündeten
Auszug aus der "National Defense Survey".

Unter Republikanern herrscht ein etwas positiveres Bild von Russland als unter Demokraten. 29 Prozent der Anhänger der "Grand Old Party" betrachten Moskau als Verbündeten, während unter den Demokraten nur 23 Prozent dieser Ansicht sind.

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Traditionell wählen Militärangehörige eher konservativ, also republikanisch, was auch eine Erklärung dafür ist, warum fast die Hälfte der Soldaten und deren Familien in Russland einen Verbündeten sehen. Eine andere Erklärung lieferte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums, wo man über das positive Russlandbild innerhalb der Truppen offenbar besorgt ist.

Es gibt Bemühungen seitens Russlands, die Medien mit Desinformationen zu überschwemmen, um Zweifel und Verwirrung zu säen", sagte Oberstleutnant Carla Gleason gegenüber Voice of America.

Die Russen täten dies, so Gleason, "durch falsche Narrative, die konzipiert wurden, um unzulässige sympathisierende Ansichten hervorzurufen." 

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Doch wie gelangen die "falschen Narrative" in die Köpfe der Soldaten? Dafür hat Jorge Benitez, Militäranalyst und Mitarbeiter der stramm antirussisch ausgerichteten Denkfabrik Atlantic Council eine Erklärung parat: Sie würden den Truppen durch vom Kreml geführte Hacker, prorussische Medien und "Präsident [Donald] Trumps positive Aussagen über Russland" verabreicht. "Das ist gefährlich", sagte Benitez gegenüber Voice of America. Laut Gleason arbeitet das US-Militär "aktiv daran, russische Desinformationen aufzudecken und zu bekämpfen". Nähere Details dazu nannte sie nicht.

Vergangenes Wochenende hatte US-Verteidigungsminister Mark Esper erklärt, dass das US-Militär seinen Fokus trotz der volatilen Lage im Nahen Osten nun auf Russland und China richten will. Das vergleichsweise positive Russlandbild innerhalb der Truppen ist dieser Neufokussierung nicht gerade förderlich. Alarmierend für das Pentagon sind die vom Reagan Institute zutage geförderte Zahlen auch aus einem anderen Grund: Keine andere staatliche Institution genießt in der Bevölkerung ein solches Vertrauen wie das Militär, das 86 Prozent als vertrauenswürdig betrachten (Zum Vergleich: Oberster Gerichtshof 62 Prozent, Kongress 33 Prozent). Von daher besteht die Gefahr, dass die innerhalb der Streitkräfte grassierenden russlandfreundlichen Ansichten auf andere Bevölkerungsgruppen "überspringen" könnten.    

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