Paul Manafort - Imagepflege mit russischer Geheimdienstnähe vorgeworfen

Paul Manafort - Imagepflege mit russischer Geheimdienstnähe vorgeworfen
Paul Manafort in Washington, USA, 30. Oktober 2017.
Der einstige Wahlkampfleiter Donald Trumps versucht sich nach Anschuldigungen gegen ihn an Imagepflege. Ihm wird ein Artikel zu Lasten gelegt, der in der Ukraine veröffentlicht wurde. Neben Manafort war ein Mann involviert, dem Verbindungen zum russischen Geheimdienst nachgesagt werden.

Ein Prozess gegen Paul Manafort und dessen Geschäftspartner Rick Gates ist für Anfang 2018 zu erwarten. Ihnen werden Geldwäsche und andere finanzielle Vergehen vorgeworfen, auch geht es um Lobbyarbeit für die Ukraine. Die Vergehen konzentrieren sich auf einen Zeitraum zwischen 2006 und 2016. Vergeblich suchten die Medien nach einer Verbindung zwischen Manafort und Russland, in der sogenannten "Russlandaffäre". 

Obwohl ihm offizielle Auftritte verboten wurden, soll sich Manafort mit einem Kollegen darum bemüht haben, sein Ansehen zu verbessern. Der Helfer Manaforts zur Imagepflege, Konstantin Kilimnik, befände sich nach Gerichtsunterlagen in Russland und unterhielte zudem Kontakte zum russischen Geheimdienst. Kilimnik ist russischer und ukrainischer Staatsbürger. Die Spekulationen zur Nähe Kilimniks mit der russischen Regierung basieren lediglich auf dessen Studium an der russischen Militäruniversität für Fremdsprachen, die heute "Military University of the Ministry of Defense" heißt. 

Paul Manafort und Rick Gates erscheinen vor Gericht in Washington, D.C., USA, 30. Oktober 2017.

Die Ermittler, im Team von Chefermittler Robert Mueller, gaben Anfang der Woche bekannt, sie könnten sich nicht mehr für ein mildes Strafmaß aussprechen, nachdem sie von dem Artikel erfahren haben. Jason Maloni, Manaforts Sprecher, wollte dies nicht kommentieren. Sein Anwalt, Kevin Downing, verteidigte Manafort, er habe bei der Erstellung des Artikels nur assistiert, damit der Inhalt den Tatsachen entspreche. Auch würde dies nicht die Auflagen gegen Manafort verletzen, denn der Artikel erschien in einer ukrainischen Zeitung und nicht in einer amerikanischen.

Veröffentlicht wurde der Beitrag in der englischsprachigen Kiewer Zeitung "Kyiv Post". Genannter Autor ist Oleg Voloshyn, ehemaliger Sprecher des ukrainischen Außenministeriums. In dem Artikel lobt Voloshyn die Arbeit Manaforts zur Verbesserung der Beziehungen zwischen der Ukraine und der europäischen Union: 

Ich kann mich nur wundern, warum die amerikanischen Medien fälschlicher Weise behaupten, dass Manafort sich für russische Interessen in der Ukraine einsetzen würde. Ohne sein Zutun hätte die Ukraine keine Führung mit dem Ziel zu Reformen, welche wir brauchen, um als Nation ein Kandidat für die EU zu werden."

Voloshyn behauptete, er sei der Autor des Beitrags, den er vor Veröffentlichung Manafort und Kilimnik zugeschickt habe, damit diese die Inhalte bestätigen konnten. Am Montag müssen Manafort und Gates deshalb vor Gericht erscheinen.