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"Verlangen die Wahrheit!" Präsidentschaftskandidatin Gabbard fordert Offenlegung aller 9/11-Akten

"Verlangen die Wahrheit!" Präsidentschaftskandidatin Gabbard fordert Offenlegung aller 9/11-Akten
Tulsi Gabbard während der Präsidentschaftsdebatte der US-Demokraten (Detroit, 31. Juli 2019).
War Saudi-Arabien in die Terroranschläge vom 11. September 2001 verwickelt? FBI-Dokumente deuten darauf hin. Doch die US-Regierung mauert, während Hinterbliebene der Opfer Rechenschaft fordern. Unterstützung erhalten sie von der Präsidentschaftskandidatin Gabbard.

Die demokratische Kongressabgeordnete und Präsidentschaftskandidatin Tulsi Gabbard fordert die Freigabe sämtlicher Akten zu den al-Qaida angelasteten Terroranschlägen vom 11. September 2001 ("9/11") in den USA, bei denen fast 3.000 Menschen getötet wurden.

In ihrem auf YouTube veröffentlichten Statement macht die Präsidentschaftskandidatin insbesondere auf die mögliche Verwicklung Saudi-Arabiens aufmerksam:

Es sind fast 20 Jahre seit den von al-Qaida verübten 9/11-Anschlägen vergangen, und die amerikanische Bevölkerung hat noch immer keinen Zugang zur Wahrheit über Saudi-Arabien und darüber, wer al-Qaida geholfen hat, diese tödliche Attacke durchzuführen.

Es sei "absolut inakzeptabel", dass "die Untersuchung unserer Regierung in die Verwicklung Saudi-Arabiens" gegenüber den Angehörigen von 9/11-Opfern und dem amerikanischen Volk abgeschirmt werde, so die 38-Jährige.

Schon seit Jahren versuchen Angehörige von Todesopfern sowie bei den Anschlägen verletzte Personen Riad in den USA vor Gericht zu bringen. Sie werfen Saudi-Arabien vor, an der Terrorattacke beteiligte al-Qaida-Mitglieder finanziert und anderweitig unterstützt zu haben. Von den 19 offiziell verantwortlich gemachten Attentätern stammen 15 aus dem Königreich.

"Von geringer praktischer Bedeutung" – 9/11-Untersuchungsbericht verschweigt saudische Finanzierung

Im Zentrum des Skandals um die saudische Verwicklung steht ein Mann namens Omar al-Bayoumi, der vom FBI bereits zuvor als saudischer Agent identifiziert worden war. Er soll "Zugang zu unbegrenzter Finanzierung aus Saudi-Arabien" gehabt haben, heißt es im 9/11-Abschlussbericht des US-Kongresses.

Allein 400.000 US-Dollar stellte al-Bayoumi demnach für den Kauf einer Moschee in San Diego zur Verfügung, die von muslimischen Extremisten frequentiert wurde. In der kalifornischen Stadt verschaffte der mutmaßliche Agent zudem Nawaf al-Hazmi und Khalid al-Mihdhar eine Wohnung, hinterlegte die Kaution und bezahlte fortan deren Miete, wie aus FBI-Dokumenten hervorgeht. 

Die beiden Saudis waren im Januar 2000 als erste der 19 mutmaßlichen Täter in die USA eingereist – ungehindert, obwohl sie von US-Geheimdiensten bereits zuvor als al-Qaida-Mitglieder identifiziert worden waren. Al-Bayoumi hatte ihnen "erhebliche Unterstützung" zukommen lassen, heißt es in dem Kongressbericht.

Al-Hazmi und al-Mihdhar gelten als führende Köpfe unter den 9/11-Terroristen. Gleich gegenüber von ihnen wohnte Osama Bassnan, den US-Ermittler als "engen Gefährten" al-Bayoumis mit "vielfältigen" Kontakten zur saudischen Regierung beschrieben. Laut dem Kongressbericht handelte es sich bei Bassnan um einen Unterstützer des damaligen al-Qaida-Chefs Osama bin Laden mit Verbindungen zu den 9/11-Tätern.

Die beiden mutmaßlichen Agenten Bassnan und al-Bayoumi erhielten – vermittelt über ihre Ehefrauen – Geldzahlungen in Höhe von mehreren zehntausend US-Dollar vom damaligen saudischen US-Botschafter Prinz Bandar ibn Sultan, der später den saudischen Geheimdienst leitete. Ob die Gelder zur Finanzierung der Anschläge verwendet wurden, lässt sich nicht beweisen. Das FBI stellte jedoch fest, dass die Ehefrau von Bassnan keine Pflegedienste anbot, für die die Zahlungen offiziell erfolgt waren.

Prinz Bandar ibn Sultan war seinerseits ein enger Freund des US-Präsidenten George W. Bush, was ihm gar den Spitznamen "Bandar Bush" eintrug. Über den saudischen Botschafter heißt es auf Wikipedia, dass dieser "praktisch selbst US-Regierungsmitglied" war.

18 Jahre nach 9/11: New Yorker Feuerwehrbeauftragte fordern neue Ermittlung

Über die Verbindung des Freundes des US-Präsidenten zu den mutmaßlichen 9/11-Terroristen verliert der Abschlussbericht der offiziellen Untersuchungskommission kein Wort. Darin heißt es, es seien keine Beweise für eine Finanzierung der al-Qaida-Mitglieder in den USA durch Bedienstete einer ausländischen Regierung gefunden worden. Die Kommission hat demnach nicht feststellen können, woher die Gelder für die 9/11-Operation stammten, diese Frage sei aber ohnehin nur von "geringer praktischer Bedeutung", heißt es in ihrem Bericht.

Gabbard wegen Anti-Kriegseinstellung unter Beschuss

Tulsi Gabbard gehört dem Militär an und ist eine der ersten Frauen im US-Kongress, die sich im Kampfeinsatz befunden haben. Gegenwärtig bewirbt sich die Demokratin um die Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2020.

Seit Jahren kritisiert sie vehement die Unterstützung der USA für islamistische Terrorgruppen in Syrien und spricht sich grundsätzlich gegen Regime Change-Kriege aus.

Damit handelte sie sich in gewissen US-Medien den Vorwurf ein, eine russische Agentin zu sein. Befeuert wurde diese haltlose Verschwörungstheorie von der US-Sicherheitsfirma New Knowledge, deren Geschäftsmodell auf Angstmache vor der angeblichen russischen Bedrohung basiert. Vor knapp einem Jahr war herausgekommen, dass die Firma in einer Operation unter falscher Flagge die Senatswahlen in Alabama im Dezember 2017 manipuliert hatte, indem sie auf Twitter über 1.000 Fake-Konten vermeintlicher russischer Bots einrichtete, um eine Einmischung Moskaus bei den Wahlen behaupten zu können.

Auch Hillary Clinton verbreitete vor wenigen Wochen die Behauptung, Gabbard sei die "Favoritin der Russen". Die Kongressabgeordnete wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete Clinton als "Königin der Kriegstreiber".

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