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Ermordung eines Gefangenen: Jury spricht US-Navy-Seals-Soldaten frei 

Ermordung eines Gefangenen: Jury spricht US-Navy-Seals-Soldaten frei 
Edward Gallagher mit seiner Frau Andrea während des Gerichtsverfahrens auf der Marinebasis San Diego in San Diego, Kalifornien, USA, am 2. Juli 2019.
Dem Soldaten der US-Spezialeinheit Navy Seals wurde vorgeworfen, einen Gefangenen im Irak erstochen zu haben. Die Beweislage schien klar, doch der Beschuldigte wurde von einer Jury in allen Anklagepunkten freigesprochen – bis auf einen.

Ein Soldat der US-Spezialeinheit Navy Seals ist in einem Militärgerichtsverfahren in den USA vom Vorwurf der Ermordung eines Gefangenen im Irak freigesprochen worden. Eine Sprecherin der US-Marine teilte am Dienstag mit, die Jury in San Diego habe den Elitesoldaten Edward Gallagher zwar für schuldig befunden, mit der Leiche des Gefangenen für ein Foto posiert zu haben. In allen anderen Anklagepunkten – darunter auch dem, im Irak auf Zivilisten geschossen zu haben – sei er aber freigesprochen worden.

Das Strafmaß sollte nach Angaben der Sprecherin an diesem Mittwoch verkündet werden. Ursprünglich war die Verkündung noch am Dienstag erwartet worden. Gallaghers Anwalt Tim Parlatore sagte, die Höchststrafe für das Posieren mit der Leiche sei weit unterhalb der Zeit, die der Soldat in Untersuchungshaft saß. Damit wäre eine etwaige Gefängnisstrafe bereits abgegolten. "Er geht also nach Hause." Dass Gallagher ein Foto von sich "mit dem toten Terroristen" aufgenommen habe, hätte man von vornherein bereits eingeräumt.

Kriegsgräuel der US Navy SEALs systematisch unter den Teppich gekehrt:

Die Ermittler beschuldigten Gallagher, im Jahr 2017 im Irak einen verletzten Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erstochen und später neben dessen Leiche posiert zu haben. Ihm wurde außerdem vorgeworfen, mit Schüssen auf einen unbewaffneten Mann und ein Mädchen versuchten Mord begangen zu haben. Angeklagt war er in insgesamt sieben Punkten, darunter auch Justizbehinderung.
Gallagher wies die Vorwürfe zurück.

Mitglieder aus Gallaghers Einheit hatten die Vorwürfe zur Anzeige gebracht. Die Verteidigung warf ihnen vor, ihren Chef angeschwärzt zu haben, weil sie mit seinem Führungsstil nicht klargekommen seien. Der Fall sorgte in den USA für Wirbel und weckte auch die Aufmerksamkeit von Präsident Donald Trump. Trump hatte die Möglichkeit ins Spiel gebracht, Gallagher im Fall einer Verurteilung zu begnadigen.

Das Urteil überrascht, da es bis zum vergangenen Monat in dem hochkarätigen Fall nach einem Schuldspruch aussah. Einige Beweise der Anklage wiegen schwer. So hatte Gallagher Fotos von sich selbst mit der Leiche des Teenagers geteilt und in Textnachrichten damit geprahlt, den verletzten Kriegsgefangenen mit seinem "Jagdmesser erwischt zu haben".

Doch eine Zeugenaussage wendete das Blatt offenbar zugunsten des Navy Seal. Ein Marinesanitäter sagte aus, dass er im gleichen Raum mit Gallagher war, als der Gefangene erstochen wurde. Der Sanitäter sagte, dass Gallagher den Gefangenen zwar verletzt, ihn aber nicht getötet habe. Er erklärte zudem, dass er sich nach dem Messerstich selbst zu dem Gefangenen begeben und ihn "aus Mitleid erstickt" habe. Der Sanitäter wies auf Misshandlungen und Folter hin, denen der Gefangene nach Übergabe an die Iraker ausgesetzt gewesen sei.

Die Staatsanwälte bewerteten die Aussage des Sanitäters als problematisch. Der Zeuge, dem für seine Aussage Immunität garantiert wurde, könne gelogen haben, um Gallagher vor Strafverfolgung zu schützen, argumentierte der Staatsanwalt Lieutenant Brian John.

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