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Gesichtserkennungs-Software: San Francisco will der Polizei Einsatz solcher Technologien verbieten

Gesichtserkennungs-Software: San Francisco will der Polizei Einsatz solcher Technologien verbieten
Symbolfoto. Ein Computerbildschirm zeigt das Geschlecht und das Alter der Menschen an, die durch eine entwickelte Gesichtserkennungssoftware auf der Technologiemesse CEATEC am 2. Oktober 2007 in Chiba, Japan, ermittelt wurden.
San Francisco will als erste US-Stadt der städtischen Polizei und anderen Behörden mit einer Verordnung zukünftig die Nutzung von Gesichtserkennung verbieten. Zudem soll die Anschaffung von Überwachungstechnologien für städtische Behörden erschwert werden.

Der Stadtrat der US-Westküstenmetropole San Francisco entschied am Dienstagabend, den Behörden den Einsatz der umstrittenen Technologie zur Gesichtserkennung zu verbieten. Die Entscheidung kam mit einer Mehrheit von acht zu eins der Mitglieder des Gremiums zustande, wie die Zeitung San Francisco Chronicle berichtet.

Die Erkennung von Personen auf Fotos reiht sich bei Google Photos nahtlos in die Erkennung von Gegenständen und Orten ein und sortiert die einzelnen Bilder dann automatisch in die virtuellen Alben.

Geschäfte und private Nutzer können weiterhin die Gesichtserkennung anwenden

Das Verbot muss aber demnach noch eine weitere Abstimmung im Stadtrat passieren und dann von Bürgermeisterin London Breed unterschrieben werden, bevor es in Kraft tritt. Der Flughafen und der Hafen werden demnach ausgenommen sein, da sie unter Bundeskompetenz fallen. Die neuen Regelungen sollen sich auch nicht auf Geschäfte und private Nutzer beziehen. Zudem sieht die Verordnung vor, dass die Anschaffung von Überwachungstechnologien stärker reglementiert werden soll.

Wir haben eine gute Überwachung, ohne ein Polizeistaat zu sein", zitierte die Zeitung den Demokraten Aaron Peskin, der dem Bericht zufolge das Verbot eingebracht hat.

Kritisch äußerte sich indes Catherine Stefani, die als einzige im Stadtrat dagegen stimmte. Sie sei besorgt darüber, dass Sicherheitskräften der Zugang zu einem potenziell nützlichen Instrument zur Aufklärung von Straftaten versperrt werden könnte.

Die Verordnung sieht unter anderem vor, dass die Anschaffung von Überwachungstechnologien generell jedes Mal vom Stadtrat abgesegnet werden muss. Dabei müssen die jeweiligen städtischen Behörden vor Kauf einer Software einen Bericht vorlegen, welche Auswirkungen diese auf die Privatsphäre der Bürger hat. Der Stadtrat beschloss nun, dass San Franciscos Behörden zudem offenlegen müssen, welche Überwachungstechnologien sie nutzen.

Polizei weitet Überwachung auch in Sachsen aus. Symbolbild.

Die Technologie der Gesichtserkennung hat sich in den USA schnell ausgebreitet. Die Anwendung ist jedoch weitgehend unreguliert. Datenschützer, vor allem in Europa, stehen der Gesichtserkennung generell sehr skeptisch gegenüber. Kritiker befürchten, sie könne zur Massenüberwachung missbraucht werden oder zu ungerechtfertigten Festnahmen führen.

Probleme des Systems bei Erkennung von Schwarzen und Frauen 

Beim Gesichtserkennungssystem Rekognition des US-Online-Händlers Amazon, das seit 2016 auf dem Markt ist, wurden schon Schwachstellen festgestellt. So hat die Software etwa Probleme mit dunkler Hautfarbe. Zudem kommen Schwierigkeiten mit Frauen hinzu, erst recht mit schwarzen Frauen. Das System hatte nämlich Probleme, Frauen als solche zu erkennen. Laut einer Studie der Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hielt es in 19 Prozent der Fälle eine Frau für einen Mann. Noch schlechter schnitt es bei Frauen mit dunkler Hautfarbe ab. Amazons Rekognition hielt diese sogar in 31 Prozent der Fälle für einen Mann.

Befürworter der Technologie wiederum sagen, Gesichtserkennung helfe der Polizei beim Kampf gegen die Kriminalität und bringe mehr Sicherheit.

Mehr zum Thema - Palantir-Dossier: IT der Sicherheitsbehörden – US-Anbieter auf dem Vormarsch – Teil 9

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