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Deepfakes: TV-Sender in Seattle soll Video von Trumps Rede manipuliert haben

Deepfakes: TV-Sender in Seattle soll Video von Trumps Rede manipuliert haben
Screenshot aus dem offenbar manipulierten Video
Während die Menschen in den USA sich die nationale Rede zur Grenzsicherheit von Präsident Trumps ansahen, manipulierte ein Fernsehsender aus Seattle anscheinend seine Übertragung in Echtzeit und zeigte den US-Präsidenten, wie er den Zuschauern die Zunge herausstreckt.

In einem Eins-zu-eins-Vergleich der betreffenden Übertragung mit anderen scheint es, dass der Sender Q13 Fox aus Seattle sein Videomaterial von Trumps Rede bearbeitet hat. Etwa die Hautfarbe des Präsidenten, die in einem lächerlichen Orange-Ton erscheint, fällt sofort auf. Aber auch zwischen den Sätzen scheint der Sender das Material manipuliert zu haben. Da streckt Trump, im Gegensatz zur unbearbeiteten Fassung, seine Zunge heraus und leckt sich über die Lippen.

Q13 teilte MyNorthWest mit, dass das Filmmaterial tatsächlich manipuliert wurde und dass derjenige, der die Veränderungen vorgenommen hat, beurlaubt ist.

"Wir untersuchen es, um festzustellen, was passiert ist", sagte der Nachrichtendirektor von Q13. "Dies entspricht nicht unseren redaktionellen Ansprüchen und wir bedauern, wenn es als eine negative Darstellung des Präsidenten angesehen wird. Der Redakteur, der für die Bearbeitung des Materials verantwortlich ist, wird beurlaubt, während wir weiter recherchieren."

Die Verfälschung von Videomaterial ist in den letzten Jahren durch die weit verbreitete Verfügbarkeit von Videoschnittsoftware ziemlich einfach geworden. Durch eine Pressekonferenz mit CNN-Moderator Jim Acosta und Präsident Trump im November wurde das Thema in den Mittelpunkt gerückt, nachdem Internetdetektive den Infowars-Redakteur Paul Joseph Watson beschuldigten, Videomaterial von Acosta bearbeitet zu haben und einen internen Mitarbeiter des Weißen Hauses dazu gebracht zu haben, den Moderator schlecht aussehen zu lassen. Das "bearbeitete" Video wurde vom Weißen Haus geteilt und Watson wies die Anschuldigung zurück. Schließlich wurde die Debatte vergessen.

Die Gefahr durch Deepfakes für die Politik

Das Verlangsamen von Videomaterial ist eine Sache, aber so genannte "Deepfake"-Videos, also reales und gefälschtes Material, das mit Hilfe künstlicher Intelligenz zusammengefügt wird, sind immer schwieriger zu erkennen und können für eine riesige Bandbreite bösartiger Anwendungen eingesetzt werden.

Die Deepfake-Technologie wird von der Pornografiebranche eingesetzt, um die Gesichter von Prominenten auf die Körper von Pornodarstellern zu legen. Eine Firma namens "Naughty America" startete einen Dienst, der es den Nutzern ermöglicht, ihre eigenen Bilder – oder die ihrer Freunde – auf die Körper der Darsteller zu setzen.

In politischen Kreisen gibt es inzwischen die Besorgnis, dass "Deepfakes" verwendet werden können, um das Filmmaterial von Politikern und Führungskräften zu verfälschen, so dass diese anscheinend fast alles, was die Fälscher sich ausdenken, tun oder sagen. Als die Anti-Russland-Hysterie das Land nach den Wahlen von 2016 erfasste, warnten Nachrichtenagenturen und Kommentatoren wiederholt davor, dass "russische Trolle" planten, Deepfake-Videos zu verwenden, um die Zwischenwahlen 2018 zu stören.

Die Vorhersagen haben sich nicht bewahrheitet. Wie das Material aus Seattle aus dieser Woche jedoch zeigt, ist die durch KI ermöglichte Manipulation eine tatsächliche Bedrohung – diese kommt aber nicht von außen, sondern ist heimischen Ursprungs, also aus den USA.

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