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Nach Organisation von Protesten: Straft Google Mitarbeiter ab?

Nach Organisation von Protesten: Straft Google Mitarbeiter ab?
Das Unternehmen hat seine Zentrale, das Googleplex, in Mountain View im Silicon Valley, wo das Unternehmen auch gegründet wurde. Daneben unterhält Google viele Zweigniederlassungen in der ganzen Welt.
Google-Mitarbeiter, die im November 2018 bei der Organisation eines globalen Mitarbeiterprotestes, dem "Google Walkout for Real Change", mitgewirkt haben, sagen nun, dass das Unternehmen sie für ihren Aktivismus bestrafe. Das Unternehmen dementiert die Vorwürfe.

Revanchiert sich Google bei unbequemen Mitarbeitern? Laut Medienberichten erklärte Claire Stapleton, eine Marketingmanagerin bei YouTube, sie sei degradiert worden und man habe sie aufgefordert, sich krankschreiben zu lassen, obwohl sie nicht krank sei. Meredith Whittaker, eine Forscherin für künstliche Intelligenz, sagte, dass sie neuen Aufgaben zugeteilt wurde und man sie angewiesen habe, ihre Forschung über KI-Ethik zu stoppen. Beide Frauen formulierten die Vorwürfe diese Woche in einer E-Mail an Google-Mitarbeiter, die offenbar auch an Journalisten von Wired gesendet wurde.

Stapleton und Whittaker sind zwei von sieben Mitarbeitern des Technologieunternehmens, die im Jahr 2018 einen massiven Protest organisiert hatten, den sogenannten "Google Walkout for Real Change". Rund 20.000 Google-Mitarbeiter und Auftragnehmer in 50 Städten legten am 1. November 2018 kurzzeitig die Arbeit nieder, um gegen den Umgang des Unternehmens mit Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung zu protestieren.

Der Streik war nur ein Teil der Kampagne. Die Organisatoren hatten eine Liste von Forderungen an Führungskräfte zusammengestellt, die sich mit dem befassen, was sie als "grassierenden" Sexismus und Rassismus im Unternehmen betrachten. CEO Sundar Pichai hatte zugestimmt, einige Änderungen vorzunehmen, die Mitarbeiter aber drängten auf mehr. Sie setzten das Unternehmen unter Druck, um obligatorische Schiedsklauseln in Arbeitsverträgen zu verbieten, und unterstützten die Bemühungen um eine Verbesserung der Löhne und Leistungen für Leiharbeiter.

Doch nun scheint die Gegenreaktion zu kommen. "Mein Manager fing an, mich zu ignorieren, meine Arbeit wurde an andere Leute weitergegeben, und mir wurde gesagt, ich solle in den Krankenstand gehen, obwohl ich nicht krank bin", schrieb Stapleton, die seit 12 Jahren bei Google arbeitet, in der E-Mail. "Erst nachdem ich einen Anwalt anheuerte und er Kontakt zu Google aufnahm, führte das Management eine Untersuchung durch und nahm meine Degradierung zurück, zumindest auf dem Papier. Obwohl mein Arbeitsumfeld wieder hergestellt wurde, bleibt die Umgebung feindlich und ich denke fast jeden Tag daran, aufzuhören."

Eine Sprecherin von Google weist die Vorwürfe zurück. "Wir verbieten Vergeltungsmaßnahmen am Arbeitsplatz und untersuchen alle Vorwürfe. Mitarbeiter und Teams werden regelmäßig und häufig mit neuen Aufgaben betraut oder reorganisiert, um mit den sich ändernden Geschäftsanforderungen Schritt zu halten", schrieb sie in einer Erklärung an den Sender Vox. "Es gab hier keine Vergeltungsmaßnahmen."

Stapleton und Whittaker schrieben in ihrer E-Mail, dass Vergeltungsmaßnahmen nicht immer offensichtlich seien, und forderten ihre Mitarbeiter auf, sich weiterhin zu wehren. "Wenn wir Diskriminierung, Belästigung und unethische Entscheidungsfindung stoppen wollen, müssen wir die Vergeltungsmaßnahmen gegen die Menschen beenden, die ehrlich über diese Probleme sprechen", schrieben sie.

Sie luden ihre Kollegen zudem ein, sich am Freitag mit ihnen zu treffen, um von ihren eigenen Erfahrungen zu erzählen und einen Aktionsplan zu entwickeln. Dieser Plan soll offenbar die Veröffentlichung ihrer Erfahrungen beinhalten. Tech-Mitarbeiter im Silicon Valley sind nicht gewerkschaftlich organisiert, haben aber die Vorteile eines organisierten Arbeistkampfes mittlerweile zu schätzen gelernt. Immerhin haben sie es geschafft, die Unternehmensrichtlinien in Bezug auf sexuelle Belästigung, den ethischen Einsatz künstlicher Intelligenz und die Behandlung von Leiharbeitnehmern zu ändern.

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