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Bericht: Angebliche Spionin in Moskauer US-Botschaft war Russin und vom US-Geheimdienst angeheuert

Bericht: Angebliche Spionin in Moskauer US-Botschaft war Russin und vom US-Geheimdienst angeheuert
US-Botschaft in Moskau
Laut dem "Guardian" vom Freitag soll in der US-Botschaft in Moskau über zehn Jahre lang eine Russin tätig gewesen sein, die sich zudem mit dem russischen Geheimdienst getroffen habe. Sie sei 2017 geräuschlos entlassen worden, um einen Skandal zu verhindern.

Die russische Angestellte habe länger als zehn Jahre Zugang zu Geheimdienstinformationen und E-Mails gehabt und diese auch an den russischen Inlandsgeheimdienst FSB weitergegeben. Das berichtete die britische Zeitung The Guardian am Donnerstagabend.

Der Fall reiht sich ein in die Kette der Berichte über angebliche Versuche des Kremls, die amerikanische Politik zu beeinflussen. Von Social-Media-Kampagnen über Hackerangriffe bis zur jüngsten Verhaftung der russischen Studentin Maria Butina - einer vermeintlichen  Einflussagentin in Washington.

Mehr zum Thema - USA: Maria Butina weiterhin inhaftiert (Video)

Laut Enthüllungen, die offen die Frage aufwerfen, ob US-Geheimdienste, sogenannte Intelligence Services, weiterhin den Begriff "Intelligence" (Intelligenz) in ihrem Namen verwenden sollten, soll die Frau tatsächlich vom US-Geheimdienst angeheuert worden sei.

Es wird weiter behauptet, dass sie der russischen Staatsangehörigen die Erlaubnis gegeben hätten, im Herzen der diplomatischen Mission Amerikas in Moskau zu arbeiten, und ihr Zugang "zum Intranet und zu den E-Mail-Systemen der Agentur", einschließlich "der Zeitpläne des Präsidenten - gegenwärtig und früher, des Vizepräsidenten und ihrer Ehepartner, einschließlich Hillary Clinton", gewährt hätten.

Alles unter Kontrolle?

Auch wirft der Vorgang Fragen zum Verhältnis der US-Sicherheitsbehörden untereinander auf. Nach Angaben des Guardian reagierte der Geheimdienst auf Warnungen des Außenministeriums nicht mit interner Aufklärung, sondern mit der Entlassung der Frau.

Dem Guardian zufolge relativierte der Geheimdienst den Fall. In einer Stellungnahme erklärte er, alle ausländischen Botschaftsmitarbeiter könnten potenziell unter dem Einfluss ausländischer Geheimdienste stehen. Besonders gelte dies für Russland, daher sei die Arbeit solcher Mitarbeiter auf Übersetzungen, kulturelle Beratung sowie administrative Aufgaben beschränkt.

Zugleich teilte die Behörde aber mit, die Russin habe den US-Diplomaten zugearbeitet, die für Kontakte zum FSB, zum russischen Innenministerium und zum Föderalen Sicherheitsdienst FSO zuständig seien.

Trotzdem hieß es, zu keiner Zeit hätten ausländische Mitarbeiter in einem Büro des US-Geheimdienstes Zugang zu Sicherheitsinformationen gehabt. Neben dem Personenschutz des US-Präsidenten unterliegt dem Secret Service auch die Strafverfolgung auf Bundesebene.

Der Guardian berichtet:

Die Frau hatte jahrelang für den Secret Service gearbeitet, bevor sie 2016 bei einer routinemäßigen Sicherheitsüberprüfung durch zwei Ermittler des Regional Security Office (RSO) des US-Außenministeriums unter Verdacht geriet. Sie stellten fest, dass sie regelmäßige und nicht autorisierte Treffen mit Mitgliedern des FSB, Russlands wichtigster Sicherheitsbehörde, hatte.

Das US-Außenministerium wollte sich zu dem konkreten Fall auf Anfrage des Blattes nicht äußern. In einer Mitteilung an den US-Sender CNN erklärte das Ministerium später, man sei sich bewusst, dass Mitarbeiter der US-Regierung zum Ziel ausländischer Geheimdienste werden können.

Das wird die Amerikaner beruhigen, denn wenn die Geschichte des Guardian richtig ist, hat es den Anschein, als hätten sie die Gefahr nicht erkannt.

Um einen Skandal und peinliche Untersuchungen zu verhindern, sei die Spionin im Sommer des Vorjahres unauffällig entlassen worden, obwohl der Verdacht im Januar aufgekommen sei.

Es wird berichtet, dass eine Geheimdienstquelle behauptet, "ihre häufigen Kontakte mit dem FSB hätten sie verraten. (...) Zahlreiche nicht genehmigte Treffen und Kommunikationen." Immerhin, nach einem Jahrzent.

Spionieren geht gar nicht - Einflussnahme durch US-Botschafter bitte ungestört

Der US-Botschafter Michael McFaul, der während seiner Zeit in der Moskauer Botschaft, von Februar 2012 bis Februar 2014, zu negativer Prominenz gelangte, indem er seinen "Auftrag" so interpretierte, massiv die russische Opposition zu unterstützen, wurde in einem Interview mit dem Sender MSNBC zu den neuesten Enthüllungen befragt.

Er zeigte sich bezüglich der betreffenden Mitarbeiterin unwissend - das Missmanagement an der Botschaft habe also nichts mit seinem Wirken zu tun. Jedoch sei diese Agentin womöglich dafür verantwortlich gewesen, dass bei seinen Treffen mit der Opposition oft gleichzeitig Proteste stattfanden, obwohl er seine Agenda doch behutsam geheim gehalten habe. Die Mitarbeiterin habe möglicherweise Zugang zu relevanten Kalendern und auch zu russischem Sicherheitspersonal, den Bodyguards des US-Botschafters gehabt. Er sei also im Grunde von potenziellen Feinden umzingelt gewesen.

Dass er sich erst durch sein Verständnis der Aufgabe eines Botschafters Feinde in Russland gemacht haben könnte, thematisiert er nicht. Auch scheint ihm die Ironie zu entgehen, dass er sich darüber beschwert, dass er nicht ungestört die russische Gesellschaft aufmischen konnte - während Einflussnahme durch den Kreml das akute Aufregerthema des Gesprächs ist.

Der Moderator - scheinbar in voller Übereinstimmung mit dieser einseitigen Betrachtung - geht so denn auch zu der Frage über, wieso nach den ersten Erkenntnissen über den russischen Maulwurf keine Untersuchung eingeleitet worden sei - und das, obwohl man doch nun täglich über dieses Thema spreche und dabei "hoffe", in solchen Fällen eine Anklage zu erreichen. Butina sei immerhin inhaftiert, so der engagierte Moderator.

In Moskau gab es am Freitag zunächst keine offizielle Reaktion. Der russische Politologe Wladimir Frolow, der gern von westlichen Medien als unabhängige Quelle herangezogen wird, nannte den Artikel indes auf Facebook "ziemlich lachhaft".

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