Colin Powell zeigt sich besorgt: Immer mehr US-Kids zu fett fürs Militär oder vorbestraft

Colin Powell zeigt sich besorgt: Immer mehr US-Kids zu fett fürs Militär oder vorbestraft
US-Außenminister a.D. Colin Powell hat in einer Rede vor afro-amerikanischen Kongressmitgliedern geklagt, dass nur 25 Prozent aller US-Jugendlichen armeetauglich wären. Neben Disziplin und Dienstethos müssten auch Gesundheitswesen und Bildung gestärkt werden.

Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater, Generalstabschef und langjährige frühere US-Außenminister Colin Powell hat sich auf einer Veranstaltung der afro-amerikanischen Kongressabgeordneten-Vereinigung sehr kritisch über den US-Nachwuchs mit Blick auf dessen mögliche Armee-Perspektiven geäußert. Dies geht aus einem Bericht von PJ Media hervor.

Die Congressional Black Caucus Foundation hatte Powell zuvor mit einem Preis für seine "Errungenschaften als historischer Wegbereiter für schwarze Veteranen" ausgezeichnet.

In seiner Ansprache äußerte Powell sich besorgt über die immer häufiger fehlende Armeetauglichkeit Jugendlicher und Heranwachsender in den USA. Zu viele junge Menschen, so der frühere Vorsitzende des Vereinigten Generalstabes, wären wegen Adipositas oder Vorstrafen nicht für den Dienst in den Streitkräften tauglich. Dies illustriere einige "beängstigende" Probleme in lokalen Gemeinden, die angegangen werden müssten.

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Auch High-School-Absolventen scheitern am Grundlagentest

Powell zufolge seien derzeit nur 25 Prozent der US-Amerikaner im Alter von 18 bis 25 Jahre in der Lage, die Qualifikationsanforderungen für den Eintritt in die Armee zu meistern. Maßstab sei dabei die speziell auf die Armee zugeschnittene Eignungsprüfung "Armed Services Vocational Aptitude Battery" (ASVAB), die dem prominenten Politiker und Armeeveteranen zufolge nicht schwer zu bestehen sei. Powell meint dazu:

Sie schaffen es nicht, den Basistest zu bestehen, dem wir sie unterziehen. Nun, seien wir ehrlich, so schwer ist der nicht, aber selbst erfolgreiche High-School-Absolventen schaffen ihn nicht. Dann gibt es noch Vorstrafen, Drogenkonsum und Fettleibigkeit. Und wenn einer zu viel Übergewicht hat, dann halst sich die Armee zurecht nicht dieses medizinische Problem auf. Auf diese Weise kommen wir zwar immer noch auf die nötige Anzahl an Soldaten, aber es ist schon recht erschreckend, dass nur 25 Prozent unserer jungen Menschen überhaupt für den Militärdienst in Frage kommen.

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Colin Powell diagnostiziert neben den Problemen mit der Ernährung, der Gesundheit und der Bildung auch noch ein grundsätzliches im Bereich der Erziehung:

Das zeigt eine Reihe von Problem, die wir in unseren Communitys haben mit Ernährung, Gesundheit, Bildung und einfach auch der Vermittlung dessen, was man mir als Kind beigebracht hat - Menschen zu respektieren, die eigene Mutter zu ehren, sich um die Schule zu kümmern. […] Wäre ich je nach Hause gekommen und hätte gesagt 'Ich mag die Schule nicht, ich will sie abbrechen', dann hätten sie mich zu Hause rausgeschmissen und gesagt 'Wir holen uns ein anderes Kind, wir brauchen Dich nicht'. Wir müssen diesen Sinn für Disziplin und Verantwortlichkeit in unseren jungen Menschen wiederherstellen. Wir haben in unseren Gemeinden eine Menge Probleme und junge Menschen tun nicht das, was erforderlich ist, um im Leben erfolgreich zu sein.

Patriotismus und der Wunsch nach einem sicheren Gehalt

Anschließend bricht Powell auf Nachfrage aus der Versammlung eine Lanze für mehr afro-amerikanische Soldaten für die US-Armee:

Ich bin sehr dankbar dafür, dass viele junge Afro-Amerikaner das tun, und sie gehen aus vielerlei Gründen zur Armee: eine Kombination aus Patriotismus, dem Willen zur Veränderung und Gewinnung von Lebenserfahrung, Reiselust oder einfach nur dem Wunsch, seinem Land zu dienen. Und viele gehen auch hin, weil es Monat für Monat ein sicheres Gehalt gibt.

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Der Nutzen einer Militärkarriere sei hoch, die Probleme, die er angesprochen habe, seien, so Powell, jedoch nicht allein solche der afro-amerikanischen Communitys, sondern solche, die die US-Jugend insgesamt beträfen.

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Ein möglicher Ausweg, so Powell, sei ein universelles, umfassendes Gesundheitssystem für alle US-Amerikaner, das dazu beitragen könnte, Ernährungsprobleme unter jungen Menschen in den Griff zu bekommen:

Ein umfassendes Gesundheitswesen für alle Menschen im Land, das funktioniert. Ich hatte das während der letzten 60 Jahre, und es hat funktioniert.

Kindern gutes Vorbild bieten, sonst folgen sie den schlechten

Powell unterstrich auch, dass junge Menschen "verantwortungsvolle, sich kümmernde und liebende Erwachsene" um sich brauchen, andernfalls würden sie "einen schlechten Erwachsenen finden, um ihm nachzufolgen".

Der frühere Außenminister skizzierte noch zusätzliche Vorschläge, um den Problemen beizukommen. So müssten junge Menschen "mehr sichere Bereiche zum Lernen und Aufwachsen, mehr Freizeitprogramme" bekommen. Jungen Menschen solle wieder eine Mentalität des "Dienstes am Mitmenschen" beigebracht werden und es sei wichtig, sicherzustellen, dass jedes "Kind eine qualitativ gute Ausbildung bekommt, die Arbeit nach sich zieht".

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