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"Ethisch und ehrenhaft": Microsoft will US-Militär Zugang zu all seinen Technologien verschaffen

"Ethisch und ehrenhaft": Microsoft will US-Militär Zugang zu all seinen Technologien verschaffen
Trotz wachsender Kritik auch in den eigenen Reihen will Microsoft-Chef Brad Smith dem Pentagon Zugang zu allen Technologien des IT-Riesens verschaffen. Das US-Militär verfüge über eine "ethische und ehrenhafte Tradition", begründete Smith.

Die Kooperation von IT-Firmen aus dem Silicon Valley mit dem Pentagon und US-Geheimdiensten sorgt immer wieder für Aufsehen. Während Google etwa mit technologischem Beistand dem US-Militär im Rahmen bei seinen Drohneneinsätzen behilflich ist, richtete Amazon jüngst einen Speicherdienst für US-Geheimdienste ein. Diese Kooperation stößt aber auch immer wieder auf Kritik – auch in den Firmen selbst. So kündigten Google-Mitarbeiter wegen der Zusammenarbeit mit dem US-Militär ihre Anstellung.

Filmszene aus

Dessen ungeachtet hat Microsoft-Präsident Brad Smith nun erklärt, dass sein Unternehmen "dem US-Militär Zugang zur besten Technologie verschaffen wird … die gesamte Technologie, die wir entwickeln. Punkt!" Das sagte Smith während des diesjährigen Reagan National Defense Forum am Wochenende. Er wolle das Silicon Valley wissen lassen, welch "ethische und ehrenhafte Tradition das Militär" habe.

Smith argumentierte, dass das Militär nicht von dem globalen technologischen Fortschritt im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ausgeschlossen werden sollte, der "für alle von Bedeutung" sei und nicht nur "für junge Menschen, die zufällig an der Westküste leben".

Hinsichtlich der auch von Microsoft-Mitarbeitern artikulierten moralischen Bedenken gegenüber einer Kooperation mit dem Militär sagte Smith, es gebe "gewisse Ängste" unter "einigen Mitarbeitern". Sein Unternehmen fühle sich daher verpflichtet, "die ethischen Probleme anzugehen, die neue Technologien mit sich bringen".

Tatsächlich äußerten Microsoft-Mitarbeiter nicht nur einige "Bedenken", sondern stellten sich offen gegen die Bewerbung des Technologieriesen um das US-Militärprojekt JEDI (Joint Enterprise Defense Infrastructure). Dabei geht es um Cloud-Computing, also die Online-Bereitstellung von IT-Infrastruktur wie zum Beispiel Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware.

Laut öffentlich zugänglichen Informationen zielt JEDI darauf ab, die Computersysteme des Militärs auf dem neuesten Stand zu halten, indem es sie in eine einzige große Cloud verschiebt.

Microsoft-Mitarbeiter sprechen sich gegen Militärkooperation aus

In einem offenen Brief, der im Oktober auf dem Internetportal Medium.com veröffentlicht wurde, erklärten namentlich nicht genannte Mitarbeiter, dass sie sich Microsoft mit der Erwartung angeschlossen hätten, dass die "von uns entwickelten Technologien keinen Schaden oder menschliches Leid verursachen werden".

Dem Konzern könnte ein äußerst lukratives Weihnachtsgeschenk ins Haus stehen.

Sie warfen den Führungskräften zudem vor, zur Erzielung "kurzfristiger Gewinne" die Richtlinien des Unternehmens zu verraten, die besagten, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz "fair, zuverlässig und ungefährlich, vertraulich und sicher, inklusiv, transparent und rechenschaftspflichtig" sein sollte.

Google hatte sein Angebot zur Mitarbeit an dem JEDI-Programm zurückgezogen, nachdem es zu einem massiven Aufschrei der Belegschaft wegen der bereits erwähnten Kooperation bei den Drohneneinsätzen gekommen war.

Mehr zum Thema - Kein Einstieg ins Kriegsgeschäft: Google-Mitarbeiter protestieren gegen Zusammenarbeit mit Pentagon

Mit seinem Hohelied auf das US-Militär steht der Microsoft-Präsident innerhalb der IT-Branche nicht allein. Im Oktober warnte Amazon-Chef Jeff Boss, das Land sei "in Schwierigkeiten", "wenn große Technologieunternehmen dem Verteidigungsministerium den Rücken kehren". Er fügte hinzu, dass die USA "ein großartiges Land" seien und "verteidigt werden" müssten.

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