"Active Shooter" gestoppt: Schulmassaker-Computerspiel wird nicht veröffentlicht

"Active Shooter" gestoppt: Schulmassaker-Computerspiel wird nicht veröffentlicht
(Symbolbild)
Nach viel Kritik und einer Petition von US-Politikern und Eltern von Kindern, die beim Massaker in Parkland Florida ums Leben kamen, wurde der Vertrieb des Videospiels "Active Shooter" aufgehalten. Der Spieler hätte zwischen der Rolle eines Polizisten oder des Angreifers auswählen können.

Das Computerspiel "Active Shooter", das ein Schulmassaker simuliert, sollte planmäßig am 6. Juni auf der Videospielplattform "Steam" veröffentlicht werden. Die Plattform gehört der US-Firma Valve Corp. Entwickelt wurde das Spiel von Revived Games. 

Politiker und Eltern von durch Waffengewalt getöteten Schülern richteten eine Online-Petition ein, um den Verkauf des Spiels noch zu verhindern. Mehr als 25.000 Personen unterzeichneten die Petition. Viele Menschen brachten in den sozialen Medien ihren Unmut über das Spiel zum Ausdruck. 

So schrieb Ryan Petty, Vater eines getöteten 14-Jährigen Mädchens, die in einer High-School Opfer eines Massakers wurde, auf Twitter:

Widerwärtig. Lasst Steam Games wissen, dass Spiele, die Szenarien nachstellen, mit aktiven Schützen in Schulen, in denen Spieler auf Zivilisten, Studenten und Gesetzeshüter schießen, nicht akzeptabel sind.

Seit Beginn des Jahres ereigneten sich 23 Schießereien an Schulen in den USA, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden. Im Durchschnitt gibt es in den USA pro Woche einen Angriff auf eine Schule. Dabei werden alle Vorfälle mit einbezogen, bei der mindestens eine Person angeschossen wurde. Bei den jüngsten Massakern an US-Schulen in Parkland und Texas kamen insgesamt 27 Menschen ums Leben.

Weiterhin sagte Ryan Petty, dass es widerwärtig sei, dass Valve Cor. versuche, aus den Tragödien Profit zu schlagen. Ein anderer Vater eines Opfers rief zum Boykott des Spiels auf. Die Webseite des Anbieters verwies zunächst nur darauf, dass es sich lediglich um ein Spiel handelt: 

Bitte nehmt hiervon nichts ernst. Dies ist nur als Simulation und nichts anderes gemeint. Wenn euch oder Leuten in eurem Umfeld danach ist, jemanden zu verletzen, dann sucht Hilfe bei lokalen Psychiatern oder ruft 911 an. 

An Mittwoch wurde das Spiel von der Webseite von Valve entfernt. Womöglich wird noch erwogen, einfach die Rolle des Angreifers aus dem Spiel zu entfernen. 

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