Krise zwischen USA und Kuba nach Ausbruch mysteriöser Krankheit: USA weisen 15 Diplomaten aus

Krise zwischen USA und Kuba nach Ausbruch mysteriöser Krankheit: USA weisen 15 Diplomaten aus
Die kubanische Botschaft in Washington, USA.
Washington hat 15 kubanischen Diplomaten eine Frist von sieben Tagen gegeben, um die USA zu verlassen. Die Ausweisung folgt auf die Erkrankung von 22 US-Diplomaten in Havanna. Washington wirft Kuba vor, die US-Diplomaten nicht hinreichend geschützt zu haben.

Nach dem mysteriösen Krankheitsbefall der US-Diplomaten wurde wild spekuliert. Ein Schall-Angriff soll bei den 22 Betroffenen Gleichgewichtsstörungen und Hörschäden verursacht haben. Zuvor hatte es geheißen, dass 19 Diplomaten erkrankten. Am Dienstag sagte der amerikanische Außenminister Rex Tillerson, die Ausweisung der kubanischen Diplomaten garantiere eine Stimmigkeit in der Zahl der diplomatischen Vertreter zwischen Washington und Havanna, so die Nachrichtenagentur AP: 

Die Entscheidung wurde aufgrund des Versagens der Kubaner getroffen, notwendige Schritte zu unternehmen, um unsere Diplomaten zu schützen. 

In der vergangenen Woche teilte Washington mit, dass es die Hälfte seiner diplomatischen Vertreter in Kuba aufgrund der mysteriösen Krankheit abziehen werde, um die "Zahl der Diplomaten zu verringern, die einem Schadensrisiko ausgesetzt", so Tillerson. Diplomatische Verbindungen sollen weiterhin bestehen bleiben. Eine Nachforschung zur Ursache der Krankheit wurde eingeleitet. 

Patienten im Warteraum eines Krankenhauses in Havanna, Kuba, 19. Oktober 2012

Der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez kritisierte, dass die USA keine ausreichenden Informationen zu den Nachforschungen geliefert haben. 

Bisher gibt es zur Ursache nur Vermutungen und Spekulationen. Einige der Betroffenen haben bleibende Hörschäden davongetragen. Experten halten die Theorie des Schallangriffs für unwahrscheinlich, da es bisher keine Waffen gebe, die Schäden in diesem Ausmaß mit sich bringen würden. Das FBI suchte nach Hinweisen in den Wohnstätten der US-Diplomaten auf Kuba, konnte aber nichts feststellen. Einige der Diplomaten berichteten, sie hätten laute Geräusche gehört und Vibrationen verspürt, aber andere Erkrankte widersprachen diesen Aussagen. Kuba weist alle Schuld von sich. Das Außenministerium Kubas in einer Erklärung vergangener Woche: 

Die kubanische Regierung hat nie zuvor und wird niemals Angriffe gegen jegliche Diplomaten durchführen. Die kubanische Regierung hat niemals und wird nie zu einem solchen Zweck ihr Territorium gegenüber dritten Parteien zur Verfügung stellen. 

Die USA wird als Folge mit der Ausstellung von Visa aufhören. Kubaner müssen nun zur Beantragung amerikanischer Visa auf andere Länder ausweichen. Der amerikanische Senator Marco Rubio forderte die Schließung der US-Vertretung in Havanna. Die Vorgehensweise Washingtons trifft auch auf Kritik unter den US-Diplomaten in Kuba, die angewiesen wurden, ihren Standort zu verlassen. Scott Hamilton, höchster US-Diplomat auf Kuba: 

Ich bin Optimist und hoffe, wir werden eines Tages zurückkehren - in nicht allzu langer Zeit. 

Im Jahr 2015 nahmen die USA und Kuba ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf. Vergangenes Jahr versuchte Obama, die Beziehungen zu Kuba durch einen Besuch wieder zu verbessern. Donald Trump aber kündigte in diesem Juni an den "einseitigen Deal mit Kuba der vergangenen Regierung" wieder rückgängig zu machen und ordnete Reisebeschränkungen nach Kuba an.