Spezialisten verweigern sich: Afghanische Militäroffiziere bei Ausbildung in den USA untergetaucht

Spezialisten verweigern sich: Afghanische Militäroffiziere bei Ausbildung in den USA untergetaucht
Afghanische Truppen stehen stramm für den Besuch des Verteidigungsministers Abdul Rahim Wardak und des US-Verteidigungsministers Robert Gates im Camp Blackhorse in Kabul, Afghanistan, 10. März 2010.
Im vergangenen Jahr verdoppelte sich die Zahl afghanischer Auszubildender der Armee, die in den USA untergetaucht sind. Dies zeigt ein Bericht auf, der in dieser Woche dem Kongress vorgestellt wurde. Es ist offen, ob diese einen Risikofaktor darstellen.

Von den 320 vorübergehend in die USA verlegten ausländischen Militärauszubildenden, die sich unerlaubter Weise vom Dienstort entfernten oder ihren Dienst gar nicht erst antraten, waren 152 aus Afghanistan. In 82 Fällen ist deren Aufenthalt immer noch unbekannt. Den Bericht hatte der SIGAR (Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction) dem Kongress vorgelegt. Hierin heißt es: 

Wir fanden heraus, dass die angestiegene Zahl der Abwesenheiten seit 2015 einen negativen Effekt auf den Einsatz der afghanischen Verteidigung und Sicherheitskräfte (ANDSF) hat. Die Moral der anderen Ausbildenden und heimischen Einheiten stellen ein Sicherheitsrisiko in den Vereinigten Staaten auf.  

Im Juli hatte der Kongress entschieden, weitere 68,27 Milliarden Dollar in den Krieg nach Afghanistan zu pumpen. Die Gelder sollen auch der Förderung von Training und Ausstattung für die afghanischen Einheiten dienen. Zu den Ausbildungsmaßnahmen zählen unter anderem ein Luftwaffen-Führungs-Programm sowie eines zur Bekämpfung von Terrorismus und Drogenhandel. Diese werden in den USA abgehalten. 

Internationaler Flughafen Hamid Karzai, Kabul, Afghanistan, 29. März 2016.

Drohungen und Zukunftsangst als Motive genannt

Die Statistik des Berichts zeigt, dass sechs Prozent jener Afghanen, die für eine Ausbildung in die USA gereist waren, dem Dienst unerlaubter Weise fernblieben. Andere Dienstverweigerer aus dem Ausland machten 0,07 Prozent aus. Im vergangenen Jahr waren 13 Prozent der Afghanen abkömmlich, 103 von 152 hatten die Dienstränge eines Leutnants oder Kommandanten. Zu den Gründen gaben die Deserteure an, sie hätten aus persönlichen Sorgen um ihre Sicherheit gehandelt.

Eine Afghanin berichtete, dass ihre Familie Drohungen erhalten habe. Andere fürchteten nach ihrer Rückkehr aus den USA eine Arbeitslosigkeit in Afghanistan. Die Ausfallskosten für den amerikanischen Staat belaufen sich auf mehrere Millionen Dollar. Die Zusammenarbeit zwischen dem Einwanderungsdienst der USA und dem Militär soll nun verbessert werden, um das Sicherheitsrisiko durch untergetauchte afghanische Militärs in den USA zu begrenzen.