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Harley-Davidson First: Trump-Liebling zieht es nach Europa

Harley-Davidson First: Trump-Liebling zieht es nach Europa
US-Präsident Donald Trump empfängt Harley-Davidson-Boss Matthew S.Levatich während eines Treffens mit den Geschäftsführern des Unternehmens im Weißen Haus, 2. Februar 2017.
Ausgerechnet das legendäre US-Unternehmen will Zölle auf Verkäufe in die EU umgehen und plant, Teile seiner Produktion nach Europa auszulagern. Trump zeigt sich bitter enttäuscht von seinem einstigen Vorzeigeunternehmen.

Dabei sollte Trumps Devise "America First" doch gerade dieses spezielle Element der wunden US-Seele besänftigen. Wohl kaum ein Unternehmen repräsentiert dabei den amerikanischen Traum von Freiheit, PS und einer Prise Wildem Westen so umfassend wie das 1903 in Milwaukee, Wisconsin gegründete Traditionsunternehmen Harley-Davidson. Der Bundesstaat war während des US-Wahlkampfs hart umkämpft und fiel schließlich mit gut 47 Prozent der Stimmen knapp an Trump.

EU droht USA mit Strafzöllen auf Whiskey und Motorräder als Antwort auf Strafzölle auf Stahlimporte

Nun droht die amerikanische Seele jedoch in Wallung zu geraten, was Trump mit Blick auf kommende Wahlen und sein sorgsam aufgebautes Image als Verteidiger uramerikanischer Interessen und Werte nicht gefallen kann.

Jetzt also der Paukenschlag: Ausgerechnet die sogenannten "Strafzölle" auf ausländischen Stahl und Aluminium, die US-Präsident Trump als Maßnahme der Selbstverteidigung verstanden wissen will, stoßen dem Unternehmen bitter auf. Aus der Easy-Rider-Schmiede ist längst ein knallhart kalkulierendes börsennotiertes Unternehmen geworden, das nun nach eigener Aussage befürchtet, dass sich aufgrund der Trump-Zölle die Rohstoffkosten auf Aluminium- und Stahlimporte um bis zu 20 Millionen US-Dollar erhöhen könnten.

Für wenig entspannte Stimmung sorgen auch die EU-Vergeltungsmaßnahmen. Die Erhöhung der Zölle um 25 Prozent auf ausgesuchte US-Exportgüter würde einen "Stuhl" aus dem Hause Harley-Davidson um ganze 2.000 US-Dollar teurer machen. Da hört der "Made in America"-Spaß für die Motorradbauer offensichtlich aus, verkauft das Unternehmen schließlich jährlich 40.000 seiner Zweiräder nach Europa. Dies macht den Kontinent damit zum zweitwichtigsten Markt des Unternehmens.

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Zur selben Zeit zählt die Biker-Community zu Trumps treuesten und frühesten Unterstützern. Kurz nach seinem Wahlerfolg lud er die Manager des Traditionsunternehmens ins Weiße Haus ein und gab sich als großer Fan – kernige Bilder mit Symbolcharakter inklusive.

Wir sind stolz auf euch! Made in America, Harley-Davidson“, jubelte der US-Präsident den Harley-Bossen während des Empfangs zu.

Doch die Ankündigung der Unternehmer treibt nun einen Keil zwischen die vermeintlich verschworene Truppe. Zunächst zeigte sich Trump enttäuscht und appelierte an den uramerikanischen Unternehmergeist.

Eine Harley-Davidson sollte niemals in einem anderen Land gebaut werden! Ihre Angestellten und Kunden sind schon sehr verärgert. Wenn sie gehen, wartet ab, wird das der Anfang vom Ende sein. Die Aura wird verschwunden sein, und sie werden besteuert werden wie niemals zuvor!

Dann ließ Trump seinem Frust über die Entscheidung der Motorradbauer freien Lauf:

Ich bin überrascht, dass von allen Unternehmen ausgerechnet Harley-Davidson als erstes die weiße Flage hisst. Ich habe hart für Sie gekämpft, und am Ende werden Sie keine Zölle für Verkäufe in die EU bezahlen, die uns im Handel so schwer zugesetzt hat, unter dem Strich 151 Milliarden Dollar. Zölle sind nur eine Harley-Ausrede. Seid geduldig!

Trump beschuldigte die Firma in seinem Tweet, den Zollkonflikt nur als Vorwand für den Abbau von US-Produktionskapazitäten zu nutzen. Harley-Davidson habe - lange bevor die Zölle verhängt wurden - angekündigt, einen Großteil seines Werks in Kansas City nach Thailand zu verlagern, behauptete Trump und legte via Twitter nach.

Harley-Davidson hatte bereits vor über einem Jahr bekannt gegeben, eine Fabrik in Thailand zu bauen. Zölle nannte das Unternehmen damals nicht als Grund. Es gehe darum, die Präsenz auf dem asiatisch-pazifischen Markt zu erhöhen. Die Ankündigung vom Montag klang ganz anders: Würde man die höheren Kosten durch die EU-Zölle mit einer Preiserhöhung an Käufer weitergeben, hätte das einen "sofortigen und langanhaltenden" Schaden für das Geschäft zur Folge, erklärte Harley-Davidson.

Harley-Davidson ist nicht die einzige US-Traditionsfirma, die rasch auf die Vergeltungsmaßnahmen der EU reagierte. So dürfte Whiskey der Marke Jack Daniel's für Kunden in Europa wegen des Handelsstreits bald teurer werden. "Wir werden die Preise in den nächsten Monaten erhöhen", bestätigte ein Sprecher des Spirituosenkonzerns Brown-Forman aus Louisville in Kentucky auf Nachfrage.

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