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Hispanische Bevölkerung von El Paso bewaffnet sich nach Massaker

Hispanische Bevölkerung von El Paso bewaffnet sich nach Massaker
Nicole Navarro und Adriana Retana wollen sich mit Schießübungen und eigenen Waffen sicherer fühlen, nachdem Patrick C. "Mexikaner" in ihrer Heimatstadt El Paso umbringen wollte und am Ende 22 unschuldige Menschen tötete.
Die Menschen der texanischen Grenzstadt El Paso fühlen sich nach dem Mord an 22 Mitbürgern offenbar nicht hinreichend durch die Polizei beschützt und sorgen nun für eigenen persönlichen Schutz: mit Waffen. Anbieter von Schießkursen erleben gerade einen Ansturm.

Mit dem Plan, so viele "Mexikaner" wie nur möglich umzubringen, reiste der Todesschütze Patrick C. eigens aus Allen – einer Stadt nördlich von Dallas – nach El Paso. Auf der knapp 1.100 Kilometer langen Reise hatte er genügend Zeit, um über seine bevorstehende Tat nachzudenken und sich noch anders zu entscheiden. Doch der blinde Hass auf die vermeintliche hispanische Übervölkerung von Texas, wie er es in seinem Manifest formuliert hatte, ließ ihn in seinen Plänen verharren.

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Am 3. August schlug er dann in einem Walmart-Supermarkt der Grenzstadt zu Mexiko zu. Bei seiner späteren Aussage erklärte er gegenüber der Polizei, dass seine Ziele "Mexikaner" waren.

Das Massaker und diese Aussage von Patrick C. haben tiefe Gefühle der Verunsicherung in der Bevölkerung ausgelöst, zumal El Paso in den vergangenen Jahren eigentlich zu den drei sichersten Städten der USA gezählt wurde. Um sich selbst besser beschützen zu können, greift vor allem die hispanische Bevölkerung der Stadt nun offensichtlich zu den Waffen. Frauen und Kinder besuchen Schießkurse, wie die 35-jährige Guadalupe Segovia gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Mit dem Abschluss eines Schießkurses habe sie die Berechtigung, in der Öffentlichkeit kleinere Handfeuerwaffen mit sich führen, die sie entweder in der Handtasche oder unter der Kleidung versteckt tragen könnte.

Auch Michael McIntyre, Geschäftsführer von Gun Central, dem größten Waffengeschäft von El Paso, bestätigte den Ansturm auf Waffen und auf die Schießkurse. Die Waffenverkäufe hätten sich in der Woche nach dem Massaker verdoppelt, und in den Wochenendkursen hätte er 50 Kunden pro Tag, wo es zuvor nur sieben gab, sagte er. Zudem bestätigte der Waffenverkäufer, dass die meisten Menschen aus Sicherheitsgründen zu den Waffen greifen, um sich bei künftigen Ereignissen besser schützen zu können.

Das war nicht das letzte Massaker, das wir gesehen haben.

Man gibt sich indessen keinen Illusionen hin, dass man sich in einem Ernstfall tatsächlich mit solchen Kleinwaffen auch verteidigen könnte. Nur ein Prozent der Waffenträger würde das Feuer erwidern wollen, sagte McIntyre. Diese Mahnung übermittele er auch seinen Kunden bei den Schießkursen, dass sie im Ernstfall lieber davonrennen sollten, anstatt sich auf ein Feuergefecht einzulassen. Es brauche eine militärische Ausbildung, um auf solch einen Fall vorzubereitet zu sein, zumal solche Attentäter in der Regel über leistungsstarke Schnellfeuerwaffen verfügen, die den kleinen Pistolen weit überlegen sind.

Guadalupe Segovia bestätigte aber, dass es gar nicht so sehr darum geht, sich im Ernstfall gegen einen "bis an die Zähne bewaffneten" Attentäter zur Wehr zu setzen, sondern lediglich darum, zunächst das eigene Sicherheitsgefühl zu erlangen:

Ich denke, Waffen sollten ein Privileg und für die Sicherheit sein, nicht um (irgendwo) hinzugehen und Menschen zu töten.

Um solche Massaker zu vermeiden, hält auch sie es für unumgänglich, dass die Waffengesetze verschärft werden. Von einem gänzlichen Waffenverbot hält auch sie allerdings nichts.

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