US-Außenminister dementiert Rücktrittsgerüchte und versichert Trump seine Loyalität

US-Außenminister dementiert Rücktrittsgerüchte und versichert Trump seine Loyalität
US-Außenminister Rex Tillerson (links) dementiert Rücktrittsgerüchte. Er sicherte US-Präsident Donald Trump seine Loyalität zu.
Die Rücktrittsgerüchte über US-Außenminister Rex Tillerson wurden zuletzt immer lauter. Nun hat der Top-Diplomat dazu eindeutig Stellung bezogen. Er denke nicht an Rücktritt und werde dem Land so lange dienen, wie es Präsident Trump für richtig hält.

US-Außenminister Rex Tillerson hat in einem ungewöhnlichen Schritt Präsident Donald Trump seiner Loyalität versichert und Rücktrittsabsichten dementiert. "Ich habe nie in Erwägung gezogen, meinen Posten zu räumen", sagte Tillerson am Mittwoch. Der frühere Konzernmanager reagierte damit auf einen Bericht des Senders NBC, wonach er von Vizepräsident Mike Pence zum Weitermachen habe überredet werden müssen.

Er werde sich zudem nicht an Bestrebungen in Washington beteiligen, Trumps Regierung zu schwächen. "Alles was wir erreicht haben, haben wir als Team erreicht", sagte Tillerson. Er lobte die Zusammenarbeit sowohl mit dem Weißen Haus als auch mit anderen Ministerien, vor allem mit dem von Verteidigungsminister James Mattis.

Das Weiße Haus äußerte sich zurückhaltend. Auf die Frage, ob Trump weiterhin Vertrauen zu Tillerson habe, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders: "Wenn der Präsident kein Vertrauen zu jemandem mehr hat, dann ist er nicht länger in seinem Amt."

US-Präsident Donald Trump vor der UN-Generalversammlung in New York

In dem NBC-Bericht hieß es, Tillerson liege mit dem Weißen Haus überkreuz. Im Sommer habe er angedroht, von einem Heimatbesuch in Texas nicht mehr nach Washington zurückzukehren. Tillerson soll Trump nach einer Rede des Präsidenten im Juli als "Idioten" bezeichnet haben. Eine Sprecherin des Außenministers wies dies zurück. "Der Minister bedient sich dieser Art von Sprache nicht."

Tillerson wird von vielen westlichen Partnern als Stimme der Vernunft in der häufig als unberechenbar empfundenen Trump-Regierung wahrgenommen. Unter anderem pflegt der amtierende Bundesaußenminister Sigmar Gabriel nach eigener Auskunft eine positive Arbeitsbeziehung zu Tillerson.

Zu Präsident Trump liegt der 65 Jahre alte ehemalige Topmanager des Ölkonzerns ExxonMobil in vielen Politikbereichen quer. So sprach sich Tillerson für den Verbleib im Pariser Klimaschutzabkommen aus. Auch in der Iranpolitik vertrat er eine weniger harsche Auffassung als Trump. "Wir werden dem Präsidenten eine Reihe von Vorschlägen unterbreiten", sagte er zur Iranpolitik am Mittwoch.

Zuletzt war Tillerson mit Trump wegen Nordkorea aneinandergeraten. Der Außenminister hatte am vergangenen Samstag erklärt, er wolle direkte Gesprächskanäle nach Nordkorea zur Deeskalation der Lage nutzen. Tags darauf ging Trump in die Öffentlichkeit und erklärte, Tillerson verschwende seine Zeit. Mit dem "Raketenmann" zu reden, bringe nichts.

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In Washington wird seit langer Zeit spekuliert, der Außenminister sei ein Regierungsmitglied auf Abruf. Neben unterschiedlicher politischer Auffassungen gilt Tillerson auch bei Diplomaten im eigenen Haus als umstritten. So wird sein Konzept des strikten Personalabbaus im Ministerium und im diplomatischen Dienst kritisch bewertet. Als Favoritin für eine mögliche Nachfolge des Ministers wurde zuletzt die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, gehandelt. Sie hatte allerdings erst vor kurzem verneint, Außenministerin werden zu wollen. (rt deutsch/dpa)