Kein Zutritt zum UN-Hauptquartier: USA verweigern russischer Delegation die Einreise

Kein Zutritt zum UN-Hauptquartier: USA verweigern russischer Delegation die Einreise
Schon lange herrscht Eiszeit in den russisch-amerikanischen Beziehungen. Jüngster Vorfall: Die USA verweigerten einer russischen Delegation die Einreise.
Die diplomatischen Verstimmungen zwischen Washington und Moskau nehmen kein Ende. Neuester Vorfall: Die USA verweigerten einer russischen Delegation die Einreise, die am Donnerstag an einer Konferenz im UN-Hauptquartier teilnehmen wollten.

Mitglieder einer Delegation des russischen Verteidigungsministeriums erhielten kein Einreise-Visa für die USA, um an einer gemeinsamen russisch-chinesischen Militärkonferenz im UN-Hauptquartier in New York teilzunehmen, erklärte laut Sputnik News der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Alexander Jemeljanow.

Bei der am Donnerstag ausgerichteten Konferenz stand unter anderem das globale Raketenabwehrsystem der USA auf der Themenliste. Laut Jemeljanow habe der Generalstab der russischen Streitkräfte geplant, an dem Treffen unter der Leitung des Chefberaters des Generalstabs und des ersten stellvertretenden Verteidigungsministers Russlands, Generalleutnant Andrej Tretjak, teilzunehmen.

Russisches Außenministerium: US-Geheimdienste durchsuchen erneut russische Einrichtungen

„Allerdings weigerten sich die lokalen Behörden der Delegation, einschließlich ihres Leiters Tretjak, Einreisevisa zu erteilen“, sagte Jemeljanow. Das US-Außenministerium lehnte es gegenüber Sputnik ab, sich zu der Visa-Verweigerung zu äußern.

Da Aufzeichnungen zur Visa-Vergabe laut dem Einwanderungs- und Nationalitätsgesetz vertraulich zu behandeln sind, sind wir nicht in der Lage, uns zu einzelnen Visa-Fällen zu äußern“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

Kontinuität der Konfrontation 

Die Verweigerung der Einreise-Visa ist der jüngste Ausdruck der angespannten diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Moskau. Das US-Außenministerium hatte am 1. September die Schließung des russischen Konsulats in San Francisco sowie eines Konsulatsanwesens in New York City und eines weiteren Gebäudes in Washington, D.C. angeordnet. Der Schritt sei demnach als Reaktion auf die Entscheidung Moskaus erfolgt, das diplomatische Personal der USA in Russland abzubauen.

Der Kreml reagierte damit auf die Ausweisung von 35 russischen Diplomaten, die US-Präsident Barack Obama im Dezember letzten Jahres angeordnet hatte. Moskau sah zunächst von Gegenmaßnahmen ab, behielt sich diese aber für den Fall vor, sollte Washington weitere aggressive Maßnahmen gegen Russland einleiten. Nachdem die Regierung von US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen Russland verhängte, ordnete Moskau die Reduzierung des diplomatischen Personals der USA in Russland an.

Mehr zum Thema: Russland: "Neue Sanktionen unterstreichen unvorhersehbare und aggressive Außenpolitik von Obama"