Literaturauswahl für Insassen in Texas: "Mein Kampf" erlaubt, "Charlie Brown" verboten

Literaturauswahl für Insassen in Texas: "Mein Kampf" erlaubt, "Charlie Brown" verboten
Gefangene in einer Bibliothek im Rosharon-Gefängnis in Texas, USA, 12. August 2014.
In texanischen Gefängnissen sitzen 150.000 Menschen ein. Neben Facebook und Mobiltelefonen sind auch 10.000 Buchtitel verboten. Darunter fallen Bücher wie "Die Geisha" und eine Version von Charlie Brown - nicht aber Adolf Hitlers "Mein Kampf".

Rund 50 Gefängnisse gibt es im amerikanischen Bundesstaat Texas. Unter den Buchtiteln, die Inhaftierte sich als Lesestoff zukommen lassen können, sind auch Veröffentlichungen ehemaliger Mitglieder des Ku-Klux-Klan.

Welcher Lesestoff die Gefangenen erreicht, entscheidet das Personal in der Postabteilung. Die dortigen Mitarbeiter durchsuchen die Bücher beispielsweise auf sexuell anzüglichen Inhalt und Informationen, die den Insassen dabei helfen könnten, eine Waffe zu bauen oder sich gegen die Autorität des Gefängnisses aufzulehnen. 

Jason Clark, Sprecher in der Abteilung Strafvollzug in Texas: 

Gesetzesbrecher haben Zugang zu Tausenden von Publikationen. 

Derzeit stehen in den Gefängnissen des Bundesstaates 10.000 verbotene Titel 248.000 erlaubten Büchern quer durch alle Genres gegenüber. Weshalb "Mein Kampf", "Lolita" und "American Psycho" erlaubt sind, können viele nicht nachvollziehen. Untersuchungen zufolge erleichtert das Lesen in der Gefangenschaft die Resozialisierung nach der Entlassung. Viele der Gefangenen wiesen Leseschwierigkeiten beim Antritt ihrer Haftzeit auf. 

Das beliebteste Buch in US-amerikanischen Gefängnissen ist ein autobiografisches Werk eines ehemaligen Gefangenen. "A Life Inside: A Prisoner's Notebook" von Erwin James. Der Autor beschreibt, wie er im Gefängnis aufwuchs und von einem jungen zu einem alten Mann wurde. An zweiter Stelle steht ein Lehrbuch zum Nachholen eines fehlenden Schulabschlusses. "Legal dictionaries", an dritter Stelle genannt, soll Einblicke in das amerikanische Justizsystem geben. 

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