"Jungle Primaries" in Kalifornien - Demokraten fürchten Stimmenzersplitterung in Wahlbezirken

"Jungle Primaries" in Kalifornien - Demokraten fürchten Stimmenzersplitterung in Wahlbezirken
Der republikanische und von Präsident Donald Trump favorisierte Kandidat John Cox, San Diego, USA, 5. Juni 2018.
In den USA bestimmen Demokraten und Republikaner ihre Kongresskandidaten in Vorwahlen in der ersten Jahreshälfte. Nun ist Kalifornien mit seinen "Jungle Primaries" an der Reihe. Demokraten versuchen sich auf ehemalige Hillary-Clinton-Bezirke zu konzentrieren.

Den Demokraten geht es insbesondere darum, sieben bislang republikanische Sitze zu ergattern und den Nachfolger des Gouverneurs Jerry Brown zu stellen. Nach den Regeln der "Jungle Primary"-Wahlen, die auch als "Top Two" bezeichnet werden, gehen die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, in die Wahlen zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten am 6. November. Bei den Wahlen im November handelt es sich um Halbzeitwahlen, in denen alle 435 Mandate im US-Repräsentantenhaus und ein Drittel der Senatssitze neu bestimmt werden. Die Wahl markiert auch die Hälfte der ersten Amtszeit Donald Trumps.

In Orange County könnten sich die Demokraten selbst ein Bein stellen

Bei den "Jungle Primaries" können Wähler Kandidaten quer durch das Angebot wählen. Arnold Schwarzenegger führte dieses neue System als Gouverneur im Jahr 2012 ein. Dies sollte Kandidaten ohne Parteizugehörigkeit in den USA zu höheren Chancen verhelfen und vor allem konsensfähige Kandidaten bevorzugen. Innerhalb der USA gibt es Vorwahlen in ähnlicher Form nur in den Staaten Louisiana und in Washington.

Unter jenen Demokraten, die wieder in den Senat gewählt werden könnten, ist die seit 1992 dort vertretene Dianne Feinstein, nachdem diese bereits die meisten Stimmen in den Vorwahlen ihrer Partei in Kalifornien erzielen konnte. Die Demokraten peilen zudem sieben bislang republikanische Bezirke an, die 2016 bei den Präsidentschaftswahlen für Hillary Clinton stimmten: die Distrikte 10 und 21 im Central Valley, den Distrikt 25 im Verwaltungsbezirk Los Angeles, die Distrikte 39, 45 und 48 in Orange County und den Distrikt 49, der sich über Territorien der Verwaltungsbezirke Orange und San Diego erstreckt.

Auf Grund der vielen demokratischen Kandidaten in Orange County befinden sich jedoch insgesamt 45 Kandidaten im Rennen um drei Sitze. Bei den Demokraten ist daher die Befürchtung groß, dass durch die Streuung der Stimmen zwei republikanische Kandidaten hier das Rennen machen könnten. Die Parteien gaben mehrere Millionen US-Dollar für Werbeanzeigen auf Englisch und Spanisch aus. 

Trump setzt auf John Cox

Gouverneur werden will aufseiten der Demokraten der derzeitige Vize Gavin Newsom, der ebenso wie Feinstein ehemaliger Bürgermeister von San Francisco war. Im November wird er sich voraussichtlich gegen John Cox behaupten müssen. Der republikanische Geschäftsmann wird von Donald Trump unterstützt. Trump schrieb über ihn: "Er wird einen großen Unterschied ausmachen." 

Sorgen macht zudem ein Druckfehler, der am Dienstag bekannt wurde. So wurden 119.000 Namen in den Wählerlisten des Wahlbezirks Los Angeles ausgelassen. Der Wahlgang könnte sich hierdurch verzögern. Vorwahlen zu den Kongresswahlen gab es zudem auch in Alabama, Iowa, Mississippi, Montana, New Jersey, New Mexiko und South Dakota. 

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