Netflix-Serie "House of Cards" soll russische Hacker zur Wahlmanipulation inspiriert haben

Netflix-Serie "House of Cards" soll russische Hacker zur Wahlmanipulation inspiriert haben
Guerilla-Marketingkampagne zur Netflix-Serie "House of Cards" in Greenville, South Carolina, USA, February 12. 2016.
Ein Yahoo-Bericht glaubt nun, die Quelle der angeblichen US-Wahlmanipulation aus russischer Hand entdeckt zu haben: Hacker aus einer in St. Petersburg gewähnten Trollfabrik folgten der Netflix-Serie "House of Cards" und erlernten dadurch Wahlmanipulation.

"Binge-Watching" mal anders: Russische Trolle, gut getarnt in einem Gebäude der romantischen Stadt St. Petersburg untergebracht, ließen sich durch die erfolgreiche Netflix-Serie "House of Cards" zu ihrem schändlichen Treiben inspirieren. In der Serie agiert Kevin Spacey als skrupelloser amerikanischer Politiker, der nach der Macht greift und am Ende sogar zum US-Präsidenten wird. 

Dies, so ein Yahoo-Bericht, lehrte die russischen Hacker, wie sich die - andernfalls offenbar überaus homogene - amerikanische Gesellschaft am besten spalten lässt. Der Bericht bezieht sich auf ein Interview mit einem angeblichen ehemaligen Mitglied der in St. Petersburg gewähnten Troll-Fabrik, genannt "Maksim". Die Aufgabe der Trolle soll es gewesen sein, die - andernfalls augenscheinlich überaus beliebte - Hillary Clinton zu dämonisieren. Die Werkzeuge hierfür: Altlasten der Clintons. Dazu zählten die Affäre ihres Mannes, die Unwägbarkeiten um die fehlende Trennung beruflicher von privaten Emails und ihr Vermögen. 

Machmal ist es schwierig, zwischen Form und Inhalt zu unterscheiden, machmal ist es auch gleichgültig....

Die jüngste "Enthüllung" folgt auf die Behauptungen einer 100.000 US-Dollar schweren Facebook-Werbekampagne mit Quelle in Russland, die die amerikanische Nation spalten sollte. Auch wenn, so der Yahoo-Bericht, zuvor schon ehemalige Trollfabrikmitarbeiter ausgepackt hätten, wären die Aussagen Maksims doch signifikant, denn dieser sei für die englischsprachige Abteilung tätig gewesen.

Die US-Serie "House of Cards" habe die Trolle ein besseres Verständnis der US-amerikanischen Politik gelehrt. Die Hauptfigur des Kongressabgeordneten Frank Underwood geht in der Serie nach dem Buch von Beau Willimon über Leichen, um seinen Machthunger zu stillen. An seiner Seite eine Ehegattin, die seine Ambitionen und Skrupellosigkeit teilt. Jede Ähnlichkeiten der dort gezeigten Politikermodelle zu realen Persönlichkeiten und Politiker-Ehepaaren der US-Politik sind unverwünscht und zufällig - und auch ganz und gar unmöglich.