Pentagon macht erstmals Inventur: Auf der Suche nach verschwunden Billionen US-Dollar

Pentagon macht erstmals Inventur: Auf der Suche nach verschwunden Billionen US-Dollar
Zerstörung von Munition in Chambersburg, USA, 19. November 2012
2.400 Rechnungsprüfer sind mit der lückenhaften Buchhaltung des Pentagon beschäftigt. Sie sollen aufdecken, wo die Steuergelder geblieben sind. Es ist ein historisches Ereignis. Man sei zu sehr mit der Kriegsführung beschäftigt gewesen und habe keine Zeit für die Finanzprüfung gehabt.

Von nun an sollen die Finanzen des Pentagon besser überwacht werden. Rechnungsprüfungen werden künftig jährlich und behördenweit stattfinden. Die Pflicht über die Finanzen zu berichten, wurde bei US-Behörden in den 1990er Jahren eingeführt. Das Verteidigungsministerium aber kam dieser Pflicht nur unzureichend nach. Im Jahr 2010 entschied sich der Kongress für eine siebenjährige Frist für das Pentagon, um eine detaillierte Rechnungsprüfung einzuführen.

Das Pentagon in Washington. USA

Vergangenes Jahr tauchten Berichte auf, wonach das Pentagon interne Studien zu vertuschen versuchte, die aufdeckten, dass die Behörde 125 Millionen Dollar administrativer Kosten durch Missmanagement versenkt hat und versucht, eine Illusion herzustellen, die Bücher seien ausgeglichen. 

Die Rechnungsprüfung ist ein Wahlversprechen Donald Trumps und auch seiner Kontrahentin Hillary Clinton angesichts der Entscheidung des Kongresses 2010. 

Ein Pentagon-Sprecher: 

Es ist eine umfangreiche Rechnungsprüfung. Es werden alle Aspekte der Abteilungen von Personal über Eigentum bis hin zu Waffen, die an Stützpunkte geliefert werden, überprüft. Rund 2.400 Rechnungsprüfer werden sich quer über die Abteilungen verteilen, um sich dem anzunehmen."

Der Pressedienst des Pentagon

Das Verteidigungsministerium beginnt mit der ersten behördenweiten Rechnungsprüfung in dessen Geschichte."

Im letzten Jahr verfügte das Pentagon über 590 Milliarden Dollar. Die Rechnungsprüfer gehören unabhängigen Wirtschaftsprüfungsfirmen an. Im November erhöhte der Kongress das Budget des Pentagons auf 700 Milliarden Dollar. Dies entspricht mehr als Donald Trump einforderte. Ein Viertel des Pentagon-Budgets fließt in das nicht kriegsführende Personal, die die Arbeit der weltweit 1,3 Millionen US-Soldaten unterstützt. Im Januar hatte der Verteidigungsminister zusätzliches Budget gefordert, um den Kampf gegen den "Islamischen Staat" weiterzuführen. 

Als Rechnungsprüfer ernannte Donald Trump David Norqvist. Als ehemaliger Rechnungsprüfer des Heimatschutzes bringt Nordqvist die notwendigen Erfahrungen mit. 

Die leitende Sprecherin des Pentagons, Dana W. White: 

Es zeigt unserer steuerlichen Verpflichtung und die Maximierung des Wertes jeden Dollars, den die Steuerzahler uns anvertraut haben." 

Die Ergebnisse zur Rechnungsprüfung sollen bis März 2019 fertigstellt sein. Die lückenhafte Rechnungsprüfung führt Gordon Adams, Mitglied der Akademie des Stimson Center und höchster Finanzbeamter unter Präsident Bill Clinton, auf eine Mischung zwischen "Lethargie und Komplexität" zurück:

Es wurde nicht gemacht, teilweise, weil es einfach sehr schwierig ist und auch weil es kein großes Interesse hierfür im Gebäude gibt."

Zur Komplexität trugen die separaten Buchführungen der Armee, der Navy und der Subunternehmen des Militärs bei. Das Pentagon brachte immer wieder das Argument vor, man sei mit Kriegen beschäftigt und würde sich später um die Rechnungsprüfung kümmern.