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Die Grenzen der "Freiheit": Siebenjähriges Mädchen aus Guatemala stirbt in US-Gewahrsam

Die Grenzen der "Freiheit": Siebenjähriges Mädchen aus Guatemala stirbt in US-Gewahrsam
Menschen schauen von Tijuana, Mexiko aus durch den Grenzzaun zu den USA.
Die vor allem auch politische Debatte um die sogenannte "Karawane" von Flüchtlingen erreichte nun vorläufig einen tragischen Höhepunkt. Ein Mädchen starb kurz nach dem Grenzübergang an Herzstillstand. Die US-Regierung ist sich keiner Schuld bewusst.

"Gebt mir eure Müden, eure Armen, Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren, die bemitleidenswerten Abgelehnten Eurer gedrängten Küsten. Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen, hoch halte ich mein Licht am goldenen Tor!" So lautet die Inschrift der New Yorker Freiheitsstatue. Nicht nur für die weltweiten Opfer des US-Sendungsbewusstseins als "unverzichtbare Nation" klangen diese Worte wohl schon immer wie Hohn. Der Freiheit vor allem der global operierenden US-Konzerne und Finanzinstitute huldigend, hört diese für die dabei zurückgelassenen Opfer aus dem eigenen "Hinterhof" spätestens an den Grenzen der Vereinigten Staaten auf.

US-Truppen nehmen während der Invasion Panamas Positionen außerhalb des Außenministeriums ein.

Das jüngste Opfer der himmelschreienden Hybris ist ein erst siebenjähriges Mädchen aus Guatemala – Jakelin Caal Maquin. Sie war eine der namenlosen Seelen, zumeist aus Guatemala, Honduras und El Salvador stammend, die mit der sogenannten "Karawane" gen US-Grenze aufbrachen. Dort wollten sie das Versprechen der Freiheitsstatue und die Selbstdarstellung Washingtons auf den Prüfstand stellen und Einlass begehren.

Berichten zufolge habe Jakelin für mehrere Tage keine Nahrung und kein Wasser zu sich genommen. Nach Angaben des Ministeriums für Heimatschutz (Department of Homeland Security – DHS) ist das Mädchen am vergangenen Donnerstag "mit ihrem Vater wegen illegaler Einreise mit einer Gruppe von 163 illegalen Einwanderern festgenommen" worden – jenseits der Grenze in der Nähe von Antelope Wells, New Mexico. Nach Informationen der US-Grenzschutzpolizei bekam das Kind in Gewahrsam Fieber und Anfälle. Man habe sie daraufhin in ein Krankenhaus in El Paso geflogen, wo sie dann einen Herzstillstand erlitten habe und diesem schließlich erlag.

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In einer zynischen Verdrehung von Ursache und Wirkung meldete sich anschließend die Leiterin des US-Heimatschutzministerium, Kirstjen Nielsen, zu Wort:

Es ist herzzerreißend. Dies ist ein sehr trauriges Beispiel für die Gefahren dieser Reise. Diese Familie hat sich entschieden, [die Grenze] illegal zu überqueren.

Nielsen war sich nicht zu schade dafür, anschließend eine Erklärung auf den Weg zu schicken:

Unser aufrichtiges Beileid gilt der Familie des Kindes. Die Grenzschutzbeamten unternahmen alle möglichen Schritte, um das Leben des Kindes unter den schwierigsten Umständen zu retten. Als Väter und Mütter, Brüder und Schwestern haben wir Mitgefühl beim Verlust eines Kindes", so der Wortlaut des Schreibens.

Nach Informationen der US-Grenzpolizei verstarb das kleine Mädchen an "Dehydrierung und einem Schock". Zuvor habe sie tagelang weder Nahrung noch Wasser zu sich genommen, so die offizielle Version der tragischen Geschehnisse. Dieser Darstellung der Grenzpolizei wiedersprach der Vater des Mädchens, Nery Gilberto Caal Cruz, jedoch vehement am vergangenen Samstag.

So erklärte dessen Anwalt, Caal habe "sichergestellt", "dass sie ernährt wurde und genügend Wasser erhielt". Ohnehin ist es in der Tat kaum vorstellbar, dass ein Vater den strapaziösen Marsch wohlgenährt übersteht und die eigene Tochter Hunger und Durst leiden lässt. Seine Tochter habe sich in guter körperlicher Verfassung befunden, erklärte Caal. Die Familie des Opfers strebt nun eine Untersuchung der Todesumstände an.

Doch obwohl dies noch nicht geschehen ist, die hat US-Regierung ihr Urteil bereits gefällt. Demnach sei es nicht die eigene Politik, die den Tod des Mädchens verschuldet hat. Vielmehr sei der Vater verantwortlich, da er seine Tochter mit auf die Reise genommen hatte. Eine Reise, die freilich bewusst immer strapaziöser und tödlicher gestaltet wird. So werden Flüchtlinge dazu gezwungen, immer abgelegenere Gebiete zu nutzen, wodurch die Flucht ungleich gefährlicher wird. Im Jahr 2017 wurden mindestens 412 Menschen an der südwestlichen US-Grenze tot aufgefunden. Im Jahr zuvor waren es 398 Tote.

Unsere Politik zwingt die Leute dazu, Dinge zu tun, die gefährlich sind", erklärte Rubén García, Betreiber der Notunterkunft, in der Caal Cruz zwischenzeitlich Obdach gefunden hat.

Auch EX-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton ließ den Tod des Mädchens nicht ungenutzt.

Es gibt keine Worte, um den Horror eines siebenjährigen Mädchens zu beschreiben, das in US-Gewahrsam an Dehydrierung stirbt. Was an unseren Grenzen geschieht, ist eine humanitäre Krise", so Clinton.

Dabei unterscheidet sich der Umgang der Regierung Trump mit Flüchtlingen nicht grundsätzlich vom Vorgehen der Vorgängerregierung. Vielmehr wird das, was sonst lautlos geschah, nun für die Mobilisierung der eigenen Wählerschaft genutzt.

Zuletzt schockierten Videoaufnahmen von geflüchteten Kindern, die mutmaßlich mit Nummern auf ihren Armen markiert wurden. Nach Angaben eines NBC-Reporters stammten die Aufnahmen aus der Stadt Juárez. Demnach seien selbst Säuglinge mit Nummern versehen worden.

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