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USA wollen Atomreaktoren auf Mars und Mond aufstellen

USA wollen Atomreaktoren auf Mars und Mond aufstellen
(Symbolbild).
Obwohl die Atomindustrie in den Vereinigten Staaten nicht sonderlich beliebt ist, will das Land Atomreaktoren auf den Mars und den Mond bringen. Damit sollen in naher Zukunft bemannte Forschungsstationen mit Strom versorgt werden.

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Die Atomindustrie in den Vereinigten Staaten kämpft um ihr Überleben. Sie kämpft gegen öffentliches und politisches Misstrauen, hohe Kosten für die Aufbewahrung nuklearer Abfälle und einen Markt, der von billigem Erdgas überschwemmt wird. Dennoch hat das Land große Pläne für Atomkraft außerhalb der Landesgrenzen – weit weg von zu Hause.

In wenigen Jahren wollen die USA Atomreaktoren zum Mond und zum Mars entsenden. Laut Teammitgliedern des Projekts Kilopower, einem Kooperationsprojekt der NASA und des US-Energieministeriums, ist die Kernenergie nur wenige Jahre von ihrem Weg ins Weltraumzeitalter entfernt.

Das Kilopower-Projekt ist ein kurzfristiger Technologieaufwand, um vorläufige Konzepte und Technologien zu entwickeln, die für ein erschwingliches Kernkraftsystem auf Grundlage von Atomspaltung verwendet werden könnten, um längere Aufenthalte auf Planetenoberflächen zu ermöglichen", so die NASA-Abteilung für Technologien für Weltraummissionen.

Einfach ausgedrückt, besteht der Schwerpunkt des Kilopower-Projekts darin, mit einem experimentellen Spaltreaktor bemannte Außenposten auf Mond und Mars mit Energie zu versorgen, sodass Forscher und Wissenschaftler viel länger dort bleiben und arbeiten können, als es derzeit möglich ist.

Während dies wie aus einem Science-Fiction-Roman oder der Twilight Zone klingen mag, hat der Kilopower-Spaltreaktor seine ersten Tests bereits mit Bravour bestanden. Kilopower-Projektleiter Patrick McClure sagt, dass dieses Projekt nicht nur Realität werden wird, sondern auch in sehr naher Zukunft. In einer Präsentation bei den "Future In-Space Operations" der NASA im letzten Monat sagte McClure: "Ich denke, wir könnten dies in drei Jahren schaffen und flugbereit sein."

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Die offizielle Haltung der NASA ist etwas zurückhaltender und liefert keine genauen Zeitpläne. Von der Abteilung für Technologien für Weltraummissionen heißt es lediglich, dass "das Kilopower-Projektteam Missionskonzepte entwickelt und zusätzliche Maßnahmen zur Risikominderung durchführt, um sich auf eine mögliche zukünftige Flugdemonstration vorzubereiten". Das Potenzial dieser Demonstration würde "zukünftigen Kilopower-Systemen den Weg ebnen, die menschliche Außenposten auf dem Mond und dem Mars mit Strom versorgen und sowohl Missionen in rauen Umgebungen ermöglichen als auch Missionen, die auf Ressourcennutzung vor Ort angewiesen sind, um lokale Treibstoffe und andere Materialien herzustellen".

Obwohl dies nicht das erste Mal ist, dass Kernenergie genutzt wird, um Vorstöße in das Weltall anzutreiben, ist das Kilopower-Projekt ein viel ehrgeizigeres und leistungsstärkeres Projekt als jedes seiner Vorgänger. So schreibt die Wissenschaftswebsite Space.com, dass "Kernenergie seit Jahrzehnten Raumfahrzeuge antreibt. Die NASA-Sonden Voyager 1 und Voyager 2, New Horizons und der Curiosity Mars Rover und viele weitere Forschungsroboter setzen thermoelektrische Radioisotopengeneratoren (RTGs) ein, die die durch den radioaktiven Zerfall von Plutonium-238 abgegebene Wärme in Strom umwandeln." Dieses Modell würde jedoch nicht annähernd genug Energie produzieren, um einen ganzen bemannten Außenposten auf dem Mars oder dem Mond mit Strom zu versorgen, der einen viel höheren Energiebedarf haben wird. "Die Leistung von RTGs ist relativ gering. Der Generator von Curiosity und dem kommenden Mars 2020 Rover der NASA zum Beispiel erzeugt zu Beginn einer Mission etwa 110 Watt Strom (die Leistung geht im Laufe der Zeit langsam zurück)."

Im Gegensatz dazu ist der Kilopower-Prototyp eine wesentlich leistungsfähigere Energiequelle. Die Technik-Website Futurismberichtet, dass "der Prototyp etwa so groß ist wie ein Kühlschrank und in eine Rakete passt. Es könnte eine Basis mit rund 40 Kilowatt Strom beliefern – ungefähr so viel Strom wie für acht Häuser auf der Erde." Der Kilopower-Prototyp ist zudem effizienter. Bei den letztjährigen Bodentests von KRUSTY (Kilopower Reactor Using Stirling Technology) wandelte der Prototypreaktor "30 Prozent der Spaltwärme in Strom um", berichtet Space.com. "Diese Effizienz stellt die von RTGs in den Schatten, die etwa sieben Prozent der verfügbaren Wärme umwandeln."

Sollten die ersten Tests von Kilopower im Weltraum tatsächlich innerhalb der nächsten drei Jahre beginnen und sich als erfolgreich erweisen, würde dies eine völlig neue Ära für Weltraumforschung, Innovation und Industrie einläuten. Die Fähigkeit, Menschen für längere Zeit in den Weltraum zu bringen und größere und ehrgeizigere Projekte als bisher betreiben zu können, wird die Tür zu unzähligen Projekten öffnen, die bisher rein hypothetisch waren. Damit würde die bereits 400 Milliarden Dollar schwere US-Raumfahrtindustrie wahre Höhenflüge erleben.

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