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Facebook: Zuckerberg reumütig nach Datenaffäre - Unternehmensgewinne stehen auf dem Spiel

Facebook: Zuckerberg reumütig nach Datenaffäre - Unternehmensgewinne stehen auf dem Spiel
Mark Zuckerberg entschuldigt sich für mutmaßlichen Datenmissbrauch. Das Unternehmen Cambridge Analytica hatte mittels einer App Nutzerdaten gesammelt und diese gespeichert. Das Vertrauen der Anleger steht auf dem Spiel, denn Nutzerdaten sind Facebooks Kapital.

Die Auswertung des Nutzerverhaltens auf Facebook sichert dem Unternehmen den Erfolg bei Aktionären und Werbekunden. Im Jahr 2011 verpflichtete sich Facebook dazu, Nutzer der Plattform erst um ihre Einwilligung zu fragen, bevor ihre persönlichen Daten weitergereicht werden. Die jüngst erhobenen Vorwürfe zum Umgang mit Nutzerdaten stünden konträr zu dieser Unternehmensverpflichtung. 

Zuckerberg entschuldigte sich dafür am Mittwoch in den US-Medien. In einem Interview mit dem Sender CNN sagte Zuckerberg: "Es tut mir leid, dass es passiert ist." Es geht um die Datenabschöpfung durch ein Big-Data-Unternehmen namens Cambridge Analytica (CA), die 50 Millionen Facebook-Nutzer betroffen haben könnte. CA ist ein Datenanalyse-Unternehmen, welches online persönliche Nutzerdaten erhebt und diese unter anderem gezielt einsetzt, um für Kunden aus der Politik Wahlkampf zu betreiben. Die Botschaften des Wahlkampfes seien dabei auf die jeweiligen Nutzer abgestimmt. Zuckerberg weist bisher jede Schuld an möglichen unautorisierten Datensammlungen von sich und sieht die Schuld bei Cambridge Analytica.  

Ratespiel als Eingangstor zur Datensammlung

Um weiteren negativen Schlagzeilen zu entgehen, will Facebook nun alle Apps zwischen 2010 bis 2015 prüfen. Ein schwieriges Unterfangen, denn die Hersteller der Apps könnten die dadurch gesammelten Daten längst weiterveräußert haben. Cambridge Analytica hatte zugesichert, Daten, die bis 2015 gesammelt wurden, zu löschen. Dies aber soll nicht passiert sein. 

Vergangenen Freitag meldeten der Observer of London und der britische Channel 4, dass Cambridge Analytica nicht alle Daten von Facebook-Nutzern gelöscht habe. Um an die Daten zu kommen, bediente sich das Unternehmen eines Ratespiels, welches über ein App unter dem Namen "thisisyoudigitallife" lief. Die App wurde 270.000 Mal heruntergeladen. Der Entwickler CAs, Aleksandr Kogan, kreierte das Tool zur Datensammlung.

Facebook-CEO Zuckerberg dazu: 

Das war ein Vertrauensbruch zwischen Kogan, Cambridge Analytica und Facebook. Aber es war auch ein Vertrauensbruch zwischen Facebook und den Menschen, die ihre Daten mit uns teilen und von uns erwarten, dass wir diese schützen. 

Zuckerberg verwies auf seine Verantwortung: 

Wir tragen die Verantwortung, ihre Daten zu schützen und wenn wir dies nicht können, verdienen wir sie nicht. 

Apps holen im Regelfall Zugriffserlaubnis ein

Facebook-Nutzer können mittels des sozialen Netzwerks nun auch prüfen, ob auch ihre Daten betroffen sind. Jetzt will Facebook einen Schlussstrich ziehen und Drittanbieter-Apps den Zugang zu persönlichen Nutzerdaten einschränken: 

Ein Plakat an der Zentrale von Cambridge Analytica in London fordert dazu auf, den geschassten Chef des Unternehmens Alexander Nix hinter Gitter zu sperren.

Gibt es da draußen andere Cambridge Analyticas? Gab es Apps, die Zugang zu mehr Informationen erhielten und diese möglicherweise ohne unser Wissen verkauften oder etwas getan haben, das das Vertrauen der Menschen verletzte? Wir müssen auch sicher gehen, dass wir dies unter Kontrolle bekommen. 

Facebook-Nutzer müssen allerdings in aller Regel Apps, die sie nutzen wollen, explizit den Zugriff auf ihre Daten erlauben.

Unter den Kunden von Cambridge Analytica war auch das Wahlkampf-Team von US-Präsident Donald Trump. Der Whistleblower Edward Snowden sieht in Facebook ein Unternehmen, welches durch das Sammeln und Verkaufen von detaillierten Aufzeichnungen über das Privatleben Geld verdient. Solche

wurden früher einfach als Überwachungsunternehmen bezeichnet. Ihr Rebranding als Social Media ist die erfolgreichste Täuschung, seit das Kriegsministerium zum Verteidigungsministerium wurde.

Politiker fordern Erklärung von Facebook

Für Facebook ist dies die schwerste Krise seit Gründung des Unternehmens. Cambridge Analytica bestreitet, Facebook-Daten für die Wahlkampagne Trumps genutzt zu haben. Jetzt beschäftigt sich die Handelsaufsichtsbehörde FTC mit dem Fall. Zunächst forderten die Staatsanwaltschaften New Yorks und Massachusetts eine schriftliche Erklärung von Facebook. Die britische Datenschutzbehörde will eine Durchsuchungserlaubnis bei Cambridge Analytica. In Deutschland fordert Katarina Barley, Bundesjustiz- und Verbraucherschutzministerin, eine Erklärung von Facebook. Auch der Parlamentspräsident der EU, Antonio Tajani, will, dass sich Facebook gegenüber Millionen von Europäern erklärt. 

Facebook: Datenskandal oder Wahlkampf der Zukunft? 

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