Ausstellung in Chicago widmet sich der russischen Revolution

Ausstellung in Chicago widmet sich der russischen Revolution
Flagge mit dem Bild Lenins, während einer Veranstaltung zum Gedenktag an die Revolution von 1917 Stavropol, Russland, 7. November 2010.
Das Art Institute of Chicago widmet sich mit einer Ausstellung der russischen Revolution. Poster und Filme sollen den amerikanischen Besuchern die russische Geschichte von 1917 unter dem Titel "Revoliutsiia! Demonstratsiia! Soviet Art Put to the Test" nahebringen.

Mehr als 500 Originalarbeiten stimmen die Besucher des Art Institutes of Chicago in die Jahre um 1917 in Russland ein. Der Kurator der Ausstellung "Revoliutsiia! Demonstratsiia! Soviet Art Put to the Test" Matthew Witkovsky

Gegen Ende der Zarenzeit in Russland beginnt die Primaballerina Matilda eine Affäre mit dem letzten Zaren Nikolaus II. und führt außerdem eine Dreiecksbeziehung mit den Vettern Sergei Michailowitsch und Andrei Wladimirowitsch Romanow, die beide Großfürsten des Zarenreiches sind.

Wenn man eine Revolution hat, die dem Namen gerecht wird, ist das Resultat, wenigstens vorübergehend, eine Gesellschaft, die dem Namen gerecht wird. 

Das "Wall Street Journal" begründet die Verknüpfung zwischen Kunst und Design in Zeiten der unruhigen Jahre Russlands mit dem Analphabetismus eines Großteils der damaligen russischen Bevölkerung. Zur Ausstellung gehören auch 3-D Objekte basierend auf Skizzen aus den 1920er Jahren. Der Besucher begibt sich zuerst in eine Abteilung genannt "Schlachtfeld". Dieses konzentriert sich auf die frühen Jahre der Revolution und dem Bürgerkrieg zwischen den verfeindeten gesellschaftlichen Gruppen. Nach politischen Postern aus der Zeit, werden den Besuchern Fotos von Lenin präsentiert. Die Installation "Wand Lenins" beinhaltet Porzellanfiguren, die Lenin darstellen. 

Weitere Ausstellungsbereiche widmen sich Heim, Fabrik, Presse und Kino aus zeitgenössischer Perspektive. Zur damaligen Zeit wurden Avantgardisten gefördert, welche die Idee der Revolution teilten. Herausgehoben wird unter anderem die Arbeit von Gustav Klutsis. Ein wichtiger Fotograf und Mitglied der konstruktivistischen Avantgarde. Gemeinsam mit seiner Frau Valentina Kulagina schuf er Kunst, die dem Zeitgeist entsprach. 

Der Künstler El Lissitzky sah in der Kunst einen Weg den sozialen Wandel, als einen Neubeginn für die Menschheit, zu fördern. Die künstlerischen Arbeiten sind auch Dokumente für eine Zeit des regen Austauschs mit dem damaligen Berlin. Die Moskauer Stiftung V-A-C stellte Werke für die Ausstellung in Chicago bereit. 

In einer Sektion der Ausstellung kann man an Nachbauten von russischen Wohnungen und Schaufenstern vorbeiziehen. Die Möbelstücke weisen eine für die damalige Zeit neue Funktionalität auf und spiegeln den Mangel an Wohnraum zu dieser Zeit wieder. So lassen sich etwa Esstische nach Bedarf ausziehen.

Für Witkovsky sind die Inneneinrichtungen der Revolutionsjahre ein Zeichen "der Flexibilität, während die Dinge noch unsicher sind." Man ging davon aus, dass sich die russische Revolution außerhalb des Privaten abspielte, dabei sei während der Revolution "die Beziehung vom privaten zum öffentlichen Raum und sogar vom privaten Leben zum öffentlichen Leben" fließend.