Nach Attentat von Manhattan: Trump fordert Ende der Greencard-Lotterie und Todesstrafe für Täter

Nach Attentat von Manhattan: Trump fordert Ende der Greencard-Lotterie und Todesstrafe für Täter
Donald Trump
Der Tatverdächtige von Manhattan, der acht Menschen getötet haben soll, gewann seine Greencard für die USA in der Lotterie. Dieses seit 1987 bestehende Programm steht nun in Frage. Präsident Trump forderte zudem die Todesstrafe für den reuelosen Terroristen.

Der mutmaßliche Attentäter von Manhattan hatte seine Aufenthaltserlaubnis über eine Verlosung der Greencard gewonnen. Sayfullo Saipov aus Usbekistan konnte so 2010 in die USA einreisen. Ursprünglich sollte das 1987 von Präsident Ronald Reagan ins Leben gerufene "Diversity Immigrant Visa"-Programm dafür sorgen, mehr Iren und Italiener in die USA zu bringen.

Voraussetzung für die Teilnahme an der Greencard-Lotterie war bislang der Abschluss einer Oberschule oder eine nachweisbare Arbeitserfahrung. Fast 11,4 Millionen Menschen nahmen an der Lotterie zur Einreise in die USA allein im vergangenen Jahr teil. Derzeit werden jährlich 50.000 Visa verlost.

Was die Vielfalt im Land beflügeln sollte, wird nun jedoch als "Sicherheitsrisiko" neu debattiert. Es gäbe Lücken im System, welche einen Missbrauch erlaubten, so die Kritiker. Zudem würden Scheinehen geschlossen, um an eine Greencard zu gelangen und falsche Ausweisdokumente erstellt.

Scheinehen als Instrument des Familiennachzugs

Im Jahr 2013 veröffentlichte das US-Außenministerium einen Bericht zum Missbrauch des Programms in der Ukraine. Organisierte Betrügerbanden stellten sich als Reiseunternehmen dar und registrierten ukrainische Bürger ohne deren Wissen in der Lotterie. Im Fall eines Gewinns arrangierten sie eine Scheinehe und forderten von den Gewinnern Gebühren für eine Aushändigung des Visums ein. 

Demokraten verteidigten das Greencard-Programm am Mittwoch und sagten, dass dieses, so wie alle anderen Visaprogramme, strengen Sicherheitsprüfungen unterliege. 

Bereits 2002 verübte ein Greencard-Gewinner einen Terrorakt

Infolge des jüngsten Anschlags in New York werden auch Erinnerungen an einen Fall aus dem Jahr 2002 wach. Damals verübte ein Ägypter einen Anschlag, der zuvor über seine Frau ein "Diversity-Visum" erhalten hatte. Zuvor hatte er versucht, in den USA Asyl zu beantragen, womit er jedoch scheiterte. Erst nachdem seine Frau Gewinnerin im Visa-Losverfahren wurde, ermöglichte ihm dies den legalen Aufenthalt in den USA.

Auf Twitter forderte Trump die Todesstrafe für den Attentäter: 

Der Terrorist von New York City war glücklich, als er verlangte, die IS-Flagge in seinem Krankenzimmer aufzuhängen. Er tötete acht Menschen und verletzte 12 schwer. Er sollte die Todesstrafe bekommen!

Sazfullo Saipov wurde des Mordes an acht Menschen und der Bereitstellung von Material und Ressourcen für die Terrorgruppe Islamischer Staat angeklagt. Er ist der Hauptverdächtige hinsichtlich des Terrorangriff vom Dienstag im Südwesten Manhattans. Der Attentäter wurde von der Polizei angeschossen und überlebte den Angriff. Auch nach der Tat zeigte er keine Reue und bat darum, in seinem Krankenzimmer die Flagge des Islamischen Staates aufzuhängen. Erste Vernehmungen ergaben, dass ihn Videos des Islamischen Staates zur Tat inspirierten.  

Unmittelbar nach der Tat forderte US-Präsident Donald Trump stärkere Sicherheitsprüfungen bei der Einreise. Einige Familien, die Einwanderer mit sich bringen, seien "ein schieres Übel", so der US-Präsident.