Medienbericht: CIA warnte Israel, Trump sei von Moskau erpressbar und nicht vertrauenswürdig

Medienbericht: CIA warnte Israel, Trump sei von Moskau erpressbar und nicht vertrauenswürdig
Kurz nach seiner Vereidigung suchte US-Präsident Donald Trump das CIA-Hauptquartier auf und sprach vor den Mitarbeitern der Behörde. Mit diesem Schritt wollte er sich wohl die Loyalität der Agenten sichern - was auch bitter nötig war, wie ein Medienbericht nun offenbart.
Laut einem Medienbericht hat die CIA die Israelis vor Donald Trump noch vor dessen Vereidigung gewarnt. Der US-Präsident sei durch Moskau erpressbar. Die US-Agenten rieten zudem zur Vorsicht bei der Weitergabe von Geheimdienstinformationen. Diese könnten an Russland und über diesen Weg an den Iran gelangen.

Wie das US-Magazin Vanity Fair am Mittwoch berichtete, soll die CIA die Kollegen vom israelischen Mossad noch vor der Vereidigung von Donald Trump zum US-Präsidenten davor gewarnt haben, dass Trump nicht vertrauenswürdig sei. Das Magazin beruft sich dabei auf beteiligte Quellen.

Demnach begründete der US-Auslandsgeheimdienst seine Warnung damit, dass Russlands Präsident Wladimir Putin über „Druckmittel“ verfüge, durch die der US-Präsident erpressbar sei. Die US-Schlapphüte sollen den Israelis zur Vorsicht geraten und  indirekt die Empfehlung ausgesprochen haben, künftig Geheimdienstinformationen nicht mehr mit dem Weißen Haus und dem Nationalen Sicherheitsrat der USA zu teilen.

Vor einem Jahr nahm William Binney in Berlin an den Protesten gegen das BND-Gesetz teil, das nach Ansicht der Kritiker die Arbeit von Journalisten einschränkt. Dabei wäre es manchen US-Medienvertretern wohl nur recht, wenn der ehemalige Technische Direktor der NSA dauerhaft einen Mundknebel trüge.

Denn diese könnten an die Russen durchgesteckt werden, so die CIA-Mitarbeiter. Was die Mossad-Agenten besonders interessiert haben dürfte, war der Hinweis ihrer US-Kollegen, Moskau könne die sensiblen Informationen anschließend mit Israels Erzfeind teilen, dem Iran.

Viel Lärm um nichts: der angebliche Geheimnisverrat von Trump

Das Verhalten des Präsidenten habe diese Befürchtung bestätigt, so das US-Magazin unter Verweis auf einen Vorfall im Mai. Damals hatte Trump den russischen Außenminister Sergei Lawrow sowie den russischen US-Botschafter Sergei Kisljak im Oval Office des Weißen Hauses empfangen. Bei der Gelegenheit unterrichtete Trump die Russen vor der Gefahr, Terroristen des „Islamischen Staates“ (IS) könnten mit Sprengstoff präparierte Laptops nutzen, um Flugzeuge zum Absturz zu bringen.

Daraufhin brach ein medialer Sturm im Wasserglas los. Denn Trump habe damit hochvertrauliches Geheimdienstmaterial preisgegeben, so der Vorwurf von US-Medien. Das Schlagwort vom „Geheimnisverrat“ machte daraufhin die Runde. Im Kreml reagierte man eher mit Belustigung auf den Vorwurf.

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Schließlich war es bereits damals alles andere als ein Geheimnis, dass Terroristen versuchen könnten, auch auf diesem Weg Bomben in ein Flugzeug zu schmuggeln. So hatten die Vereinigten Staaten und Großbritannien im März die Nutzung der Geräte auf verschiedenen Flugverbindungen aus dem Nahen Osten untersagt.

Putin bot an, ein Gesprächsprotokoll des Treffens zu veröffentlichen, um die Vorwürfe zu entkräften und witzelte bei der Gelegenheit, er werde Lawrow dafür rügen, weil er „diese Geheimnisse nicht mit uns geteilt“ hat.

Trumps Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster entgegnete zu den Vorwürfen, der US-Präsident habe in „keiner Weise“ Quellen oder Geheimdienstmethoden kompromittiert. Dieser rechtfertigte den Informationsaustausch mit „humanitären Gründen“ im Zusammenhang mit der terroristischen Bedrohung durch den IS.

Die Heuchelei der Anti-Trump-Medien

Ironischerweise hatten dieselben Medien, die Trump vorwarfen, Moskau könne eventuell auf die Quelle der angeblich geheimen Informationen schließen, diese erst öffentlich gemacht. So war es die New York Times, die erstmals berichtete, dass die Laptop-Warnung aus israelischen Geheimdienstquellen stammte.

In der US-Regierung gab es in den 1960er Jahren Pläne, sowjetische Kampflugzeugen wie die MiG-17 für Angriffe unter falscher Flagge zu missbrauchen.

Woraufhin von einer schweren Belastung des Verhältnisses der USA zu Israel die Rede war. Aber auch diese Behauptung war vor allem ein Ausdruck der Fantasie der Medienvertreter, die auf der Suche waren, Trump etwas anhängen zu können. So betonte Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman nach Bekanntwerden des Vorfalls das gute Verhältnis beider Länder:

Die Sicherheitsbeziehungen zwischen Israel und unserem größten Verbündeten, den USA, sind tief, bedeutend und beispiellos in ihrem Umfang.

Das Verhältnis mit den USA stärke Israel auf nie dagewesene Weise. „So ist es gewesen und so wird es weiter sein“, erklärte Lieberman. Ausgerechnet der Vanity Fair hat nun in seinem Artikel im Detail beschrieben, wie die Israelis an die Laptop-Informationen gelangt sind und damit das getan, was dem US-Präsidenten vorgeworfen wird, nämlich die Kompromittierung von Geheimdienstquellen und -methoden.

Es ist bezeichnend für den gegenwärtig von einer Anti-Russland-Hysterie geprägten politischen Diskurs in den USA, was das Magazin aus den erhaltenen Insider-Informationen gemacht hat: nicht etwa eine Anklage gegen einen US-Geheimdienst, der versucht hat, den eigenen Präsidenten vor dessen Amtseinführung zu delegitimieren und seine Regierungsarbeit zu sabotieren. Stattdessen ist dabei eine Verteidigungsschrift für den Machtmissbrauch der CIA herausgekommen, die sich anmaßte, auf eigene Faust den Präsidenten außenpolitisch zu isolieren.

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