US-Sicherheitskräfte auf amerikanischen Atomraketen-Basen standen unter LSD-Einfluss

US-Sicherheitskräfte auf amerikanischen Atomraketen-Basen standen unter LSD-Einfluss
Minuteman-II-Raketentest, Vandenburg Air Force Base, USA, 24. Juni 1997.
Associated Press ist im Besitz von Aufzeichnungen der US Air Force, denen zufolge Soldaten, die amerikanische Atomwaffen bewachten, LSD und andere Drogen konsumierten. Erst nach Monaten wurde der massive Drogenkonsum auf dem Stützpunkt Wyoming entdeckt.

Einer der Soldaten, der auf der Atomraketenbasis Francis E. Warren Air Force Base in Wyoming stationiert war, flüchtete nach Mexiko, als die Polizei eintraf. Es war der Eintrag eines Mitglieds der Truppen in den sozialen Medien, der die Polizei 2016 auf die Spur des Drogenrings brachte. Einer der Soldaten verbreitete ein Video auf Snapchat, in dem er Marihuana konsumierte.

Ingesamt 14 Soldaten wurden disziplinarisch bestraft, sechs von ihnen wurden gerichtlich wegen Drogenhandels oder Drogenkonsum verurteilt. Beschuldigt, die Drogen während des Dienstes eingenommen zu haben, wurde niemand. 

Lt. Col. Uriah L. Orland kommentierte die Geschehnisse:

Es gibt mehrere Tests, um sicherzugehen, dass die Soldaten, die ihren Dienst antreten, nicht unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen stehen und in der Lage sind, die Aufgaben sicher, verlässlich und effektiv durchzuführen.

Auf der Atomraketenbasis aber lagert Minuteman III, eine interkontinentale ballistische Rakete, die den Kern der amerikanischen Atomstreitkraft bildet. Die Rakete ist mit nuklearen Sprengköpfen ausgestattet. Das Air Force Nuclear Missile Corps geriet schon vorher wegen schlechter Moral und mangelhafter Disziplin sowie Missmanagement in die Kritik. Die Beschuldigten waren damit betraut, ein Drittel der 400 Minuteman-III-Raketen, die in Rufbereitschaft sind, rund um die Uhr zu bewachen. Neben LSD wurden auch Kokain und andere Drogen konsumiert. Laut Dienstvertrag wird vom Air Force Nuclear Missile Corps aufgrund der Aufgaben tadelloses Verhalten erwartet.

LSD, das auch als Acid bezeichnet wird, gehört zu den stark halluzinogenen Drogen und kann auch bei geringer Dosierung pseudohalluzinogene Wirkungen hervorrufen. Eine hohe Dosierung kann dazu führen, dass die Kontrolle über die eigenen Handlungen sowie das Gefühl für Gefahren verloren geht.

Einer der Drogenkonsumenten auf dem Stützpunkt, der Gefreite Tommy N. Ashworth, äußerte sich vor Gericht:

Ich fühlte Paranoia, Panik. Ich wusste nicht, ob ich in der Nacht sterben würde oder nicht. (...) Fast, als würde ich einen Herzinfarkt oder einen Hitzschlag bekommen.

Dreimal habe Ashworth außerhalb seiner Dienstzeit LSD genommen. Ein anderer Soldat sagte vor Gericht aus, dass er unter Drogeneinfluss nicht dienstfähig gewesen wäre, wenn man ihn zur Raketenbasis beordert hätte. Angaben über die Zeitspanne zwischen der Einnahme der Drogen und der Wiederaufnahme des Dienstes gibt es nicht. LSD ist in den USA illegal. Dennoch nahm das Pentagon die Droge 2006 von den Drogentests aus.

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