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Chicago wählt erstmals Afro-Amerikanerin zur Bürgermeisterin

Chicago wählt erstmals Afro-Amerikanerin zur Bürgermeisterin
Die ehemalige Bundesstaatsanwältin Lori Lightfoot ist neue Bürgermeisterin der US-Metropole Chicago
Erstmals steht eine homosexuelle Frau mit dunkler Hautfarbe an der Spitze der drittgrößten Stadt der Vereinigten Staaten. Mit großem Abstand gewann die Juristin Lori Lightfoot das Rennen. In der Hochburg des Verbrechens wartet eine Menge Arbeit auf sie.

"Wir lassen das Licht rein" ("We are bringing in the light") lautete das Wahlkampfmotto und Wortspiel, mit dem die ehemalige Staatsanwältin und US-Demokratin Lori Lightfoot am Dienstag die Stichwahl um das Bürgermeisteramt von Chicago gewann. Erstmals in der Geschichte der US-Stadt Chicago wurde damit eine Afro-Amerikanerin zur Bürgermeisterin gewählt. Die Juristin setzte sich mit großem Vorsprung gegen die 72 Jahre alte Toni Preckwinkle, ebenfalls Demokratin, durch.

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Die 56-jährige Lightfoot wurde als Aktivistin gegen Polizeigewalt bekannt, vertrat aber auch große Tabakkonzerne. Im Wahlkampf wurde sie unter anderem offen von der Chicago Tribune gegen die 72-jährige Preckwinkle unterstützt. Ihre Erfolge als Juristin werden als Siege gegen das politische Establishment gewertet, als dessen Vertreterin ihre Konkurrentin um das Bürgermeisteramt, die ebenfalls Afro-Amerikanerin ist, gilt. Die als Außenseiterin gehandelte Lightfoot hatte sich im Februar in der ersten Wahlrunde überraschend gegen zwölf etablierte Konkurrenten durchgesetzt. Laut dem Politikwissenschaftler Evan McKenzie wollten die Wähler nun "neue Ideen und eine sauberere Regierung".

Jetzt, wo es vorbei ist, weiß ich, dass wir zusammen für die Stadt arbeiten werden, die wir beide lieben", erklärte Lightfoot nachdem ihr Preckwinkle zum Sieg gratuliert hatte.

Zuletzt war die offen homosexuelle Lightfoot für Eigenkapitalpartner beim US-Beratungsunternehmen Mayer Brown LLP tätig und betreute dort komplexe Rechtsstreitigkeiten mit Teams von Anwälten, Sachverständigen und anderen zur Verteidigung von Kundenangelegenheiten. Ferner leitete sie als Präsidentin des Chicago Police Board ein 9-köpfiges unabhängiges ziviles Gremium, das mit Entscheidungen über Disziplinarangelegenheiten im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen polizeilichen Fehlverhaltens beauftragt war.

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Als Bürgermeisterin hat sich Lightfoot ambitionierte Ziele gesetzt. Ihr geht es vor allem darum, Chancen für jeden Chicagoer zu schaffen – unabhängig von Rasse, Ethnie, sexueller Orientierung und wirtschaftlichem Status. Auch der in Chicago grassierenden Waffengewalt und der Korruption will sie den Kampf ansagen.

Korruption, Gewaltexzesse krimineller Banden und Armut in den Wohnvierteln der Schwarzen, die ein Drittel der 2,6 Millionen Einwohner ausmachen, sind die Streitthemen in Chicago. In keiner anderen Großstadt der USA werden so viele Menschen Opfer von Waffengewalt. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 550 Menschen in der Stadt ermordet. Lightfoot folgt als Bürgermeisterin auf den umstrittenen Rahm Emanuel, der nicht mehr angetreten war. Dem ehemaligen Stabschef des demokratischen Präsidenten Barack Obama waren falsche Entscheidungen im Kampf gegen Kriminalität und Vetternwirtschaft vorgeworfen worden.

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