George W. Bush über Cheney und Rumsfeld: "Haben keine einzige gottverdammte Entscheidung getroffen"

George W. Bush über Cheney und Rumsfeld: "Haben keine einzige gottverdammte Entscheidung getroffen"
Hat Redebedarf: Ex-Präsident George W. Bush.
In einem Gespräch für ein Buch, das nächste Woche in den USA erscheinen wird, hat Ex-Präsident George W. Bush in derben Worten die Passivität mehrerer Kabinettsmitglieder kritisiert. Auch der amtierende Präsident Donald Trump kommt nicht gut weg.

Der frühere US-Präsident George W. Bush hat sich in einem Gespräch mit dem Autor und Historiker Mark K. Updegrove in despektierlicher Weise über Mitglieder seines früheren Kabinetts geäußert. Insbesondere wirft er seinem früheren Vizepräsidenten Dick Cheney und dem langjährigen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Kadavergehorsam und fehlende Entscheidungsfreude vor. Dies berichtet das rechtskonservative Nachrichtenportal Breitbart News.  

Am 14. November soll in den USA Updegroves Buch über die "letzten Republikaner" erscheinen, wie der Autor die Altpräsidenten George H.W. und dessen Sohn George W. Bush bezeichnet, und über deren außerordentliches Vater-Sohn-Verhältnis, das auch politische Implikationen hatte.

George W. Bush, der 43. Präsident der Vereinigten Staaten, tritt in dem Buch vielfach erhobenen Vorwürfen von Kritikern entgegen, wonach er selbst keine wesentlichen Entscheidungen selbst getroffen, sondern sich jeweils hinter Kabinettskollegen und Beratern versteckt hätte. Dem sei nicht so gewesen, so Bush, insbesondere nicht, wenn es, wie vielfach behauptet wird, um medial stark präsente Persönlichkeiten wie Cheney oder Rumsfeld ging.

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Vielmehr seien diese es gewesen, die gegenüber Bush ein Ausmaß an Ergebenheit an den Tag gelegt hätten, das sogar ihn selbst befremdet hätte. Cheney und Rumsfeld hätten, so Bush,

keine einzige gottverdammte Entscheidung getroffen [O-Ton: "didn’t make one f****** decision"]. Die Tatsache, dass da niemandem jemals auch nur der geringste Zweifel darüber gekommen ist, wer als Präsident die Entscheidungen trifft, hat mich verblüfft.

Obwohl das Buch über das Verhältnis zwischen Vater und Sohn Bush als Politiker erst nächste Woche erscheinen wird, hat es bereits im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Unter anderem kritisieren beide Ex-Präsidenten den amtierenden republikanischen Amtsinhaber Donald Trump. Während George W. Bush in dem Buch Vorberichten zufolge einräumt, bei den Wahlen vor einem Jahr einen leeren Stimmzettel eingeworfen zu haben, soll Bush sen. sogar Trumps demokratische Gegenkandidatin Hillary Clinton gewählt haben. Bush 41 soll Trump auch als "Sturkopf" bezeichnet haben.

Laut einer US-Studie hat Hillary Clinton ihre Niederlage bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 ihrer kriegstreiberischen Haltung zu verdanken.

Bei den Vorwahlen der Republikaner zur US-Präsidentschaft hatte sich Donald Trump ohne Schwierigkeiten gegen den Bruder des 43. US-Präsidenten und früheren Gouverneur von Florida, Jeb Bush, durchgesetzt. Dabei hatte Trump in Debatten den Irakkrieg und die globalen Visionen der Präsidentenfamilie lächerlich gemacht und auf diese Weise ein zuvor geltendes ehernes Tabu innerhalb der republikanischen Partei gebrochen.

Erst jüngst im Oktober kritisierte Bush jr. Trumps Ideologie in einer Rede vor den George W. Bush Institute und sprach sich für eine global ausgerichtete Politik der USA aus.