Microsoft: Russen versuchten Senat und Think-Tanks zu hacken - Beweise dafür haben wir aber nicht

Microsoft: Russen versuchten Senat und Think-Tanks zu hacken - Beweise dafür haben wir aber nicht
Russischer Kreml-Hacker in Aktion. Diesmal hat er, weil er einfach nicht anders kann, republikanische Think-Tanks und den US-Senat ins Visier genommen...
Microsoft hat bekanntgegeben, man habe Versuche des russischen Militärgeheimdienstes abgewehrt, den US-Senat und konservative Denkfabriken zu hacken. Dazu hätten falsche Webseiten gedient. Belege gibt es nicht, doch das stört den Mainstream in der Berichterstattung nicht.

Die Hacker-Gruppe "Fancy Bear" wurde bereits als angeblicher Verursacher der Hacker-Angriffe auf das Democratic National Committee 2016 angeprangert. Nach Angaben von Sicherheitsbehörden und Unternehmen aus dieser Branche wird die Gruppe angeblich durch die russische militärische Geheimdiensteinheit GRU gelenkt.

Seiten sollen täuschend echt nachgebaut worden sein

Netzwerk (Symbolbild)

Microsoft gab nun bekannt, man habe eine gerichtliche Verfügung veranlasst, welche dem Unternehmen die Kontrolle über sechs Webseiten überträgt, die von der Gruppe "Fancy Bear" eingerichtet worden sein sollen. Diese Webseiten hätte den Hackern die Möglichkeit geben können, vor den "Midterms" - den Halbzeitwahlen in den USA - Angriffe auf die Kandidaten durchzuführen. Bei den Halbzeitwahlen im November  werden die 435 Sitze des Repräsentantenhauses und 35 von 100 Sitzen des Senats neu vergeben. 

Am Montag schrieb Microsoft-Präsident Brad Smith in einem Blog-Eintrag auf der Seite von Microsoft: 

Angreifer wollen ihre Angriffe so realistisch wie möglich aussehen lassen und deshalb erstellen sie Webseiten und URLs, die so wie diejenigen (Internet-)Seiten aussehen, von denen ihre auserkorenen Opfer erwarten, Emails zu erhalten, oder die diese bereit sind, anzuklicken. 

Der Richter im Regierungsbezirk Virginia erlaubte Microsoft, die Kontrolle über die Webseiten zu übernehmen. Darunter, so berichtete CNN, hätten einige so ausgesehen, als ob sie dem konservativen Think-Tank Hudson Institut und dem International Republican Institute zuzurechnen wären, dessen Gremium sechs Senatoren angehörten. Hacker hätten in weiterer Folge über die Webseiten "Spearphishing" betreiben können und Emails an Senatoren senden, um an die Passwörter zu gelangen. Schon lange im Vorfeld der US-amerikanischen Halbzeitwahlen im November hatten Regierung und Geheimdienste Warnungen vor angeblich drohenden russischen Versuchen der Einflussnahme ausgesprochen. 

Neuer britischer Außenminister fordert mehr Sanktionen der EU - "Schulter an Schulter mit den USA"

Der neue britische Außenminister Jeremy Hunt forderte unterdessen von der EU weitere Sanktionen gegen Russland. Diese Forderung begründet er mit der Skripal-Affäre. Mittels neuer Sanktionen solle Europa das "schlechte Verhalten" Russlands in aller Welt verurteilen, so Hunt. 

Im März hatte die "Skripal-Affäre" eine diplomatische Krise zwischen Großbritannien und Russland ausgelöst. Der ehemalige Doppelagent Sergej Skripal und dessen Tochter sollen durch das Nervengift Nowitschok in Salisbury vergiftet worden sein. Die Regierung in London bleibt bis dato eindeutige Beweise für eine Verwicklung Moskaus schuldig. Im Juni erkrankten in Amesbury, unweit von Salisbury, zwei weitere Menschen, weil diese, so wurde berichtet, ebenfalls mit Nowitschok in Verbindung gekommen sein sollen. Eine Frau starb dabei mutmaßlich an den Folgen der Vergiftung. Auf die Skripal-Affäre folgte eine Ausweisung jeweils mehrerer Dutzend russischer Diplomaten aus den USA und der EU, Moskau reagierte mit Gegenmaßnahmen. Hunt fordert nun von der EU, "Schulter an Schulter mit den Amerikanern" zu stehen. 

Microsoft räumte ein, das Unternehmen habe keinen Beweise dafür, dass die Angaben auf den Webseiten tatsächlich von russischen Einflussagenten gefälscht worden wären. Angebliche Hacking-Opfer aus den Reihen der US-Demokraten hatten sich vor knapp einer Woche in den Medien zu Wort gemeldet. Dr. Hans Keirstead und David Min hatten in den Vorwahlen in Kalifornien verloren. Der Ursprung der Angriffe auf die beiden Politiker ist bis dato nicht bekannt. Facebook gab Ende Juli erstmals bekannt, dass es Versuche über die Social-Media-Plattform gegeben habe, Einfluss auf die bevorstehenden Midterms zu nehmen. 32 gefälschte Facebook-Konten habe das Unternehmen daraufhin gelöscht. Bei dem Social-Media Giganten ist man sich nicht sicher, wo die Versuche der Einflussnahme herrühren. Sie könnten aber aus Russland stammen. 

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