"Ehrfurcht vor Menschenrechten" - Ex-US-Geheimdienstdirektor verteidigt Regime Changes

"Ehrfurcht vor Menschenrechten" - Ex-US-Geheimdienstdirektor verteidigt Regime Changes
Der Ex-Geheimdienstdirektor der USA James R. Clapper verurteilt erneut die angebliche russische Einmischung in die US-Präsidentschaftswahlen. Die Vereinigten Staten selbst hätten bei Regime Changes und Wahleinmischung immer das Wohl der Menschen im Auge gehabt.

Der ehemalige Nationale Geheimdienstdirektor der USA James R. Clapper sprach in einem Interview mit Bloomberg ganz offen über die Irak-Lüge, Snowden und die zahlreichen Versuche der USA, Wahlen zu manipulieren und Regierungen zu stürzen.

Gefragt, was für ihn der größte Fehler der amerikanischen Geheimdienste gewesen sei, nennt er den Irak.

Ich denke, dass es die Einschätzung der Geheimdienste bezüglich Massenvernichtungswaffen im Irak im Oktober 2002 war. Sie wurde als Grundlage für die Invasion des Irak verwendet, die alle möglichen negativen Auswirkungen hatte, ganz zu schweigen von den Opfern an Leben und Vermögenswerten, die sich daraus ergaben. Ich denke, das muss der Fehler gewesen sein, der am folgenreichsten war.

Snowden habe dem Steuerzahler geschadet

Ein weiteres schwerwiegendes "Ereignis" sind seiner Meinung nach die Enthüllungen Edward Snowdens über die Abhörmethoden der NSA. Snowden machte 2013 öffentlich, dass die USA und Großbritannien ab 2007 Daten aus dem Internet und der Telekommunnikation auf Vorrat verdachtsunabhängig und global abgriffen. Clapper sieht den größten Schaden jedoch nicht im Vertrauensverlust gegenüber seinem Land.

Und natürlich verursachte das enorme institutionelle Kosten für den [Sicherheits-] Sektor - und wenn Sie Steuerzahler sind, müssen Sie zahlen, um den Schaden wieder gutzumachen, den Snowden durch die Verschlechterung unserer geheimdienstlichen Fähigkeiten im Ausland verursacht hat.

Auch über die Präsidentschaftswahlen spricht Clapper freimütig und bedauert, dass Obama nicht früher auf russische Wahlmanipulation hingewiesen habe. Danach habe Obama nicht in den Wahlkampf eingreifen wollen. Zuvor hatte Trump angedeutet, die Wahl könnte zu seinen Ungunsten manipuliert werden. Obama wollte den Wahlkampf angeblich nicht zugunsten des einen oder anderen Kandidaten verschieben.

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"Angesichts der traditionellen Ehrfurcht vor den Menschenrechten"

Der Reporter Tobin Harshaw stellt daraufhin die Frage nach der US-Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten. In seinem Buch werden 81 Länder aufgeführt, in welchen Wahlmanipulationen durch die USA stattgefunden haben.

Ich denke, dass wir in unserer Geschichte, als wir versuchten, Wahlen zu manipulieren oder zu beeinflussen oder sogar Regierungen zu stürzen, die Interessen der Menschen in diesem Land im Auge hatten - angesichts der traditionellen Ehrfurcht vor den Menschenrechten.

James R. Clapper war von 2010 bis 2017 als Nationaler Geheimdienstdirektor der Koordinator aller 17 Nachrichtendienste der Vereinigten Staaten. 2014 wurde bekannt, dass Clapper das Nationale Sicherheitskomittee über das Ausmaß des NSA-Abhörskandals belogen hatte. Über die angebliche Einmischung in den US-Wahlkampf sagte Clapper, der "Russe" sei dazu genetisch prädestiniert:

Wenn man dies im Kontext mit alledem sieht, was wir über die Einmischung der Russen in die Wahlen wussten, und die historischen Methoden der Russen (in Betracht ziehen), die typischerweise nahezu genetisch dazu getrieben sind, zu führen, vorzudringen, sich Zuwachs zu erarbeiten, was auch immer - was typische russische Techniken sind - wir waren beunruhigt.

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