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Westliche Werte: Mordaufrufe im US-Fernsehen sind Normalität

Westliche Werte: Mordaufrufe im US-Fernsehen sind Normalität
Symbolbild.
Solche Fernsehauftritte würden bei uns heftigste Reaktionen hervorrufen. Und gäbe es z. B. in Russland solche Mordaufrufe gegen westliche Regierungschefs, würde es gravierende Konsequenzen nach sich ziehen. In den USA ist es hingegen normal und niemand scheint sich dafür zu interessieren.

Nirgendwo sonst werden Aufrufe für Morde an ungewünschten Politikern oder ganzen Volksgruppen so offen ausgesprochen wie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Und nirgendwo wird es so gleichgültig aufgenommen, manchmal sogar selbst von den Moderatoren für gut befunden, wie in den USA. Was das für katastrophale Signale an die Millionen von Zuschauer sendet, die sich solche Dinge ansehen und aufgrund der fehlenden Kommentare zu dem Schluss kommen müssen, dass das völlig in Ordnung ist, ist noch gar nicht untersucht. Sind das etwa die vielgerühmten westlichen Werte, die man gegen Russland, China und eine ganze Reihe von anderen Ländern verteidigen soll?

Der deutsche Botschafter Daniel Kriener traf sich zusammen mit der Geschäftsträgerin der Botschaft, Daniela Vogl, demonstrativ vor seinem Rückflug nach Berlin nochmal mit dem selbsternannten

Dass die USA und einige ihrer Verbündeten auf einen Regimewechsel in Venezuela aus sind, ist bekannt. Bislang gelang es dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, sich gegen den versuchten Putsch zu behaupten. Er verwies als Reaktion auf die Einmischungen in innere Angelegenheiten die gesamte US-Botschaft sowie den deutschen Botschafter Daniel Kriener des Landes. Lange Zeit weigerte sich Washington, dieser Aufforderung Folge zu leisten, doch vor einer Woche wurde die Botschaft schließlich doch geräumt.

Für Anthony Tata, einem hoch dekorierten Brigadegeneral a. D. der US-Streitkräfte, ist das ein Zeichen dafür, dass die USA nun ernsthaft über eine "militärische Option" nachdenken. Bei einem TV-Auftritt in Fox News, einem der meistgesehenen US-Kabelfernsehsender, ging Tata aber noch viel weiter. Er erklärte, dass die USA sich nicht nur Maduros entledigen müssten, sondern auch solcher "Feinde" wie Russland, Iran und Hisbollah, die sich "nur vier Flugstunden" von den USA entfernt befänden. Auf die Frage der Moderatorin Trish Regan, wie man denn nun Maduro stürzen könne, weil er selbst "nirgendwo hingeht", antwortete Tata:

Er kann den Film 0.30 (Abkürzung für Zero Dark Thirty) schauen und herausfinden, was Osama bin Laden passiert ist. Er kann schauen, was Noriega zugestoßen ist. Wir haben die Möglichkeiten, dort hineinzugehen und das zu tun, was getan werden muss, um Maduro zu beseitigen. Offensichtlich wäre es besser, das diplomatisch zu tun, die diplomatische Macht dort anzuwenden. Diplomaten gehen schon dorthin und sprechen mit ihm und sagen, dass es eine 'verlorene Sache' ist. Er muss verstehen, dass eine Kugel in die Stirn sein Weg aus Venezuela sein könnte. Das ist nur das Endergebnis und wir haben diese Möglichkeit.

Mit keiner Silbe geht Trish Regan auf diesen Vergleich mit Osama bin Laden oder Manuel Oriega ein, die jeweils von US-Truppen angegriffen wurden, wobei bin Laden dabei auch getötet wurde. Wie selbstverständlich wird im US-Fernsehen darüber gesprochen, dass Truppen irgendwo "reingehen" und sich unliebsam gewordener Personen auf diese Weise entledigen.

Der Auftritt von Anthony Tata ist leider kein Einzelfall. Ein weiterer US-Militär, Robert "Bob" Scales, Generlmajor a. D. der US-Army und ehemaliger Kommandant des US Army War College sowie Senior Fellow des Think Tanks Potomac Institute for Policy Studies, äußerte sich noch weit krimineller während eines Fox News-Auftritts im Jahr 2015.  

Dabei ging es um die Entscheidung der USA, Truppen und Waffen in die Ukraine zu verlegen. Moderator Lou Dobbs fragte Scales, was diese Verlegung wohl bringen würde und erntete diese Antwort:

Ich denke, dass das nichts bringt. Es ist Spiel, Satz und Sieg in der Ukraine. Die einzige Möglichkeit, wie die Vereinigten Staaten irgendeine Wirkung in dieser Region erzielen und das Blatt wenden können, ist, damit anzufangen, Russen zu töten. Russen zu töten durch… So viele Russen zu töten, dass nicht einmal Putins Medien die Tatsache verschleiern können, dass Russen in Leichensäcken in ihr Vaterland zurückkehren. Aber angesichts der Höhe der Unterstützung, die wir den Ukrainern gegeben haben, und der Fähigkeit der Ukrainer selbst, 12.000 Russen, die in ihrem Land campen, zurückzuschlagen, wird das leider nicht passieren.

Elliott Abrams neben dem kolumbianischen Präsidenten Ivan Duque an der Grenze zu Venezuela. (Archivbild)

Die US-Truppen sollten also Russen zu Tausenden töten, damit die USA "irgendeine Wirkung in dieser Region erzielen" können. Das klingt wie beim ehemaligen CIA-Direktor Michael Morell, der in einem Interview in der "Charlie Rose Show" sagte, dass es US-Politik sein sollte, Dschihadisten in Syrien mit Waffen auszustatten und ihnen beizubringen, Russen und Iraner zu töten, damit diese einen Preis in Syrien zahlen.

Und was sagte James Woolsey, ein weiterer ehemaliger CIA-Direktor, während seines Auftritts bei Fox News im vergangenen Jahr? Moderatorin Laura Ingraham fragte ihn zum Thema "russische Einmischung", ob sich denn auch die USA bei Wahlen in anderen Ländern eingemischt hätten. Darauf antwortete ihr Woolsey:

Oh, möglich. Wenn es gut für das System war, um die Kommunisten an einer Machtübernahme zu hindern. Zum Beispiel in Europa 1947, 48, 49, bei den Griechen, den Italienern…

Ingraham hakte nochmal nach und fragte: "Wir mischen uns doch nicht in die Wahlen anderer Länder ein, Jim?" Sichtlich unangenehm auf dem falschen Fuß erwischt meinte der ehemalige CIA-Direktor:

Nun, mmmhhh, nur für einen sehr guten Zweck und im Interesse der Demokratie.

Auch wenn es vermutlich naiv gewesen wäre, an dieser Stelle noch mehr in Erfahrung bringen zu wollen, so ließ die Moderatorin auch dieses Eingeständnis eines Mannes unkommentiert, der genau weiß, wovon er spricht. Es ist demnach in Ordnung, über angebliche russische oder chinesische Einmischungen zu sprechen und diese aufzubauschen, während die USA tatsächlich das tun, was sie den anderen vorwerfen. Als ob es die zynische Begründung "im Interesse der Demokratie" besser machen würde.

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