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Rekrutierungsprobleme: US-Armee will immer jüngere Bürger für sich begeistern

Rekrutierungsprobleme: US-Armee will immer jüngere Bürger für sich begeistern
Symbolbild
Die US-Armee steht vor einem Problem: Immer weniger junge Leute können sich für den Dienst in ihren Reihen begeistern. Die Ursachen sind vielfältig. Doch die Army soll nicht kleiner werden, stattdessen will man die kleinen Menschen für sich begeistern.

Die US-Armee sieht sich mit einer wachsenden Herausforderung konfrontiert: Immer weniger US-Bürger sind offensichtlich bereit, ihr Land und die sogenannte internationale Gemeinschaft zu "verteidigen". Im Haushaltsjahr 2018 setzte sich das Pentagon ein ambitioniertes Ziel: 80.000 neue Rekruten sollten die Reihen der verschiedenen Waffengattungen auffüllen. Doch bereits nach einem halben Jahr wurde die Zahl nach unten korrigiert. Jetzt wollte man nur noch 76.500 junge Leute dafür begeistern, das Kriegshandwerk zu erlernen.

Es mangelt den jungen US-Amerikanern jedoch nicht etwa nur an der nötigen Motivation für den Dienst an der Waffe, auch soziale Faktoren spielen bei den sinkenden Zahlen eine entscheidende Rolle. Ernährungsgewohnheiten und gesundheitliche Einschränkungen erweisen sich für viele Dienstwillige als schier unüberwindbare Hürden:

Das Problem der Fettleibigkeit ist am beunruhigendsten, weil der Trend in die falsche Richtung geht. Wir denken, dass es bis 2020 etwa 50 Prozent sein könnten, was bedeutet, dass nur 2 von 10 die Voraussetzungen für den Beitritt zur Armee erfüllen würden", erläuterte der leitende General des Rekrutierungskommandos der Armee bereits im Jahr 2015.

Doch auch mangelnde Bildung lässt selbst diejenigen außen vor, die sich gerne dazu verpflichtet hätten, die "Freiheit" zu verteidigen.

Jedes Jahr werden etwa 4 Millionen Amerikaner 18 Jahre alt, nur 29 Prozent können die Mindestanforderungen für die Aufnahme [bei der Armee] erfüllen", heißt es bei den Army Times.

Den komplexen Herausforderungen lässt sich offensichtlich auch nicht mit dem Ansatz beikommen, sogenannte "moralische Erlässe" für Straftaten wie Drogenmissbrauch oder Brandstiftung auszusprechen.

Die Konsequenzen dieser für das Pentagon alarmierenden Entwicklung kriegen demnach auch die Rekrutierer des Pentagon zu spüren. Diese müssen sich zunehmend ins Zeug legen, um die Zielvorgaben an erfolgreichen "Abschlüssen" zu erfüllen. Sollten die Zahlen trotz endloser telefonischer Kaltakquise trotzdem nicht stimmen, drohen unangenehme Konsequenzen wie zusätzliche Wochenendschichten oder Schulungen in der Urlaubszeit.

Und da all die Rekrutierungsbemühungen in der Tat nicht die erhofften Erfolge zeitigen, müssen nun andere Lösungen her. Noch ausgefeilter soll das "Marketing" werden, wozu eine verstärkte Präsenz in den sozialen Medien demnach genauso zählt wie das vermehrte Schalten von Werbeanzeigen mit Slogans wie "Krieger gesucht" (Warriors Wanted). Auch die virtuelle Spielewelt soll erobert werden, um immer jüngere US-Amerikaner von einer Karriere im Tarnanzug zu überzeugen.

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Es handele sich um eine Frage der "Verhaltensökonomie", ist der stellvertretende Sekretär der Armee für Arbeitskräfte- und Reserveangelegenheiten, Casey Wardynski, überzeugt, da die meisten Heranwachsenden bereits in jungen Jahren eine "mentale Liste" der Berufe anlegen würden, die sie später gerne ergreifen würden.

Ich würde argumentieren, dass wir bei der Betrachtung dieser Generationen darüber nachdenken müssen, wie sie sich der Frage nähern, wo sie ihr Talent einsetzen werden. Wir müssen uns mit dieser Frage auseinandersetzen: Werden wir warten, bis sie 17 Jahre alt sind? Oder werden wir im Alter von 12, 13, 14, 15 Jahren anfangen, mit ihnen zu reden, wenn sie sich darüber Gedanken machen, was sie mit ihrem Leben machen wollen?" erläutert Wardynski den neuen Rekrutierungsansatz.

Mit gezieltem Armee-Marketing gedenkt man, sich Zutritt zur schwer umkämpften Welt der Kinder zu verschaffen.

Wenn wir warten, bis sie 17 oder 18 Jahre alt sind, werden wir nicht den ersten Eindruck hinterlassen. Andere werden das schon erledigt haben", fährt Wardynski fort.

Das US Army Recruiting Command (USAREC) fährt daher jetzt neue Geschütze auf, um die jungen Menschen dort abzuholen, wo sie sich zunehmend tummeln – in den virtuellen Sphären des "E-Sport". Es gibt offenbar Anlass zur Hoffnung, über diesen virtuellen Umweg Eindruck bei den Heranwachsenden zu schinden. So habe ein Rekrutierer aus Los Angeles mit einem Hash-Tag für seine Teilnahme an einem "Ultimate Fighter"-Turnier geworben, das über den Anbieter Twitch gestreamt worden sei. Etwa 35.000 Interessierte verfolgten demnach die digitale Prügel-Orgie.

Innerhalb von fünf Minuten nachdem es [der Kampf] losging, hatten sich 1,1 Millionen [Menschen] angemeldet, um unseren Rekrutierer – der Uniform trug – zu sehen, (...) und er sprach davon, ein Rekrutierer zu sein, mehr als 150 Jobs in der Armee, goarmy.com und so weiter", schwärmt Kommandant Frank Muth vom USAREC.

Irgendwann müssen auch die modernsten Kampfjets wieder auf den Boden, wo sie im Falle eines Krieges zwischen den USA und Russland oder China zu einer leichten Beute werden können.

Am folgenden Tag waren es demzufolge schon 2 Millionen Zuschauer, die sich den Rekrutierer beim virtuellen Haudrauf ansehen wollten. Ein scheinbar vielversprechender Weg, um sich bei den Gamern und Anhängern des E-Sport beliebt zu machen.

Für das Jahr 2019 wählte das USAREC aus 8.000 Bewerbern 20 Militärangehörige für ein offizielles Armee-Team aus, um sich virtuell mit anderen zu messen. Die digitale Spielgruppe soll im ganzen Land an Turnieren teilnehmen, um vor Ort auch den Kontakt mit "tausenden von Jugendlichen" zu suchen. Nicht zufällig handelt es sich bei dem exklusiven Kreis von Army-Zockern durch die Bank um Rekruten des Recruiting Command.

Unser Team ist Teil der Rekrutierungsabteilung. Sie durchlaufen einen dreitägigen und intensiven Rekrutierungskurs. Sie sind da draußen, um 1. zu spielen, 2. zu gewinnen, aber auch, um sich mit der Generation Z auszutauschen, ihnen Wissen über den Dienst und die Möglichkeiten in unserem Militär zu vermitteln", erläutert Kommandant Muth.

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