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USA: Neues Computerprogramm erkennt an der Stimme posttraumatische Belastungsstörungen bei Veteranen

USA: Neues Computerprogramm erkennt an der Stimme posttraumatische Belastungsstörungen bei Veteranen
Symbolbild: Ein Obdachloser Kriegsveteran der US-Armee bettelt um Almosen in Boston, Massachusetts, USA, 7. Januar 2014.
Mit 89 Prozent Sicherheit erkennt ein Computerprogramm anhand der Stimme eines Veteranen eine posttraumatische Belastungsstörung. Die Studie wurde an der Medizinischen Fakultät der New York University durchgeführt und teilweise vom US-Militär mitfinanziert.

Laut einer US-Statistik sind 24 Millionen US-Amerikaner von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) betroffen. Die meisten davon sind Kriegsveteranen oder arbeiten bei Strafverfolgungsbehörden. Die Krankheit betrifft auch Menschen, die ein Trauma infolge eines sexuellen Missbrauchs, eines Amoklaufs und anderen einschneidenden Lebenserfahrungen erlitten haben. Bislang wird PTBS durch Gespräche diagnostiziert. Ein Psychiater bestimmt dabei, ob ein Patient aufgrund eines auslösenden Ereignisses eine anhaltende Belastung davongetragen hat.

Die Diagnose und die Genauigkeit ist von der Kooperationsbereitschaft oder -fähigkeit der Patienten abhängig, sich mitzuteilen. Das Problem ist, dass die meisten Menschen, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, Erinnerungen an das Ereignis und damit verbundene Emotionen unterdrücken.

Ein neues Computerprogramm, das die Medizinfakultät der New Yorker University nun testete, lieferte in 89 Prozent der Fälle anhand der Stimmanalyse ein zutreffendes Ergebnis. Hierzu nahmen 53 Kriegsveteranen aus Afghanistan und aus dem Irak mit einer PTBS-Diagnose an der Studie teil sowie 78 weitere Probanden ohne erwiesene Belastungsstörungen. Es wurde sichergestellt, dass keine Teilnehmer mit einer Depression unter den Probanden waren, denn hier ähneln sich die Symptome zu sehr.  

Bei Aufnahme der Stimmen untersuchte das Programm nicht den Gesprächsinhalt, sondern den Tonfall und die Pausenfrequenzen. Insgesamt 18 Sprachmerkmale wurden identifiziert, welche auf eine posttraumatische Belastungsstörung hinweisen. Die Patienten sind besonders monoton in ihrer Sprache, haben ein langsames Sprachtempo, machen mehr Pausen. Die Stimme wirkt eher leblos mit einer metallischen Klangfarbe. All das weist auf abgestumpfte Emotionen hin. 

Nach Angaben des Nationalen Zentrums für PTBS leiden 8 von 100 US-Veteranen an der Erkrankung. Neben traumatischen Erlebnissen durch Gefechte sind es auch sexuelle Übergriffe innerhalb des Militärs, welche den psychischen Gesundheitsschaden auslösen können. Unter den Veteraninnen berichteten 23 von 100 Frauen von sexuellen Übergriffen. 

Der Vorsitzende der Psychatrieabteilung an der NYU School of Medicine und Mitautor der Studie, Charles Marmar, konstatiert:

Sie [die Betroffenen] haben vielleicht dreimal pro Woche Albträume. (...) aber wollen sie das einem auch sagen? 

Zu den Albträumen kommen noch Flashbacks, Konzentrationsverlust und Gereiztheit hinzu. Betroffene meiden oft die Öffentlichkeit und ziehen sich zurück. In Zukunft soll eine App entwickelt werden, um innerhalb kürzester Zeit festzustellen, ob die betreffende Person an PTBS leidet. Auch ein Bluttest ist in Planung. Ein Arzt würde dann herangezogen, um die vom Programm vermutete Diagnose zu bestätigen. 

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