Wegen angeblicher Fake-News: Trump stellt Lizenz von US-Fernsehsender infrage

Wegen angeblicher Fake-News: Trump stellt Lizenz von US-Fernsehsender infrage
US-Präsident Donald Trump liegt mal wieder im Clinch mit US-Mainstream-Medien.
Donald Trump ist für seine Twitter-Eskapaden bekannt. Dieses Mal ist der Fernsehsender NBC ins Visier des US-Präsidenten geraten. Trump drohte gar, die Lizenzen des Senders aufgrund dessen mutmaßlicher Falschberichterstattung auf den Prüfstand zu stellen.
Die Vorsitzende des russischen Obersten Föderationsrates Walentina Matwienko.

Am Mittwoch berichtete der US-Fernsehsender NBC, US-Präsident Donald Trump habe bei einem Treffen mit ranghohen Sicherheitsberatern im Juli gesagt, er wolle das Atomwaffenarsenal der Vereinigten Staaten um fast das Zehnfache aufstocken. Der Sender berief sich dabei auf drei Personen, die bei dem Treffen anwesend gewesen sein sollen.

Der Präsident habe mit seinen Bemerkungen auf eine Abbildung reagiert, die die Reduzierung des Arsenals seit den späten 1960er Jahren gezeigt habe. Trump habe erkennen lassen, dass er einen größeren Kernwaffenbestand wolle. Seine Berater hätten überrascht auf die Aussage reagiert, hieß es in dem Bericht weiter. Sie hätten ihm anschließend erklärt, dass die militärische Stellung der USA heutzutage bedeutender sei als am Höhepunkt der nuklearen Aufrüstung.

Die USA verfügen derzeit über rund 1.750 nukleare Sprengköpfe, die per Flugzeug, U-Boot oder Interkontinental-Rakete ans Ziel gebracht werden können. Nach Angaben der Arms Control Association sind 180 davon in fünf europäischen Ländern stationiert, unter anderem in Deutschland. Darüber hinaus verfügen die USA über ein Lager von rund 4.000 Sprengköpfen, die in Reserve stehen, aber teils oder noch nicht zur militärischen Nutzung aktiviert sind. Ferner sind 2.000 Sprengköpfe ausrangiert, die in Teilen jedoch theoretisch immer noch nutzbar wären.

Trump wettert gegen NBC und stellt Sendelizenzen infrage

Trump beschuldigte daraufhin NBC, Falschnachrichten zu verbreiten. Es handele sich um "pure Fiktion, erfunden, um zu erniedrigen", schrieb der Präsident auf Twitter:

Er wolle keine Aufstockung der Atomwaffen, sagte er am Mittwoch bei einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau. Dies sei nicht nötig. Er wolle das Arsenal in einem sehr guten Zustand sehen, nichts anderes sei diskutiert worden. In einem weiteren Tweet fügte er hinzu:

Mit all den Falschnachrichten, die von NBC und den anderen Sendern verbreitet werden, an welchem Punkt ist es angemessen, ihre Lizenz anzufechten?

In der Nacht zu Donnerstag legte der ehemalige Immobilien-Mogul nach:

Fernsehsender sind so parteiisch, verdreht und falsch geworden, dass die Lizenzen überprüft und, wenn angemessen, entzogen werden müssen. Nicht fair gegenüber der Öffentlichkeit!

US-Verteidigungsminister James Mattis sprang seinem Präsidenten bei. Die Berichte über eine massive Aufstockung des US-Atomwaffenarsenals seien absolut falsch. "Diese Art der fehlerhaften Berichterstattung ist unverantwortlich." Es blieb unklar, ob er bei dem Treffen im Juli dabei war. Eine Sprecherin des Pentagons konnte darüber keine Angaben machen. (rt deutsch/dpa)

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