"Historischer Beschiss": Abgeordneter wirft US-Diensten vor, Trump wichtige Fakten vorzuenthalten

"Historischer Beschiss": Abgeordneter wirft US-Diensten vor, Trump wichtige Fakten vorzuenthalten
Der Kongressabgeordnete Dana Rohrabacher hat sich letzten Monat mit Julian Assange getroffen.
Im Austausch für eine Begnadigung will WikiLeaks-Gründer Assange dem US-Präsidenten Beweise dafür vorlegen, dass die Einmischungs-Vorwürfe gegen Russland erdichtet sind. Die Geheimdienste schirmen Trump jedoch von den relevanten Infos ab, mahnt ein Kongressabgeordneter.

Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat US-Präsident Donald Trump angeboten, im Austausch gegen eine Begnadigung Beweise vorzulegen, die Russland von dem Vorwurf freisprechen, sich zugunsten von Trump in den US-Wahlkampf eingemischt zu haben. Dem Präsidenten ist das Angebot offenbar entgangen. Am Samstag hatte Trump gegenüber Journalisten erklärt, dass er davon "niemals etwas gehört" habe.

Nach Ansicht des republikanischen Kongressabgeordneten Dana Rohrabacher basiert die Unkenntnis des Präsidenten nicht auf einem Zufall. Gegenüber dem Daily Caller sagte der Abgeordnete für Kalifornien

Ich denke, die Antwort des Präsidenten zeigt, dass um ihn herum eine Wand durch Leute errichtet wurde, die nicht wollen, dass dieser Betrug aufgedeckt wird, der darin besteht, dass unsere Geheimdienste mit dem Führungspersonal der Demokraten konspirierten.

Als erster US-Kongressabgeordneter hatte Rohrabacher vor gut einem Monat Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London besucht. Dabei beteuerte der gebürtige Australier erneut, dass die geleakten E-Mails der Demokraten aus dem Vorjahr nicht auf einen Hackerangriff zurückgehen, sondern auf einen Whistleblower aus den eigenen Reihen der Partei.

Die Erde erscheint in Form einer Sichel über dem Horizont des Mondes. Foto aufgenommen von der Apollo-Mission 17, 13. Dezember 1972

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Assange habe ihm "nachdrücklich versichert, dass die Russen nicht an einem Hack oder der Veröffentlichung der E-Mails beteiligt waren", erklärte Rohrabacher nach dem Treffen. Forensische Untersuchungen, die von US-Geheimdienstveteranen durchgeführt wurden, bekräftigen diese Sichtweise.

Trump hat nichts mitbekommen

Der Kongressabgeordnete kündigte an, Präsident Trump in einem persönlichen Gespräch über die Details der Unterredung mit Assange in Kenntnis zu setzen. Doch dazu ist es bislang nicht gekommen.

Wie das Wall Street Journal vor zwei Wochen berichtete, hat Rohrabacher den Vorschlag von Assange dem Stabschef im Weißen Haus, John Kelly, unterbreitet. Dieser setzte laut der Zeitung die Geheimdienste von der Angelegenheit in Kenntnis, aber nicht den Präsidenten. Die Dienste wiederum befanden es wiederum offenbar nicht für nötig, Trump in Kenntnis zu setzen.

Rohrabacher vermutet, dass die Informationen Trump gezielt vorenthalten wurden. Immerhin wird Kelly nachgesagt, eine sehr selektive Auswahl bezüglich der Medienberichte zu treffen, die der Präsident zu Gesicht bekommt. Warum Trump nichts von Assanges Angebot weiß, erklärt sich Rohrabacher folgendermaßen:

Dabei müsste es sich um eine gemeinsame Aktion von seinem eigenen Stab und der Führung der Geheimdienste handeln, die den Präsidenten davon abhalten wollen, eine Entscheidung zu treffen, ob er die notwendigen Schritte einleiten will oder nicht, um diese schreckliche Lüge aufzudecken, die dem amerikanischen Volk seit Jahresbeginn eingebläut wird.

Der 70-jährige bezeichnet die Anschuldigungen, Russland habe zugunsten Trumps in die US-Wahlen eingegriffen, als "massive Propagandakampagne" und einen "historischen Beschiss". Damit wolle man die Verschwörung zwischen der Geheimdienstgemeinschaft und der Demokratischen Partei verschleiern.

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